Gelesen: Die perfekte Ordnung der Dinge von David Gilmour

In meinem letzten Ausleihrausch habe ich auch dieses Buch eingepackt, weil auf Anhieb alles stimmte: Ein schönes Cover, ein interessanter Titel, ein gut gewählter Klappentext – leichte Lektüre für verregnete Sonntage.
Von David Gilmour hab ich bisher nichts gelesen, scheint aber auch erst mit „Unser allerbestes Jahr“ so richtig Erfolg in Deutschland gehabt zu haben. Was mich ärgerte: Auf dem Umschlagtext wurden Pressestimmen zitiert, die für „Unser allerbestes Jahr“ gelten und nicht für den vorliegenden Roman. Warum??? Liebe Verleger, das ist absolut sinnlos.

Die Geschichte ist wie ein Kinofilm: Ein alternder Schriftsteller um die sechzig besucht – als „Tourist im eigenen Leben“ – die Orte, an denen er damals gelitten hat, um herauszufinden, was davon übrig geblieben ist. Da geht es um Liebschaften, Herzschmerz, Kinder, Exfrauen, Drogen, Scheitern und Versagen, Freundschaft, Peinlichkeiten, Selbstmord und alles dazwischen. Während sich der Protagonist früher einer schmerzhaften Nabelschau hingab, kann er nun alles objektiver betrachten und stellt fest: Zwar einiges nicht wirklich richtig gemacht, aber erstaunlich viel Glück gehabt. Dieser melancholisch-nachdenkliche Lebensrückblick versprüht eine irgendwie angenehme, seidige Zärtlichkeit für die großen und kleinen Katastrophen eines Menschenlebens.
Fazit: Während der gesamten Lektüre habe ich ziemlich geschwankt, wusste nicht, ob ich es lahm finde oder lesenswert. Das Ende war großartig, deshalb doch lesenswert. Eignet sich perfekt für schöne Wochend-Lesenachmittage! Allerdings doch eher was für (ältere) Männer. Ich konnte mich nicht sooo recht in die väterlichen Gefühle des Protagonisten hineinversetzen. (Vielleicht ein gutes Geschenk??) Auf jedenfall ist das Buch etwas für Fans von den Beatles und Tolstoi-Verehrer. Diese Stellen sind sagenhaft gut erzählt, vor allem die Passagen über Tolstoi und seitdem möchte ich auch unbedingt „Krieg und Frieden“ lesen!

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