Gelesen im März

Buchrezensionen - Leseliste des Monats März 2016

Ich habe mir vorgenommen, viel zu lesen und das habe ich geschafft.
Neben gefühlt tausend Comics (Avengers breche ich aber bald ab, das Event Secret Wars ist aber toll und Deadpool sowieso) habe ich das hier gelesen:

„Virginia Woolf – eine Biografe“ von Hermione Lee
„Wie schreibt man eine Biografie?“ hat sich Virginia Woolf in ihren Tagebücher selbst oft gefragt und genau daran knüpft die Autorin Hermione Lee an. Sie beleuchtet intensiv Virginia Woolfs Beziehungen zu ihrer Schwester Vanessa, zu ihrem Mann Leonard, aber auch zu ihrer Verwandtschaft im größeren Kreis und erforscht, wie es sich genau mit den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs und der Geisteskrankheit verhält.
Fazit: sehr ausführliche, aber auch mit kritischen Untertönen versetzte Biografie, fand ich trotz des Umfangs (über 1000 Seiten) sehr lesenswert. Anfangs hat es mich gestört, dass sie soweit ausgeholt hat und sämtliche Verwandten beschrieben hat, aber wenn man in das Leben und Werk VWs eintaucht, macht es Sinn, da sie sehr oft ihre Verwandten als Vorbild für ihre literarischen Charaktere benutzt hat. Wer tiefer in die Romanwelt Virginia Woolfs einsteigen möchte, sollte sich diese Biografie mal näher anschauen.

„Über das Halten von Eichhörnchen“ von Axel Scheffler und Harry Rowohlt
Der ziemlich skurrile Text ist eigentlich aus einem Kinderlexikon von 1910. Harry Rowohlt hat das Ganze übersetzt und Axel Scheffler in seiner unnachahmlichen Art bebildert.
Fazit: entzückende Bilder, skurrile Ratschläge – einfach herrlich. Ein tolles Geschenk!

„438 Tage: Überlebenskampf auf dem Pazifik“ von Jonathan Franklin
Am 17. November 2012 brechen José Alvarenga und sein Maat Cordoba zum Fischen vor der Küste Mexikos auf. Doch nach einem starken Unwetter wird die Routinefahrt zu einem 11800 Kilometer langen Überlebenskampf auf See.
Fazit: spannender Tatsachenbericht über einen spektakulären Überlebenskampf, daher sehr lesenswert! Liest sich auch ziemlich schnell, denn es ist wirklich ein gut aufbereiteter Tatsachenbericht, der an keiner Stelle langweilig wird. Interessanterweise dümpelte Alvarenga durch den gigantischen Pazifik-Müllstrudel und ab und an hat ihn der Müll sogar beim Überleben unterstützt! Das fand ich hochspannend und ziemlich traurig.

Vögel beobachten in Ostdeutschland von Christian Wagner
Wo beobachte ich Vögel in Ostdeutschland von Mecklenburg-Vorpommern über Brandenburg bis Thüringen? Dieses Buch zeigt die besten Beobachtungsgebiete mit Schauplätzen für Adler, Gänse und Kraniche auf und hilft beim planen von ornithologischen Touren.
Fazit: ein gut beschriebener Tourenplaner für Vogelkundler und solche, die es werden wollen. Gibts auch noch für andere Regionen. Schön, dass ganz hinten im Buch auch eine Artenübersicht drin war! War im Urlaub sehr hilfreich!

Was hast du im März gelesen?

7 Gedanken zu “Gelesen im März

  1. Hallo Frau Ding Dong,
    ich hatte einen erstaunlich „vollen“ Lese-März! Angefangen mit „Gaviotas“ von Alan Weisman (habe ich Ende Februar bei Christoph auf einfachbewusst entdeckt), über „Liebeswut“ von Fernanda Eberstadt (wenn man lesen will, wie eine Liebe am Alltag kaputt geht… böse…), „Simplify your life“ von Werner Küstenmacher und „Der überflüssige Mensch“ von Ilija Trojanow (5-Sterne-Leseempfehlung!!!!) bis hin zum 660-Seiten-Wälzer „Karl der Große“ von Thomas Mielke (spannender Geschichtsunterricht!).
    Danke für den Einblick in dein Bücherregal! ;-)
    LG, Lisa

  2. Hallo liebe Frau DingDong,

    eine ganz schön lange Liste, die du hast. Ich hab im März zwei neue Lieblinge entdeckt. Meine Mutter hat mir Dora Heldt näher gebracht und nun lese ich mein drittes Buch von ihr. Das sind perfekte Unterwegs-und-in-der-Bahn-lese-Bücher. Außerdem habe ich mich diesen Monat das erste Mal an Harry Potter gewagt. Ganz lange war ich einfach aus Prinzip dagegen. Diese Einstellung möchte ich aber gerne hinter mich bringen. Und ich liebe Harry Potter bislang. Bin jetzt bei der Hälfte des ersten Buches angekommen und freue mich jeden Abend auf ein paar Seiten, an denen immer wieder jede Menge Fantasie drin steckt.

    Liebe Grüße,
    Bibi von http://happyandcity.blogspot.de/

  3. Ich habe im März gelesen, wie diverse englischsprachige Blogs empfehlen, Non-Fiction-Bücher, also Sachbücher und Biografien, gegenüber Romanen zu bevorzugen bzw. Romane besser liegen zu lassen.

    Ich konnte nur den Kopf schütteln. Ich mag gute(!) Sachbücher und interessante Biografien. Aber warum tolle Romane, mit denen man vom Alltag abschalten kann um sich wunderbar in eine Geschichte zu vertiefen, verbannen?

    1. Hä, das ist ja interessant! Ist das jetzt wieder so ein Hype wie „read diverse“? Ich frage mich, wie die Lesekultur in Amerika aussieht und wer da die Influencer sind. hast du mal ein paar Links?
      Mir dünkt, hier in Deutschland/Europa ist das Verhältnis zu Sachbüchern und Romanen sehr gemischt. Zurzeit lese ich sehr viele Sachbücher und ich merke, wie sehr ich Romane vermisse. Als ob man aus Romanen nix lernen würde!

      1. Ich kann die entsprechende Blogs auflisten, muss dazu aber erstmal meine ganzen Lesezeichen abarbeiten, um ein vereinfachtes, schnell greifbares Favoriten-System zu erzielen. Übersicht muss her.. Ist aber nicht unbedingt neumodischer Trend, ist mir öfters schon ins Auge gefallen.

        Ich mag Sachbücher auch sehr, so lange sie visuell übersichtlich gestaltet sind und im Inhalt ein gewisser Qualitätsanspruch herrscht. Wie oft findet man überteuerte Sachbücher, die diese 2 Kriterien nicht erfüllen? Leider zu häufig!

  4. Deine Gelesen-Listen finde ich immer ganz toll. Unser Geschmack ist unterschiedlich, aber so maches Buch ist auf meine To-Read-Liste gewandert. Seit Beginn des Jahres schreibe ich auch auf, was ich gelesen habe und bin mittlerweile bei Buch 8.

    Im März war es Das Lächeln der Fortuna von Rebecca Gable. Sehr ausführlich und m.M. am Ende sehr langatmig, aber trotzdem spannend und gut für ein bisschen Geschichtsauffrischung. Jetzt wird es mir etwas peinlich, denn ich habe mich an einen Erotischen Roman gewagt. Nachdem die letzten Bücher entweder Historienschinken oder Regio-Krimis waren, wollte ich mal etwas ganz Neues ausprobieren. Den Roman Nur dieses eine Mal von Ewa Aulett gabs als kostenfreies ebook und ich dachte: Na gut.

    Ich gebe ja jedem Buch eine Chance bis zum Schluss, aber irgendwie sind wir keine Freunde geworden. Ob es jetzt an der Geschichte liegt oder dem Genre… Ich weiß es nicht. Die klassischen Frauenbücher, die ich von meiner Mutter kenne, haben mich auch nie so überzeugt.

    Und danach ein Kontrastprogramm und eben in der Mittagspause beednet: Die Reise nach dem Mittelpunkt der Erde. Habe ich zum ersten Mal gelesen. Auch irgendwie peinlich mit 32 Jahren :) Aber es war wunderbar!

    Als nächstes folgt: Die Hütte von William P. Young. Der zweite Anlauf, denn es ist kein Buch für zwischendurch in der Mittagspause. Der Vater, der um sein getötetes Kind trauert, verbringt ein Wochenende mit Gott in einer Hütte. Ernster Stoff.

    Auf einen weitere schönen Monat voller Bücher!

    Liebe Grüße
    Steffi

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