Gelesen im April

So. Weniger Online = mehr Offline und das wiederrum bedeutet: mehr Zeit zum Lesen!

Das habe ich im April gelesen:

„Lady Buddha“ von Mo Marlitt
eine ziemlich rational denkende Frau fährt in eine spirituelle Kommune, weil sie hofft, auf Lady Buddha zu treffen. Sie will von ihr Weisheit erfahren und von ihrem Arbeitsstress wegkommen. Als sie ankommt, findet sie alles blöd und unbequem. Aber sie gewöhnt sich schnell dran, weil sich alle ein bisschen merkwürdig verhalten.
Fazit: vorhersehbare, nette, kleine Geschichte.

„Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze“ von Wilhelm Genazino
Der alternde Flaneur fällt jedes Mal innerlich zusammen: Mal vor Langeweile, mal vor Unsicherheit, mal vor Scham und Schuld und weil er auf jede Menge Exfrauen trifft. Um mit der Vergangenheit abzuschließen, lässt er sich wieder mit seinen Exfrauen ein und geht zwischendurch spazieren. Mal draußen, mal nur in Gedanken. Bis ihm schwindelig wird und er sein Alter merkt.
Fazit: langjährige Leserinnen wissen, dass ich Fan von Genazino bin, das is bei diesem Buch nich anders. Ich mag Romane, in denen sich die Protagonisten langweilen :D

„Afrotopia“ von Felwine Sarr
Der Autor wurde 1972 im Senegal geboren und ist Professor für Wirtschaftswissenschaften. Er fordert eine Entkolonialisierung Afrikas und fordert die Rückbesinnung der afrikanischen Bevölkerung auf ihre geistigen und kulturellen Werte im Kontext der Modernisierung.
Fazit: Pflichtlektüre! Der andere Blickwinkel hat mir supergut gefallen und war sehr erfrischend. So eine richtig wohltuende Ohrfeige.

„Am Rand“ von Hans Platzgumer
Ein Mann packt seine Sachen und nimmt mit: Rucksack, Papier, Stift. Er steigt früh morgens unbemerkt auf einen Berg und fängt an, seine Geschichte aufzuschreiben. Er hat 2 Menschen umgebracht, aber ist er wirklich ein Mörder? Der Leser des Manuskripts soll entscheiden.
Fazit: spannende, tragische Geschichte, toll erzählt. Daher: Lesenswert!

„Agathe“ von Catherine Anne Boman
Ein Psychologe kurz vor der Pensionierung, zählt die letzten Patientengespräche und blickt auf sein Leben zurück. Er lebt in seiner Routine und wartet auf…ja auf was eigentlich? Das weiß er selbst nicht so genau. Wenn die Leere ihn erschlägt, gerät er in Panik, fängt an zu schwitzen, verliert die Orientierung. Wie es ihm geht? Das weiß er selber nicht. Dann erscheint eine letzte, neue Patientin, die sich nicht abservieren lässt und trotzdem Gespräche will, obwohl sie weiß, dass er sie nich heilen kann. Agathe ist anders. Irgendwie. Und deshalb ändert sich alles.
Fazit: nette Geschichte, in der es sehr menschelt. Ich hätte mir ein bisschen mehr Tiefe erwartet, aber vielleicht war es auch gut so. Hm. Ich weiß noch nicht. Um ehrlich zu sein, habe ich das Buch nur aufgrund des Covers ausgeliehen.

„The gifts of imperfection“ von Brené Brown
Scham- und Angstforscherin Brené Brown überlegte sich nach ihrem Zusammenbruch, wie es sein kann, dass einige Menschen irgendwie cooler und glücklicher sind, ohne sich anstrengen zu müssen. Wie kriegt man dieses ganzheitlich lebenswerte Leben denn eigentlich hin? Was macht diese Menschen aus? Und: Kann man sich davon was abschauen und sogar antrainieren?
Fazit: Das Buch tat einfach nur saugut. Von amerikanischer Ratgeberliteratur darf man sich – glaub ich – eh nich sooo viel erhoffen, aber wenn man sich darauf einlässt, kriegt man viele Ideen. Daher: Lesenswert.

Das wars. Was hast du gelesen?

Ein Gedanke zu “Gelesen im April

  1. Danke! Ich lese immer wieder gerne Deine Leseliste und lasse mich inspirieren, Du hast ein Talent die Dinge zu umreissen. Ich lese momentan auf meinen Busfahrten zur Arbeit „Soundcheck“, mit Schnipseln aus Büchern von Murakami, Navi Kermani, T.C. Boyle, Kazuo Ishiguro und einigen anderen.
    Geschichten die sich um Musik drehen, oder Musik die sich um Geschichten dreht…
    Einige Texte kenne ich, da ich die Bücher dazu bereits gelesen habe.
    So zum Bespiel aus einem meiner Lieblingsbücher von Nick Hornby „Love is a mixtape“, welches ich vor 15 Jahren gelesen habe und mich in eine Zeit zurück springen läßt in der ich dieses Buch bei meinen Zugfahrten zur Arbeit verschlang.
    Ich hatte dieses Büchlein gekauft um mir meine musikalischen Busfahrten zu versüssen, nun hat es sich als eine kleine Schatzkammer entpuppt… Es ist ein bisschen wie das durchstöbern eines Plattenschrankes…

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