Gelesen im Januar

gelesen

Der erste Lesemonat war super! Ich hatte ausnahmslos lesenswerte Literatur in der Tasche. Dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mich stärker auf Klassiker der Science-Fiction Literatur und dystopische Romane zu konzentrieren. Um einen Anhaltspunkt zu haben, recherchierte ich in Verlagsprogrammen (z.B. 50 Jahre Science Fiction bei Heyne), in den Buchbesprechungen der alten GEEK! Zeitschriften und eine Infographic ist mir auch untergekommen. Bei Interesse kann ich die meine Liste mit meinen Ideen natürlich veröffentlichen.
Natürlich werde ich auch was anderes lesen, aber der Schwerpunkt soll schon darauf liegen, weil ich in diesem Genre eher wenig gelesen habe und mich die Themen Zukunft, Technologien und Menschlichkeit interessieren.

Also, das hab ich im Januar gelesen:

„Was wäre wenn? Die Welt ohne Fische“ von Mark Kurlansky und Frank Stockton
Dieses Buch versucht Antworten zu geben: Wie könnte eine Welt aussehen, in der Fische durch Überfischung, Umweltverschmutzung und globale Erwärmung ausgerottet wurden? Welche Auswirkungen hätte das für andere Lebewesen, also auch für uns? Was können wir tun? Wie sind diese Probleme überhaupt entstanden?
Fazit: da es ein Kinderbuch ist, ist es einfach geschrieben (für Kinder ab 10 Jahren) und schön illustriert. Ein Sachcomic zwischen den einzelnen Kapiteln transportiert neben den vielen Informationen auch eine Gefühlsebene mit, was das Ganze ziemlich rund macht. Es ist eines der traurigsten Bücher, die ich je gelesen habe und gleichzeitig eines der Besten, weil ich wirklich wirklich viel über Fischerei und die Überfischungs-Problematik erfahren habe. Also keine Scheu, stöbert auch mal bei den Kindersachbüchern herum.

„Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury
Nahe Zukunft. Es ist verboten, Bücher zu besitzen und zu lesen, da mündige Bürger als gefährlich gelten und das System destabiliseren könnten. Daher wird die Feuerwehr gerufen, um regelmäßig Bücher zu verbrennen. Die Gesellschaft wird mit einem Überangebot an Unterhaltung abhängig und unmündig gemacht. Der Feuerwehrmann Guy Montag nimmt seine Aufgabe ernst und verbrennt gerne Bücher. Eines Abends, nach seiner Schicht, trifft er in seiner Nachbarschafft die 17-jährige Clarisse, die ihn in seltsame Gespräche verwickelt, ihn auf die Schönheit der Natur aufmerksam macht und ihn mit der Frage, ob er denn glücklich sei, zum Nachdenken bringt. Als sich seine Frau mit einer Überdosis Schlaftabletten umbringen will, fängt er an zu grübeln. Bei einem seiner nächsten Einsätze sieht er, wie siche eine Frau für den Tod entscheidet, anstatt für den Bücherbesitz in den Knast zu wandern. Diese traumatisierende Erfahrung macht Guy total krank und er klaut ein Buch…
Fazit: absolut lesenswert. Hat mir sprachlich sehr gefallen, sehr poetisch. Ist bei mir wie die anderen Geschichten von Bradbury auch ein paar Tage hängen geblieben…

„Saga“, Band 3 von Brian K. Vaughn und Fiona Staples
Spulen wir kurz zurück, ok? Zwei Rassen hassen sich, Frau mit Flügeln liebt Mann mit Hörnern, die beiden kriegen ein Kind und sind auf der Flucht vor nem Prinzen mit einem Monitor aufm Kopf. Achja, die Exfreundin von Marko ist auch noch dabei und der Wille, ein Kopfgeldjäger, der mittlerweile ein bisschen an seinem Job zweifelt. Alana und Marko, Schwiegermutter und Geistermädchen machen sich also auf zu einem Schriftsteller, der einen Schundroman geschrieben hat, den anscheinend nur Alana versteht…
Fazit: auch dieser Band kann überzeugen, wer hätte gedacht, dass das nach dem rasanten Anfang noch möglich ist? Die Geschichte in Band 3 beleuchtet eher das familiäre Umfeld der noch jungen Familie und das mit ganz viel Liebe. Leser, die Band 1 und 2 verpasst haben, werden mit diesem hier allerdings nix anfangen können.

„Clockwork Orange“ von Anthony Burgess
Der 15-jährige Alex und seine Kumpel vertreiben sich die Zeit mit Prügeln, Saufen und Klauen. Alex ist niederträchtig, gemein, schwänzt die Schule und hat auch vor seinen Eltern keinen Respekt. Als es nach einer kalten Krawall-Nacht zum Disput zwischen den Freunden kommt, wird Alex reingelegt und die Polizei verhaftet ihn. Im Gefängnis prügelt er einen Mitinsassen zu Tode und wird daraufhin als Versuchskaninchen für eine neue Behandlung ausgewählt. Mittels Gehirnwäsche wird aus dem bitterbösen Alex ein braver Bürger, der seinen Peinigern auch noch die Stiefel leckt…
Fazit: großartiger Roman. Durch den verwendeten Jugendslang (Nadsat) wird man während des Lesens selbst gehirngewaschen. Lesenswert!

„Der Circle“ von Dave Eggers
Die 24-jährige Mae Holland hat mit Hilfe ihrer Freundin Annie einen Traumjob beim Circle ergattert. Der Circle ist das coolste Unternehmen der Welt, vereinigt es doch die Dienste von Twitter, Paypal, Facebook, Google, Amazon, Whatsapp, usw. in einem Account. Mae fängt in der Customer Experience an und treibt die all um fassende Transparenz auf die Spitze.
Fazit: Literarisch bewegt sich die Geschichte leider auf Schundroman-Ebene. Und das kann ich beurteilen, immerhin habe ich letztens Jahr 3 davon gelesen. Trotzdem hat der Roman eine Sogkraft, die ihn zum Pageturner machen. Das Thema der totalen Transparenz ist spannend und reicht aus, um der farblosen Protagonistin zu folgen. Trotzdem ist der zweite Teil des Buches und das Ende eher mau, aber da dieser Roman viele Fragen aufwirft, würde ich sagen: Pflichtlektüre um sich mit den Themen Datenschutz, Datensicherheit, Privat-Öffentlich und Entmenschlichung in der digitalen Welt auseinander zu setzen.

So, das wars! Was hast du im Januar gelesen?

6 Gedanken zu “Gelesen im Januar

  1. Mit dem „Circle“ ging es mir ähnlich wie Dir. Im Gegensatz zu 1984 oder ähnliche Romane ist der Circle ja schon ziemlich nah an unserer Realität. Die Geschichte mit dem Hai hat mir gut gefallen.
    Ausser Marie Kondo habe ich Overwhelmed von Bridgid Schulte gelesen.
    „Zero Waste“ habe ich zufällig in der Bibliothek gefunden und bin gerade total begeistert von dem Buch. Ich war eher skeptisch, da Bea in den Medien/Filmchen immer so extrem(istisch) rüber kommt. Im Buch wirkt sie pragmatisch, und gibt realistische Alternativen für unterschiedliche Situationen. Finde ich super.

  2. *meld*
    Ich wäre interessiert an deiner SciFi-Leseliste, auch wenn ich viele Klassiker wie z. B. Fahrenheit 451 schon kenne (und wie du schätze).
    Clockwork orange hab ich nicht gelesen, weil ich den Film auch nicht mochte. Meinst du, das ist eine Bildungslücke?

    Außerdem hab ich diese Kategorie mal für meinen blog geklaut, weil ich sie toll finde. ;-)
    http://chaoskaempferin.blogspot.de/2015/01/gelesen-im-januar.html
    Liebe Grüße von der Chaoskämpferin

    1. Ich fand „Clockwork Orange“ wirklich extrem klasse, aber ich mag auch solche literarischen Experimente. Anfangs hatte ich aufgrund der vielen unbekannten Wörter Kopfschmerzen beim Lesen, aber nach ner Weile gings. Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Hm, Bildungslücke…nö, ich glaub nicht :)

  3. Liebe Frau DingDong,

    mehr klassische SciFi-Romane zu lesen, finde ich ein total cooles Leseziel für das neue Jahr und die Jubiläumsreihe von Heyne hatte ich neulich auch in irgendeinem Zusammenhang gesehen. Ich bin schon gespannt, was du noch so vorstellen wirst bzw. was ich dann für meine Leseliste übernehmen kann. Und Saga find ich ja sowieso ganz großartig :-)

    Liebe Grüße, Svenja

    P.S.: Gestern habe übrigens ich mein „offline“-Lesejournal in Betrieb genommen. Nach deinem Beitrag hat mich das Thema nicht mehr losgelassen und in den nächsten Tagen verabschiede ich mich von meinem goodreads-Account…

    1. ui du löscht dich da wirklich? Ich hab die goodreads nutzer immer so bewundert, weil das alles viel hübscher als bei LibraryThing ist und ich dachte wirklich da geht mehr voran…
      aber eigentlich isses auch wirklich unnötig. Lieber einen echten Buchclub gründen als „social reading“ betreiben ;D

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