Gelesen: Das Kultbuch – Glanz und Elend der Kommerzkultur von Robert Misik

Dieses Buch habe ich beim Stöbern in der Bücherei entdeckt und nachdem ich den Klappentext gelesen habe, musste es mit, weil er mich neugierig gemacht hat.
Da heißt es:

…Ob Auto, Sonnenbrille, Sportschuh oder MP-3-Player – wir erwerben Güter heute längst nicht mehr ihres Gebrauchswerts wegen, sondern weil sie einen Lifestyle verkörpern. Güter repräsentieren Identität. Un jene Güter, die darin besonders gut sind, werden „Kult“. …

Robert Misik, Journalist und Sachbuchautor, erläutert ausführlich in unterschiedlichen Kapiteln was unter „Kulturkapitalismus“ zu verstehen ist und beleuchtet dabei auch Aspekte der Einkaufszentren, des „Unterchics“, wie sich eine Nation „verkauft“, warum sich Schäbiges besser verkauft als Neuware und warum der „brotlose“ Künstler nun das Idealbild eines modernen Arbeitnehmers ist.
Oder – wie es auf der Website des Autors heißt:

„Eine Bestandsaufnahme der Konsum- und Lifestyle-Kultur. Heute werden mit den Waren nicht in erster Linie Gebrauchsgüter verkauft, sondern Images. Was stellt das mit unseren Städten an? Wie schlägt die Kulturalisierung der Ökonomie in die Ökonomisierung der Kultur um?“

Dabei ist das geheime Motto des Buches: „Konsumkritik – aber richtig.“ Nur wenn man alle Aspekte des Konsums versteht, kann man auch ordentlich kritisieren. Ziel des Buches ist demnach, den mündigen Leser in die Welt des Konsums hinauszuschicken, der die Spielregeln kennt und mitdenken kann und soll.

Fazit: sehr aufschlussreich, gut erklärt und deshalb lesenswert. Teilweise etwas zu akademisch geschrieben, ist also keine Lektüre für müde Gehirne. Übrigens, falls ihr euch wegen des Titels wundert: „Das Kultbuch“ ist die Hardcover-Ausgabe, das Buch mit dem Titel „Alles Ware“ ist die Taschenbuchausgabe.

Mehr Informationen und weitere Diskussionen auf www.misik.at

Ein Gedanke zu “Gelesen: Das Kultbuch – Glanz und Elend der Kommerzkultur von Robert Misik

  1. Das Buch habe ich in der Ausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung entdeckt (also fast für umsonst). Was mich an dem Buch besonders erfreut hat, ist, dass von pauschaler Konsumkritik weit entfernt ist. Hier wird nicht pauschal verteufelt. Alles ist sehr sachlich gehalten. Die Analysen sind messerscharf wie zum Beispiel die Behandlung des Prinzips Shopping-Mall.

    Vielleicht ging es ja nur mir so, aber seine Analyse der Funktionsweise von Marken, liest sich wie von jemandem geschrieben, der durch Walter Benjamin geschult wurde. Insofern verwundert der akademische Schreibstil nicht.

    Gruß, M.L.

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