Gelesen im Februar

gelesen

Eigentlich zögere ich diese Kategorie immer so weit wie möglich nach hinten raus, damit ich mehr Gelesenes unterbringen kann, aber diesmal ist es einfach nur total schwachsinnig. Der Februar war sowas von lesefaul, ich glaub, das war der lesefaulste Monat in meinem ganzen Leben. Ich habe ewig gebraucht, paar Tage gar nix gelesen. Nicht weil die Lektüre doof war, im Gegenteil. Irgendwie hatte ich Lust beim Bus und Bahnfahren aus dem Fenster zu schauen und mich abends zu unterhalten.

Gelesen habe ich nur das hier:

„Der Marsianer“ von Andy Weir
Die Mars-Mission Ares 3 geht schief. Die Crew wird von einem Sandsturm eingeholt und Crewmitglied Mark Watney wird verletzt. Weil seine Kollegen keine Vitalzeichen mehr empfangen, starten sie ohne ihn und lassen ihn zurück. Doch Watney hat überlebt…
Fazit: sehr realistisch, spannend, netter Humor. Stellenweise hat es mich an „Die Wand“ von Marlen Haushofer erinnert. Manchmal hätte ich mir allerdings mehr Drama gewünscht. Die Einsamkeit und was das mit einem psychisch macht, all das hätte von mir aus noch ein bisschen tiefgehender sein können. (Nur so lassen sich vermutlich negative Kritiken erklären). Aber als Raumfahrtnerd und Bear Grylls Fan sage ich: Das ist schon gut so. Wenn man sich nicht bei Laune hält, dreht man durch und dann überlebt man nicht. Astronauten sind dafür ausgebildet nicht durchzudrehen und das Drama von sich fern zu halten. Also wiederrum ziemlich realitätsnah. Wer den Film „Gravity“ mochte, kann mit dem Buch nix falsch machen. Für Space-Fans ein absolutes Muss, für Filmfreaks ebenso: Der Roman wird mit Matt Damon in der Hauptrolle von Ridley Scott verfilmt. Ich freu mich jetzt schon auf den Film.

„Zwei Bärinnen“ von Meir Shalev
Ruta Tavori erzählt der Forscherin Warda Canetti ihre Familiengeschichte. Liebe, Hass, Leidenschaft, Rache, Wut. Wie Männer damit umgehen. Wie Frauen damit umgehen. Und wie die Dorfgemeinschaft dabei zusieht und gemeinsam darüber schweigt.
Fazit: Ich liebe Shalevs Romane und obwohl dieser hier ganz anders ist als die anderen – bin da ein bisschen schwer reingekommen – ist das trotzdem wieder Balsam für die Seele. Lesenswert!

Schöne neue Welt
Glück nimmt man in Tablettenform zu sich, mit einem ordentlichen Unterhaltsangebot stellt man keine Fragen, man geht keine festen Partnerschaften ein, Kinder werden entkorkt. Frieden, Stabilität, Freiheit – ist das Motto der „schönen neuen Welt“. Jeder hat seinen Platz, perfekte Menschen perfekt herangezüchtet für bestimmte Tätigkeiten. Alpha-Plus Menschen sind für Führungsaufgaben vorgesehen, kleinwüchsige Epsilon-Minus für einfachste Tätigkeiten. Sigmund Marx, ein Alpha der aussieht wie ein Epsilon ist nicht nur physisch anders: er stellt unbequeme Fragen, genießt wenig Respekt unter seinen Kollegen und will mit der beliebten Kollegin Lenina eine feste Beziehung eingehen. Um sie zu beeindrucken fährt er mit ihr in ein Reservat, wo sie auf einen „Wilden“ treffen. Als soziologisches Experiment nehmen sie den „Wilden“ mit in die schöne neue Welt…
Fazit: Für alle die es noch nicht kennen: LESEN. LESEN. LESEN. LESEN! Für alle anderen: Seid ihr auch so von Huxleys Weitsichtigkeit begeistert? Ich hatte ziemlich viele Gänsehaut-Momente. Wenn ich eine Zeitmaschine hätte, würde ich gerne zurückreisen, um mit ihm einen Kaffee zu trinken.

Tja, das wars schon. Was hast du gelesen?

8 Gedanken zu “Gelesen im Februar

  1. Ich hingegen hatte bis jetzt einen recht guten Lesemonat, u. a. mit „Im Land der Regenbogenschlange – Unterwegs in Australien“ von Andreas Altmann (2008, 4,5 von 5 Sternen) und „Herr und Hund – Ein Idyll von Thomas Mann“ (1919, 4,5 Sterne).

    Viele Grüße

    Chrustof

  2. Sorry, doppelt gemoppelt. Ich glaub, ich muss mal wieder zur Bibliothek. Ich muss nämlich zu meiner Schande gestehen, dass ich den Aldous Huxley noch nicht gelesen habe und das in meinem fortgeschrittenen Alter!
    Gruß
    Kirsten

  3. Also mir geht es da genau umgekehrt, ich hab im Februar bisher sehr viel gelesen und auch sehr viel Gutes, aber vier Tage haben wir ja noch, bin also noch lange nicht fertig! ;-)
    Liebe Grüße aus Graz
    Reboka

  4. Ich frage mich eher immer, woher ihr die Zeit nehmt, so viel zu lesen. ;)
    Ich komm da ehrlich einfach nie dazu. Mein Tag ist oft so vollgestopft mit lauter Zeug, was erledigt werden muss, dass ich höchstens mal abends etwas Zeit finde, um wenigstens ein Kapitel voranzukommen. Danach fall ich totmüde ins Bett :p

  5. Ohje. Februar war wirklich kein guter Lesemonat für mich. Fast würde ich sagen, der schlechteste seit ich aufschreibe, was ich gelesen habe. Durch die Prüfungsvorbereitung hab ich zwar viel gelesen, aber hauptsächlich Uniunterlagen und Lernkarte. Geschafft habe ich immerhin die Hälfte von „Du mußt es wagen! Lebenserinnerungen der ersten deutschen Frauenärztin“ – von Hermine Heusler-Edenhuizen und sadfsh hat einige Seiten aus dem Roman von Pratchett/Gaiman vorgelesen.

    „Schöne, neue Welt“ habe ich vor einigen Jahren bereits gelesen und dieses Jahr möchte ich es unbedingt zusammen mit Fahrenheit 451 und 1984 erneut lesen. Vielleicht schaffe ich das ja im März?

    Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

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