Gelesen: Die Wand von Marlen Haushofer

Ich weiß nicht mehr genau, wie ich auf „Die Wand“ gekommen bin, ich dachte nur „oh, interessant, da steckt ja auch ein bisschen „Minimalismus“ drin. Das dieses „einfache Leben“ der Protagonistin ganz schön hart sein kann, stellte sich ja erst beim Lesen heraus…

Eine namenlose Frau wacht eines Morgens in einer Hütte in den Bergen auf und findet sich eingeschlossen von einer unbezwingbaren, durchsichtigen Wand. Ihre Begleiter sind am Vorabend ins Dorf gegangen und nicht wieder zurückgekehrt. Hinter der Wand liegt alles in einer Art Totenstarre. Alles was ihr bleibt sind Vorräte in diversen Jagdhütten, ein Hund, eine trächtige Kuh und eine mürrische Katze. In ihrem Bericht schreibt sie von den neuen Herausforderungen und vom Kampf ums Überleben. Ihr wird klar, dass ihr altes Leben hinter der Wand liegt und sie sich nur noch Sorgen um die Tiere und um ausreichend Zündhölzchen machen muss.

Fazit: eindringlich geschrieben und daher unbedingt lesenswert. Die vielen Naturbeschreibungen und die Gedanken in der Einsamkeit nehmen einen vollkommen gefangen. Vielleicht hätte ich das Buch nicht gerade zu diesem Zeitpunkt lesen sollen, weil es einen teilweise schon ganz schön mitnimmt, aber wann dann?
Oh, übrigens: Angelika hat mir verraten, dass das Buch sogar verfilmt wird. Das wird bestimmt interessant!

Wirst du es lesen?
Oder hast du es gelesen? Wie fandest du es? Was erhoffst du dir von dem Film?

4 Gedanken zu “Gelesen: Die Wand von Marlen Haushofer

  1. „Die Wand“ ist ein großartiges Buch, das ich vor 3-4 Jahre gelesen habe. Ein gelungenes Gedankenexperiment über die Reduktion des Lebens auf das Allernotwendigste mit einem überraschenden Showdown. Danke für angenehme Erinnerung an diese tolle Geschichte.

  2. Gehört sich das eigentlich, uralte Blogeinträge zu kommentieren?

    Ich habe dieses Wochenende auch endlich Die Wand gelesen und ich gebe zu, ich war enttäuscht.
    Marlen Haushofer soll ja nicht gerade glücklich gewesen sein, sich in der biederen Wirtschaftswunder- und Kinder-Kirche-Küche-Welt gefangen gefühlt haben und nur durch die Literatur ein bisschen ausbrechen können.
    Und genau so liest sich das Buch für mich auch. Wie eine leicht kafkaeske Geschichte, geschrieben von einer Frau, die aus ihrem eigenen Leben ausbrechen will, aber nicht kann. Das Buch erzählt in meinen Augen mehr über die Autorin selbst als etwas anderes.
    Ich fand auch einige Dinge unlogisch (Wind und Wetter unter einer Kuppel? Wuchernde Pflanzenwelt außerhalb der Wand ohne bestäubende Tiere?)
    Mir war das Buch zu ereignislos, das geht halt immer so dahin, Holz hacken, Erdäpfel ernten, Kühe melken. Auch dass sich die Frau einfach dieser äußeren Willkür (=Wand) fügt finde ich wenig spannend.
    Werde mir auch den Film nicht anschauen, auch wenn ich Martina Gedeck als Schauspielerin sehr schätze.
    Schade.
    Und das, wo ich solche Survival-Themen in Büchern schon als Kind geliebt hab.

    Auch wenn mir dieses Buch jetzt gar nicht gefallen hat, finde ich deine Rezensionen super! Ich fühle mich in meiner großen Stadtbibliothek immer erschlagen von der Auswahl und freu mich daher immer, wenn ich solche Rezensionen als Orientierung habe.

    1. Bei mir ist es jedenfalls schon erlaubt, uralte Blogbeiträge zu kommentieren. Ich finds sogar total toll, dass du dir den Beitrag überhaupt gemerkt hast :D

      Ja, das Buch ist schon etwas speziel…es passiert halt nicht viel, das stimmt schon. Aber gerade weil es ein einfacher Bericht ist, ist das Buch sehr eindringlich. Vielleicht muss man aber auch in einer bestimmten Stimmung sein, um es wirklich wirklich gut zu finden.
      Wegen den unlogischen Dingen: Also ich hab es nicht so verstanden, dass das unter einer Kuppel stattfindet, sondern da eben nur ne Wand da ist, d.h. es kann auch Wind & Wetter geben. Dass auf der anderen Seite alles blüht und gedeiht könnte ja ein Hinweis sein, dass das Leben eben doch in den normalen Gängen weiterläuft. Nur nicht mit ihr. Das fand ich z.B. total spannend. Sie kümmert sich um Haus & Hof & Tiere, aber guckt nie nach, ob die Wand nicht vielleicht doch irgendwo zu Ende ist bzw. gibt frühzeitig auf. Warum? Fühlt sie sich wohl, in ihrer – vielleicht selbst gemachten – Welt? (Ich denke da auch metaphorisch: Vielleicht bildet sie sich das alles nur ein, weil sie eine psychische Erkrankung hat?)

      hmm…

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