Gelesen: Das Leben kleben von Marina Lewycka

Kennt ihr diese Impulsausleihen in der Bücherei? Man schlendert so herum, will was lesen, weiß aber nicht was, sieht ein schönes Cover, liest interessiert den Klappentext und leiht es aus. „Das Leben kleben“ ist eines davon.
Marina Lewycka wurde wohl mit dem Buch „Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“ berühmt, das ich selbst leider noch nicht gelesen habe (es aber bestimmt nachholen werde).
Aber nun zu „Das Leben kleben“:
Georgie Sinclar, Mutter, freie Autorin für ein Klebstoffmagazin und (Noch-)Ehefrau setzt ihren Mann Rip nach einem Streit vor die Tür und wirft seine Sachen auf den Müll. Eines Tages vernimmt sie Geräusche: Eine alte Dame wühlt im Müllcontainer und bedient sich fleißig an Rips Schallplattensammlung großer russischer Komponisten. Bei einer Schnäppchenjagd im Supermarkt lernt Georgie zufällig Mrs. Shapiro kennen und wird von ihr nach Hause zum Essen eingeladen, wo Mrs. Shapiro anfängt über ihre jüdische Herkunft zu erzählen. Ein paar Tage später ein Anruf aus dem Krankenhaus: Mrs. Shapiro ist gestürzt und bittet Georgie darum, auf das Haus und die sieben Katzen aufzupassen. Nichts leichter als das, wären da nicht die Immobilienhaie, die sich das Grundstück unter den Nagel reissen wollen, oder die korrupte Sozialarbeiterin, die ebenso davon provitiert, wenn Mrs. Shapiro im Heim landet. Dann gibts auch noch potentielle Probleme mit einem Handwerker, der nicht wie gedacht Pakistani ist, sondern Palästinenser. Der bringt auch noch seine nichtsnutzigen Neffen mit, die von Handwerk keine Ahnung haben. Während fleißig die Villa saniert wird und sich Sohn Ben in Weltuntergangs- und Jesusfantasien verliert, stolpert Georgie zwischen Verantwortung, Verzweiflung und Verwahrlosung umher, bis ihr endlich die Lösung kommt: Klebstoff!
Fazit: Die Geschichte ist warmherzig, lebensnah, witzig, sehr unterhaltsam und voller merkwürdiger Charaktere – eine Geschichte wie ich sie mag. Der deutsche Buchtitel ist etwas langweilig, der Originaltitel „We are all made from glue“ passt irgendwie besser zu der Geschichte. Das Lustigste an der Story war für mich aber die Therapieform der Georgie Sinclair: Als Fan von Liebes- und Frauenromanen versucht sie selbst einen solchen zu verfassen. Heraus kommt aber eine unlogische Schmonzette mit dem grandiosen Titel: „Das verspritzte Herz“ (LOL hab ich gelacht) – Definitiv lesenswert, perfekt für verregnete Stunden!

4 Gedanken zu “Gelesen: Das Leben kleben von Marina Lewycka

  1. Jetzt bin ich echt baff. Wieviele Millionen Bücher gibts auf dieser Welt?!
    Und welches hab ich mir letzte Woche gekauft?!
    Ja genau!
    Ich würd zu gern mein blödes Gesicht sehn, als ich in den Feeds grad deinen Post-Titel gelesen hab ;)

    Hab das Buch noch vor mir und freu mich sehr drauf. Danke für das Review und schöne Woche noch

  2. Hallo Frau DingDong,
    ich oute mich mal als stille, aber begeisterte Mitleserin ;-))).
    Deine Buchrezensionen finde ich inspirierend, und ich habe mir fest vorgenommen, dieses Jahr noch Murakami zu lesen…
    Falls Du die „Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch“ in englischer Sprache lesen möchtest, kannst Du mich gerne anmailen, und ich gebe das Buch an Dich weiter, sobald ich es wiederhabe (es ist momentan noch verliehen).
    Liebe Grüße, Debora

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