Gelesen: Aufgeräumt macht glücklich von Katherine Gibson

Ja, ich weiß. Eine Buchbesprechung im Blog, obwohl ich doch eigentlich nichts anderes tun sollte, als lernen, essen und schlafen. Aber man muss sich doch auch ablenken, oder entsteht dadurch etwa Unordnung im Kopf? Das Buch war gerade griffbereit im Bibliotheksregal, da landete es plötzlich wie von Zauberhand in meinem Körbchen.

Katherine Gibson war Lehrerin und anscheinend selbst chaotisch, nun hilft sie selbst anderen beim Aufräumen und nennt sich laut ihrer Homepage „Life Management expert“.
In dem Bestseller „Aufgeräumt macht glücklich“ erzählt Gibson kurz (und vielleicht etwas oberflächlich?) in 20 Kapiteln wie man materielle, geistige und seelische Unordnung beseitigt. Angefangen mit den Klassikern Papierchaos und zuviel Gerümpel bis Schuldgefühle abladen gibt es viele sympathische Anekdoten von ihr und Zitate von anderen Autoren und Experten, die sich mit dem Thema Entrümpeln beschäftigen. Mir hat der Teil über geistiges und seelisches „Ausmisten“ sehr gefallen, da dieser Bereich bei anderen Ratgebern zu diesem Thema oft zu kurz kommt oder gar nicht erwähnt wird. Man muss das eigentlich auch gar nicht extra erwähnen, denn wenn man Ausmistet und Ordnung schafft, entsteht das Bedürfnis alles neu und besser zu machen automatisch und das setzt sich – meiner Meinung nach – auch in den anderen Lebensbereichen fort, weil alles irgndwie zusammenspielt. Weniger Zeug bedeutet schneller fertig sein mit Putzen und Aufräumen bedeutet mehr Zeit für sich bedeutet Spass. So wäre das zumindest mal ganz unkonkret zusammengefasst.
Nunja, es wird zum Beispiel erzählt, wie sich Fernsehen als Faktor für entstehende geistige Unordnung auswirkt oder warum man Energie-Vampire unbedingt loswerden sollte. Und das war dann doch recht erfrischend so viele Tipps dazu zu lesen.
Ich gucke fast gar keine Glotze mehr, da so viel Müll kommt und ich mich ständig drüber aufrege. Ein paar mal Nachrichten, obwohl mich das auch irgendwie langweilt und meine Lieblingsserien, das war’s. Gibson empfiehlt, man solle auf Zeitung und Radio umsteigen, damit man auf dem Laufenden bleibt, oder stattdessen Bücher lesen, aber ich frage mich ob drei bis vier Bücher, die man mehr oder weniger gleichzeitig liest, nicht auch zur geistigen Unordnung beitragen?!
Wie siehst du das? Ich lese fast immer mehrere Sachen gleichzeitig, weil ich irgendwelche Sachbücher oder Ratgeberliteratur immer von den Romanen trenne. Hmm…

Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Die Leute, die entrümpeln wollen und noch nie solche Ratgeber gelesen haben, sollten am Besten mit einem anderen Buch zum Thema anfangen. (Dazu gebe ich gerne Tipps, hab schon viel zu viel von solchen Büchern gelesen :D) Für einen Ausmist-Anfänger ist das Ganze dann doch etwas zu unkonkret. Und die im Klappentext erwähnten „Checklisten“ waren auch nirgends zu finden. Der Zusatz zu obigen Titel lautet übrigens: „Der kleine Entrümpel-Ratgeber“ – und der muss dahin sonst wäre man vielleicht am Ende enttäuscht gewesen, da das Buch ja doch recht „klein“ ist. Wer grundsätzlich weiß, wie entrümpeln und organisieren geht, kann auch getrost nur die Teile über geistige und seelische Unordnung lesen. Wer mehr Zeit sparen will, sollte nur die Tipps am Ende jedes Kapitels lesen, das reicht auch. Ich hätte mich geärgert, wenn ich es gekauft hätte, aber ausleihen ist völlig okay.

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