Gelesen im Juli

Soooo, der Juli war ein ganz besonderer Lesemonat, denn es gab Schienenersatzverkehr! Und weil ich so tierisch angepisst war von diesem blöden SEV bin ich eine andere Strecke nur mit Bus gefahren, musste dafür nur einmal umsteigen und konnte mich dadurch so richtig schön festlesen bei nur 5 Min. längerer Reisezeit! Pro Strecke komme ich auf eine Lesezeit von 52 Minuten, was bei meiner Lesegeschwindigkeit bedeutet, dass ich pro Tag ein Buch mit ca. 200 Seiten schaffen kann (je nach Müdigkeit und Tagesform)
Weil ich dann immer so schnell durch war, suchte ich mir in der Bücherei extra Titel mit +/- 200 Seiten aus und ging nur nach Cover und Klappentext und das war richtig richtig gut! Mach ich jetzt öfter. Vor allem im Winter.

„Die Weisheit der Wale“ von Steffi Schroeter
Naturcoach Steffi Schroeter trifft die Wale in Norwegen und fängt an zu staunen: Was kann man von den sanften Riesen für sein eigenes Leben an Land lernen?
Fazit: wer eine moderne Version von „Walden“ von Thoreau sucht und eine weibliche Sicht auf Naturerfahrungen haben möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Mir fehlten ein bisschen die Fakten, aber es war ein schön zu lesendes Büchlein, das mich dann wider Erwarten sehr inspiriert hat.

„Binti“ von Nnedi Okorafor
Binti ist eine außergewöhnliche junge Frau: Sie ist nicht nur eine außergewöhnlich gute Astrolabienbauerin sondern auch die erste Himba, die aufgrund ihres Talents als Harmonienmeisterin an der Oomza Universität angenommen wird. Nur: Die Himba verlassen niemals die Erde, denn die ist ihre Heimat. Und Oomza Uni ist ein Universätsplanet. Schweren Herzens entscheidet sich Binti ihre Familie und ihren Heimatplaneten zu verlassen und dann beginnt das Abenteuer erst…
Fazit: Auf dem Umschlag ist ein Zitat von Neil Gaimann abgedruckt. Und der sagt, man solle sich „bereit machen, sich unsterblich in Binti zu verlieben“ – und was soll ich sagen: Genau das ist passiert. Ich mochte Binti soooo gern. Kann gar nicht genau sagen, warum. Diese Mischung aus afrikanischer Psychospiritualität, diese Mischung aus Tradition und Moderne, das ganze akademische und intellektuelle Gebaren der Protagonisten….herrlich! spannend! dramatisch! voller Angst, Mut, Abenteuer, Freundschaft und Liebe. Genau wie so ne Space Opera halt sein muss. Daher: Lesenswert!!

„Der Unsichtbare“ von H.G. Wells
Ein Mann, eingewickelt in Hut, Handschuhe, Mantel und Verband, betritt einen Gasthof. Er ist mürrisch, hat unendlich viele Kisten dabei und will niemals gestört werden. Kaum angekommen, gibt es in dem kleinen Dorf unheimliche Vorfälle: Diebstähle, die sich keiner erklären kann. Türen quietschen, die Dielen knacken – doch es ist nichts zu sehen…
Fazit: hat mir ziemlich gut gefallen, sehr spannend!


„Die Russland-Expedition: Von der Newa bis zum Altai“ von Alexander von Humboldt, hrsg. von Oliver Lubrich

30 Jahre nach seiner Anden Reise gelingt es Alexander von Humboldt mit Hilfe des russischen Finanzministers Cancrin und durch Genehmigung des Zaren Nikolaus I. eine Expedition durch Russland zu starten. Aus den Reisebriefen Humboldts an den russischen Finanzminister, an den Bruder Wilhelm und den Freund François Arago sowie Ausschnitte aus dem Reisetagebuch seines Begleiters Gustav Rose hat Herausgeber Oliver Lubrich einen aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten Expeditionsbericht zusammengestellt.
Fazit: Als Humboldt-Fan hab ich das Ding natürlich an einem Stück verschlungen. Durch die Briefe Humboldts an seinen Bruder oder an seinen Freund Arago wird eine ganz neue Seite lebendig. Wer sowas mag wird damit sehr glücklich, es ist verreisen im Kopf!

„Der Tag, als wir die Erde drehten“ von Valerié Tong Cuong
Ein heißer Sommertag in Paris. Eine alleinerziehende Sektretärin. Ein alter Herr, ein Filmproduzent und eine Rechtsanwältin. 1 Selbstmörder, der vor die Metro springt. Eine Explosion eines Bürogebäudes und: eine Verkettung von Ereignissen.
Fazit: gut zu lesendes Märchen für Erwachsene mit netten Charaktere.

„Winters Garten“ von Valerie Fritsch
Anton Winter mag den Garten seiner Kindheit, züchtet Vögel in der Großstadt, wird alt – und trifft die Liebe seines Lebens. Nur blöd, dass dann die Erde untergeht.
Fazit: ein sprachgewaltiges Ungetüm, das stellenweise ganz schön grausame Sätze anbietet, die einen umhauen. Da sind Sätze drin, die einen beweihräuchern, aufschrecken, an Zärtlichkeit glauben lassen. Ganz seltsam und ganz wunderbar.

„Schlaflose Nacht“ von Margriet de Moor
Die Nacht ist kalt, die Frau kann nicht schlafen und steigt aus dem Bett. Sie geht in die Küche und schüttet die Zutaten in eine Schüssel. Sie hat ein Gefühl für die Menge und die Zeit, die es braucht, bis der Teig fertig ist. Sie raucht und denkt nach und versteht vieles nicht, aber sie ahnt etwas von Glück. Margriet de Moor erzählt eine schmerzliche Liebesgeschichte, von Abschied und Tod, Wut und Eifersucht und von der Möglichkeit eines Neubeginns.
Fazit: Der Titel und der Klappentext haben mich angesprochen, die sparsame Erzählweise zogen mich dann doch mehr in den Bann als ich gedacht habe und insgesamt klappte ich das Buch am Ende der Busfahrt zufrieden zu, also ja: ich würde es als lesenswert einstufen :D

„Zu nett für diese Welt“ von Jeff Kinney
Gregs bester Freund Rupert hat jetzt auch ein Tagebuch geschrieben und darin stehen viele „Abenteuer“, die Rupert und Greg erleben…
Fazit: total bekloppt und herrlich -genau wie Gregs Tagebücher :D

Achso! Comics habe ich auch gelesen:

Vision – Band 1: Eine (fast) normale Familie und Band 2 Träumen Androiden von virtueller Liebe? von Tom King (Autor) und Gabriel Hernandez Walta (Zeichner)
Vision zieht mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in einen Vorort vor Washington, weil er die Avengers im Senat vertreten soll. Während Vision die Welt rettet und sich mit Bürokratie herumärgert, versuchen seine Frau und seine Kinder ein normales Leben rund um Schule und Haushalt zu führen. Wenn das nur so einfach wäre…
Fazit: Okay, das war seltsam beschrieben, denn es ist ganz und gar nicht harmlos. Ich fands sogar ziemlich gruselig! Und ja, es hat mir gefallen und die Geschichte blieb mir noch lange im Gedächtnis.

„Deadpool killt schon wieder das Marvel-Universum“ von Cullen Bun (Autor) und Dalibor Talajic (Zeichner)
Naja was soll man sagen…Möge das Abmurksen beginnen…
Fazit: hm. Der erste Band hat mir deutlich besser gefallen. Die Grundstory war ok, aber irgendwie nix Besonderers.

Soooo. Das wars jetzt.
Was hast du im Juli gelesen? Was war Mist, was war grandios?
Und: Hast du einen 200-Seiten-Roman Tipp für die Busfahrt?

2 Gedanken zu “Gelesen im Juli

  1. Hallöchen,

    wow. Deine Lesegeschwindigkeit ist echt nicht schlecht. Benutzt du dafür eine bestimmte Technik oder ist das alles Übung?
    Ich komme momentan circa auf eine Seite pro Minute (natürlich abhängig von Buch, Konzentration und Umgebung).

    Viele Grüße
    Abigail

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