Gelesen: Die Kunst des stilvollen Verarmens von Alexander von Schönhausen

Oder: „Wie man ohne Geld reich wird“
Alexander von Schönhausen, freier Journalist und Kolumnist plaudert im vorliegenden Buch in guter journalistischer Manier über die Probleme der Neuarmen und die Peinlichkeiten, die sich Neureiche erlauben. Aus einer verarmten Adelsfamilie stammend kennt er beide Seiten: Den Reichtum seiner Verwandten (die ärmere Verwandten durchfüttern mussten) und den Abstieg in die Mittelschicht (denn arm ist der Gute ja nicht unbedingt)
In den 1-Stern Rezensionen wird ordentlich über das Buch geflucht, aber es ist einfach keine Lektüre für wirklich Arme und schon gar kein Ratgeber (Manchmal wundere ich mich, was einige Leser erwarten!!) – es ist bestenfalls unterhaltsame Schmökerliteratur für den Tag am Baggersee.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert. In Teil 1 erzählt der Autor von den „Helden der Armut“ und seine eigene Geschichte, Teil 2 enthält amüsant-kritische Essays zu den Themen Arbeit, Wohnen, Essen, Fitness, Auto, Urlaub, Kleidung, Medien, Kinder und Shopping und wie man das als Neuarmer betrachten sollte und Teil 3 schließt mit zum Nachdenken anregende Gedanken, warum reich sein vulgär ist und wie man ohne Geld reich wird, da man die einfachsten und besten Dinge sowieso nicht kaufen kann. Auf den letzten Seiten findet sich ein Glossar mit sehr ironisch-sarkastischen Beschreibungen zu bestimmten Begriffen.
Fazit: fällt bei mir in die Kategorie „kann man lesen, muss man aber nicht“. Ich wollte nur ein kleines Büchlein für die morgendliche Fahrt zu Arbeit und wurde gut unterhalten. Es hat auch den Aspekt der Konsumkritik und der Lebensvereinfachung dabei und das machte es für mich interessant. Leider war auch vieles uninteressant. Seine langatmige Familiengeschichte interessierte mich kein Stück. Für 17,90 Euro auch viel zu teuer, also wenn dann nur ausleihen! (bin ich froh, dass ich das gemacht habe!!!)

Ein Gedanke zu “Gelesen: Die Kunst des stilvollen Verarmens von Alexander von Schönhausen

  1. Hallo Frau DingDong!

    Alexander von Schönburg besticht durch seine an Pointen reiche Sprache, an der er bei der FAZ und Park Avenue feilen konte. Sein Buch ist amüsant geschrieben und auch in meinen Augen für kurzweilige Fahrten zur Arbeit geeignet.

    Was ich dem Buch besonders hoch anrechne, ist das Anliegen des Autors, der es unter dem Eindruck des eigenen wirtschaftlichen Abstiegs (von dem sich Herr von Schönburg auch dank des Buch aber mittlerweile wieder erholt haben dürfte) geschrieben hat: Das Weiter-so mit einer auf Wachstum fussenden Wirtschaft wird es nicht geben; also lernt am besten mit weniger auszukommen! Ein erfülltes Leben kann man auch mit relativ geringem materiellen Aufwand führen.

    Gruß, M.L.

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