Gelesen: Fight Club von Chuck Palahniuk

Ich kenne keinen Minimalisten, der nicht Fight Club zitieren kann – und weil ich den Film damals nicht mal bis zur Hälfte gesehen habe, lieh ich mir nun das Buch aus. Damit ich auch endlich mal weiß worum es geht :D
Die Geschichte kennt vermutlich jeder, oder? Hier nochmal kurz erzählt:
Der namenlose Protagonist arbeitet bei einer Autofirma in der Rückrufabteilung. Durch das ständige Herumreisen lebt er quasi im „Dauer-Jetlag“ und leidet deshalb an chronischer Schlaflosigkeit. Irgendwann realisiert er, dass sein Leben nur aus Arbeiten und sinnlosem Konsum besteht.
Um sich wieder lebendiger zu fühlen und um die Schlaflosigkeit loszuwerden, täuscht er schlimme Krankheiten vor und besucht so Selbsthilfegruppen aller Art um sich bei Menschen, die bald sterben werden, trösten zu lassen. Durch das Heulen kann er wieder schlafen. Nach einiger Zeit trifft er dort auf Marla Singer, die ebenfalls als Simulantin solche Gruppen besucht. Die Schlaflosigkeit kehrt zurück und der Protagonist versucht den Stress durch Urlaub loszuwerden. Dort trifft er auf Tyler Durden, als dieser gerade eine Skulptur am Strand baut. Beide kommen ins Gespräch. Wieder aus dem Urlaub zurück findet er seine Wohnung mitsamt Eigentum komplett zerstört vor und fragt Tyler, ob er bei ihm übernachten könne. Dieser sagt zu, bittet ihn aber um einen Gefallen: „Ich will, dass du mich so fest schlägst, wie du nur kannst.“.
Die beiden ziehen zusammen und bauen im Keller einer Bar einen „Fight Club“ auf. Obwohl man nicht über den „Fight Club“ sprechen soll, gibt es bald „Fight Clubs“ auch in anderen Städten.
Irgendwann reicht der Fight Club nicht mehr. Tyler Durden ersinnt das „Project Chaos“, bestehend aus verschiedenen Unterabteilungen, die durch Raub, Unfug und Desinformation die gesellschaftliche Ordnung ins Wanken bringen sollen. Rekrutiert werden die Mitglieder der bestehenden Fight Clubs und als „Weltraumaffen“ verursachen sie Chaos und schrecken auch nicht vor Menschenopfern zurück. Der Protagonist will aussteigen, weil er das Gefühl hat die Kontrolle zu verlieren, hat aber keine Chance gegen Tyler Durden. Es kommt zum Showdown auf dem Dach eines Hochhauses.

Fazit: puh, harter Tobak. Es ist ganz schön brutal (aber das habe ich auch erwartet). Schon lesenswert, allerdings hätte ich mir manchmal ein paar Stakkato-Sätze gewünscht, um ein bisschen mehr Dynamik reinzubringen. Obwohl es viele Gedankensprünge gibt, wird der Leser nicht fallengelassen, weil es ein paar Schlüsselsätze gibt, die ständig wiederholt werden (z.B. Die Regeln des Fight Clubs) und so die Kapitel oder Wendungen in der Handlung elegant miteinander verbinden. Wenn man seinen Bruder/Freund/Kumpel zum Lesen bringen will, dann ist dieses Buch sehr dafür geeignet! (…und dann „Trainspotting“ und dann alles von Sybille Berg) Tja und das Thema „Minimalismus“? Hm. Die Konsumkritik ist natürlich da. Für mich ging es eher um einen einsamen Menschen, der nicht weiß, wie er richtig leben soll und sich leider das Kämpfen und Töten aussucht, um sich lebendiger & freier zu fühlen. Nix für Leute, denen schnell übel wird.

3 Gedanken zu “Gelesen: Fight Club von Chuck Palahniuk

  1. Ja, ich hab mich auch gefragt, wie da der Minimalismus andockt. Mir kam noch der Gedanke, dass es ja ein ganz basales, animalisches Erleben der Welt ist, wenn man mit der bloßen Faust ins Gesicht geschlagen wird und das mit genau demgleichen vergilt. Das ist Leben auf den reinen Überlebensinstinkt reduziert. Macht das Sinn?

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