Gelesen: „Focus“ von Leo Babauta

(Es handelt sich hierbei um die kostenfreie Version des E-Books mit dem gleichnamigen Titel)

Überforderung. Lärm. Depression und Burnout als Volkskrankheiten, Konsumüberfluss, Informationoverload und Übergewicht, obwohl es uns so gut geht wie noch nie – irgendwas scheint nicht zu stimmen. Sehnsucht nach Ruhe und Ordnung und ein bisschen Glück. Sehnsucht nach Aufmerksamkeit, Langsamkeit und Achtsamkeit. Konzentration.

Der amerikanische „Simplify-Guru“ Babauta schreibt in seinem aktuellen Buch über Kreativität und Konsum, über „produktiv sein“ und sich „berieseln lassen“. Er erklärt in kurzen Abschnitten, dass man diese Prozesse im Zeitalter der Zerstreuung trennen muss, um so viel wie möglich aus sich rauszuholen.
Weiterhin erklärt er die Vorteile des „vom Netz getrennt-Seins“ – es wird keine Störungen und Ablenkungen mehr geben, die unser Gehirn langsam aber stetig überfordern. Unser Gehirn braucht immer ein bisschen Zeit zurückzufinden um sich wieder in die jeweiligen Prozesse einzugewöhnen. Wenn wir nicht dauernd abgelenkt wären oder nicht ständig einen auf Multi-Tasking-Super-Human machen würden, würden wir vermutlich auch stressfrei produktiver und effizienter sein.
Das funktioniert am Besten durch Vereinfachung und Routinen. Wie man diese Routinen aufbaut und etabliert, bzw. bestehende Routinen weiter vereinfacht werden in diesem E-Book genaustens erläutert.
Wer jetzt denkt, man müsse „Dauerfokussiert“ und ständig Höchstkonzentriert sein, liegt nicht ganz richtig. Die Ablenkung ist zwar das Gegenteil von Konzentration, aber nicht deren Feind. Ablenkung ist auch hilfreich, sie verschafft uns Pausen und bringt uns auf gute Ideen. Wichtig ist die Balance. Auch dieses Thema wird angesprochen und ich bin immer wieder erstaunt, an was Babauta alles denkt.
Am Liebsten war mir das Kapitel über die Langsamkeit (slow-down), weil mich das grade selbst sehr beschäftigt. Überraschend kam auch das Kapitel über das Loslassen von Zielsetzungen. Huch, Ziele sind nicht mehr notwendig? Spannend. Genug Stoff also, das Buch mehrere Mal durchzulesen.

Fazit: äußerst empfehlenswert. Wer zenhabits liebt und mit Zen to Done zurecht kommt, wird nicht allzuviel Neues finden, aber das Buch erinnert uns trotzdem daran, uns regelmäßig auszustöpseln, damit wir das echte Leben da draußen nicht vergessen. Anfangs tut es zwar ein bisschen weh, festzustellen, dass man sich auch gerne ablenken lässt, aber die Ratschläge sind goldwert! Ich denke, jeder findet zu bestimmten Themen sinnvolle & brauchbare Hinweise.
Du solltest dieses Buch lesen, wenn:
– du das Gefühl hast, dir wird ab und zu alles zu viel
– du dich irgendwie von zuviel Informationen „aufgeschwemmt“ fühlst (kennt diesen Zustand eigentlich noch jemand außer mir?)
– du permanent angerufen, angesimst, angemailt und angechattet wirst und du aus Höflichkeit immer abnimmst/zurücksimst/-mailst obwohl du eigentlich keinen Bock hast
– du zu den Menschen gehörst, denen Multi-Tasking (noch?) leicht fällt (gibts sowas?), aber trotzdem wissen wollen, warum es gut ist damit aufzuhören.


Ich persönlich hänge nicht so sehr am „Angebunden“ sein. Jetzt, im Winter und bei schlechtem Wetter möchte ich das Netz zwar nicht missen, aber es gibt viele Bücher, die gelesen werden wollen und viele Freunde, die getroffen werden sollten. Klar, das Internet ist großartig und ich habe auch ein Mobiltelefon. Aber ich schalte den Computer nur immer für meine Erledigungen ein, erledige alles, was ich tun muss/will und schalte ihn dann wieder ab. Der Computer und das Internet sind nur Werkzeuge. Weiter nichts. Da ich meine To-Do-Listen und Kalender nicht auf dem Computer nutze sondern noch ganz altmodisch mit Stift und Papier bin ich nicht auf den PC angewiesen.

Wie ist das bei dir?


P.S.: Brauchst du eine Pause? Dann mach 2 Minuten lang nichts

2 Gedanken zu “Gelesen: „Focus“ von Leo Babauta

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