Gelesen im Februar

Der Lesemonat Februar ist quasi für mich auch schon vorbei, weil ich noch einige angefangene Brocken dabei hab, die weit in den März reinragen werden. Das hab ich gelesen:

Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami
16 Jahre nachdem Tsukuru Tazaki von seiner Clique verstoßen wurde, macht er sich auf den Weg herauszufinden, warum das eigentlich passiert ist. Er reist in seine Heimatstadt um seine Freunde zu treffen, die ihm etwas Schlimmes erzählen…
Fazit: langjährige Leser dieses Blogs wissen, dass ich als Murakami-Fan eigentlich jedes Buch super finde. Auch dieser Roman ist gelungen und daher lesenswert. Allerdings fand ich es nicht so gut wie z.B. 1Q84, weil irgendwas fehlte…mmh…dabei könnte ich jetzt gar nicht genau sagen, was das war.

Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson
1961: Nombeko wächst in den Slums von Johannesburg auf. Sie ist klug und von klarem Verstand. Ein paar Jahre leert sie Latrinen aus, doch dann wird sie eines Tages von einem versoffenen Ingenieur überfahren. Zur Strafe muss sie bei ihm als Putzfrau arbeiten. Der versoffene und völlig dumme Ingenieur soll für die Regierung Atombomben bauen. Da ist es doch gut, dass er ne kluge Putzfrau hat.
Fazit: lesenswertes Lügenmärchen, das mit seinem Wahnwitz und seinem Charme gute Laune macht. Vom Stil dem „Hundertjährigen“ sehr ähnlich, am Ende wird alles ein bisschen schnell abgehandelt. Aber ansich ne schöne Geschichte für Zwischendurch.

So etwas wie ein Leben von Amelie Nothomb
Ein surrealer Briefroman zwischen der Autorin und einem im Irak stationierten Amerikaner, der immer fetter wird.
Fazit: Chapeau, Frau Nothomb! Dieser Schriftstellerin gelingt es immer wieder, die Autor-Leser Beziehung komplett durcheinander zu wirbeln. Lesenswert.

Zehn Milliarden von Stephen Emmott
Was passiert auf unserem Planeten, wenn er von 10 Milliarden Menschen besiedelt ist? Wie ist das mit dem Klimawandel? Und: Gibt es eine Möglichkeit etwas daran zu ändern?
Fazit: hm, schwierig. Ich würde es so einordnen: kann man lesen, muss man aber nicht. Das Layout ist sehr speziell, der Inhalt etwas dünn und alles ist schwarz-weiß. Und trotzdem kann ich dem Buch etwas abgewinnen. Es ist mit 200 Seiten und der Anordnung der Absätze leicht zu lesen (man braucht dafür etwa eine Stunde) und unterstreicht dadurch die Aussagekraft des Buches und die drohende Katastrophe. Für absolute Blindgänger, die sich noch nie mit wirklich mit der Thematik auseinander gesetzt haben und auch keine Leser im klassischen Sinne sind, ist das Buch daher goldwert.

Was mir gut tut, wenns mir schlecht geht von Wanda Damann
Sammelsurium an Ideen zu jeder erdenklichen Gelegenheit. Wenn man sich gestresst oder traurig fühlt, wenn man sich Sorgen macht oder ein bisschen Lebensfreude will. Mit vielen Impulsen zum Nachdenken und um die eigenen Bedürfnisse zu erforschen.
Fazit: klar, ansich nichts Weltbewegendes, daher sind wohl viele der Meinung „Das hätte ich selbst gekonnt“ – aber wenn man traurig ist oder sich trösten muss, ist es manchmal hilfreich aus einem Ideenkästchen der Möglichkeiten etwas aussuchen zu können, weil man sich zu sehr um seine eigene Achse dreht. Und genau da setzt das Buch an. Gelungen! Auch sehr gut zum Verschenken.

Einmal durch den Louvre von David Prudhomme
Der Titel ist Programm! In dieser Graphic Novel spaziert man einmal durch den Louvre. Man begegnet berühmten Meisterwerken und den noch interessanteren Besuchern. Was sieht eigentlich die Mona-Lisa?
Fazit: geniale Idee, Note 1! Schön gezeichnet. Ein Muss für jeden Louvre-Besucher.

diverse Comics (X-Men, Civil War, Guardians of the Galaxy, Avengers, Before Watchmen: Dr. Manhattan)

So, und auch wenn die Kommentarfunktion immer noch Schluckauf hat (ich arbeite daran!!), würde ich mir seeeehr darüber freuen, wenn du mir erzählst, was dein Lesehighlight im Februar war!

6 Gedanken zu “Gelesen im Februar

  1. Ach, Frau DD, da ist ja schon wieder etwas für mich dabei. *notiert

    Werde morgen meine Gelesen-Liste bloggen. Die Highlight verrate ich Dir jetzt schon: „Aufbruch ins Abenteuer“ von Reinhold Messner und „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll.

    Einfach bewusste Grüße

    Christof

  2. Hallo Frau Ding Dong,

    Du liest einiges von Haruki Murakami. Ich kenne nur „Schlaf“ von ihm, wollte mir aber auch noch „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ durchlesen.
    Wenn Du magst, schicke ich Dir das Buch „Schlaf“ zu. Es hat nur knapp 80 Seiten, ist aber super spannend zu analysieren. Melde Dich einfach, wenn Du es haben möchtest. Sonst würde es in der Bücherei landen.

    Liebe Grüße,
    Julia

  3. Hallo Frau Ding-Dong!

    Es ist beeindruckend wie viel Du zu lesen schaffst :) Letztes Jahr habe ich mein Bestreben 2 Bücher/Monat zu lesen nur halb erfüllt, für dieses Jahr bin ich ganz gut dabei… juhee.

    Letzen Monat waren die Favoriten:
    Heinrich Böll’s ‚Ende einer Dienstfahrt‘ – mir gefiel die Darstellung des kleinstädischen Kosmos und der Kunstgriff statt als Autor selbst zu beschreiben immer wieder Aussagen an der Story Beteiligter zu nutzen;

    und Bernhard Schlink’s ‚Liebesfluchten‘ – in jeder der 7 Geschichten meines Erachtens einiges an ‚In-Frage-Stellung‘ der Welt/Identität/Norm und zum Glück wenig von dem was uns heut unter dem Etikett ‚Liebe‘ begegnet.

    Beste Grüße aus Marokko.
    Jana

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