Gelesen im Mai

Buchrezensionen - Leseliste des Monats | Frau DingDongs Leben.

Mein Biografieprojekt lag diesen Monat etwas brach…aber irgendwie war schon wieder alles andere interessanter. Mal sehen, wie das Projekt weiterläuft. Ich hatte neulich in der Bibliothek einen Lauf und alles mögliche zur Trend- und Zukunftsforschung, Cyborgs und so Zeug ausgeliehen…

Das war bisher dran:

Zuerst Comics!

„Alex and Ada“ (Vol 1-3) von Jonathan Luna & Sarah Vaughn
Alex ist einsam, er kommt nicht aus seinem Liebeskummer raus. Dann schenkt ihm seine Oma einen Androiden – er nennt sie Ada. Aber leider reicht ihm das nicht, weil Ada nur auf Befehle reagiert. Eines Abends wühlt er sich durchs Web und stößt auf einen Hacker, der Ada so umprogrammiert, dass sie ein Bewusstsein bekommt. Nur leider ist das von seiten der Regierung verboten…
Fazit: tolle Story, interessantes Thema, spannend erzählt. Leider ultralangweilige Bilder. Alles so Beige. Viele Wiederholungen, starre, lineare Panels, Botox-Lippen, sperrig gezeichnete Mimik…das ist so schade! Ich brauch nicht ständig Splashpages oder knallbunte Farben, aber das hier hätte ein Feuerwerk sein können (müssen!).

„Prinzessin Leia“ von Mark Waid & Terry Dodson
Die Story spielt nach Star Wars Episode 4. Prinzessin Leia macht sich mit einer erfahrenen Kampfpilotin auf, die in der gesamten Galaxie verstreuten Alderanern zu versammeln und in eine neue Zukunft zu führen. Das ist nicht ungefährlich. Das Imperium hat ein Kopfgeld auf Leia ausgesetzt und ist ihr dicht auf den Fersen…
Fazit:die Story ist sehr charaktertreu, daher lesenswert! Sehr viele weibliche Badass-Charaktere, das ist zur Abwechslung echt mal erfrischend. Die Zeichnungen fand ich eher naja…

„Old man Logan“ von Mark Millar
Nachdem beim Civil War alles dermaßen in die Grütze gegangen ist, setzt sich Wolverine alias Logan ab und gründet eine Familie. Seine Krallen fährt er nicht mehr aus und das ist nicht leicht, denn die Superschurken beherrschen die Welt. Er versucht sich als Farmer, um die Pacht bei der Hulk-Gang abzudrücken. Aber die finanziellen Probleme werden immer schlimmer und er lässt sich auf eine irre Kurierfahrt mit einem blinden Hawkeye ein…
Fazit: eines der besten Comics, die ich je gelesen habe. Diese Story hat noch so viel Potential für Nebenschauplätze, da könnte Marvel echt was Frisches draus machen! Geil gezeichnet, dynamisch erzählt – absolute Empfehlung! Aber Achtung: Ziemlich brutal.

aber ich hab auch Zeug ohne Bilder gelesen:


„Talking Points – die Macht der Sprache“ von Dhugan Wegner

Was muss ein Politiker sagen, damit wir ihn gut finden und ihm folgen? Welche Wörtchen zünden? Wo sind da fallen? Und wie kann man das ganze Spiel der PR-Agenten durchschauen? All diese Fragen werden in diesem Buch beantwortet.
Fazit: faszinierender und sehr launischer Einblick in die Arbeit eines PR-Texters. Toll waren die vielen aktuellen Beispiele aus der Politik inkl. Quellen zum Nachschauen. Daher sehr lesenswert!

„Überdruss im Überfluss“ – von Peter Marwitz
Wir kennen es ja: Arbeiten – Kaufen – Arbeiten – Kaufen. Und dann ist das Leben plötzlich vorbei. Das Hamsterrad wird schön vom Marketing angetrieben und wie das geht und warum es so schlecht ist (Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung und Müll) erklärt Autor und Blogger (konsumpf.de) sachlich und kurz in diesem kleinen Büchlein. Es wird außerdem beschrieben, welche Alternativen es gibt und zum Abschluss gibt es noch 12 Regeln für besseren Konsum.
Fazit: gelungene, kurze und sehr informative Einstiegslektüre zum Thema Konsumismus und die Folgen. Wenn man sich natürlich in der Materie schon auskennt, ist da nicht viel neues dabei, aber es ist trotzdem Gold wert. Haufenweise Vorschläge und Quellen zu weiteren Hausaufgaben, die man dann bitte auch machen soll. Absolut lesenswert und wer Probleme hat seine Ansichten in Freundes- und Bekanntenkreis zu argmuntieren, sollte mal einen Blick in dieses Büchlein werfen oder es einfach gleich verschenken. Schön fand ich auch, dass das oft in solchen Büchern kritisierte „Na und, was sollen WIR denn tun!? Der Autor hat auch keine Lösung“ mit einer 12-Punkte Vorschlagsliste souverän gekontert wird. Schön fand ich, dass das Buch auch „Minimalismus“ anreisst und zwar auf eine völlig normale Art und Weise ohne Schwachsinn, plakativer Übertreibung oder kritischen Untertönen. Das war zur Abwechslung echt mal erfrischend.

Grundkurs Vogelbestimmung von Monin/Griesohn-Pflieger/Horn
Neben den Grundlagen der Vogelbestimmung und einer Einführung, was Vogelbeobachtern in der Praxis hilft kommt im 13. Kapitel eine Einführung in die mitteleuropäischen Vogelfamilien und ihre Vertreter und das ist total brauchbar! Im hinteren Teil befindet sich zudem ein Stichwortverzeichnis, erklärte Fachbegriffe, ein Artenverzeichnis und das Buch selbst ist in einem handlichen Format, damit man es überhall mitnehmen kann.
Fazit: tolle, lockere Einführung für Vogelfreunde mit Anspruch. Sehr praxisnah und hilfreich, ich habe viel gelernt! Das Format des Buches beweist: Das haben Leute aus der Praxis geschrieben. Für dieses Mitdenken gibts ein Sternchen mehr.

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2 Gedanken zu “Gelesen im Mai

  1. Uih, du bist früh dran mit dem Monatsrückblick ;-)
    Ich habe im Mai (bisher) gelesen:
    „Du lebst, was du denkst“ von Ludger Pfeil – darin werden 9 prototypische philosophische „Denktypen“ präsentiert (z.B. Schwarzseher, Genießer, Hinterfrager…) sowie deren philosophische Ur-Väter und -Mütter. Hat mir sehr gut gefallen, obwohl ich bisher mit Philosophen so gar nix am Hut hatte.
    „Fliehe weit und schnell“ von Fred Vargas – Krimi im Liegestuhl, gut zu lesen, Thema: Pest.
    „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ von Richard David Precht – hat mir richtig richtig gut gefallen und etliche Schilderungen erinnerten mich an meine eigene Kindheit, obwohl die etwas später war als die des Autors.
    „Die siebte Geißel“ von Ann Benson – 600-Seiten-Krimi, den ich, während ich Fred Vargas las, auf dem Flohmarkt entdeckt habe und ihn gekauft habe, weil er auch von der Pest handelt. Gut lesbar, aber nicht herausragend.
    „Nullzeit“ von Juli Zeh – spannender Krimi, gut zu lesen an einem verregneten Mai-Sonntag.
    Jetzt hänge ich in einer 500-Seiten-Biografie von Che Guevara und komme mir manchmal etwas dumm vor, weil ich so wenig Hintergrundwissen bezüglich der Politikgeschichte Süd- und Mittelamerikas habe. Rmpf.

    Dein Biografie-Projekt… umfasst das „nur“ das Lesen von Biografien oder auch das Niederschreiben deiner eigenen Lebensgeschichte?

    LG, Liz

    1. Ich lese Biografien, aber ich schreibe auch nebenbei auch meine eigene, indem ich jede Woche eine Frage über mich selbst in meinem Tagebuch schreibe. Das ist manchmal ganz schön anstrengend, aber auch sehr erhellend.
      Das man sich bei Biografien dumm vorkommt, kenn ich auch! Das hatte ich bei der Goethe Biografie! So viele Namen, diem an zwar alle schon mal irgendwo aufgeschnappt hat, aber im Grunde musste ich mein Geschichtswissen ganz schön heftigt auffrischen! Aber es lohnt wirklich so ne fette Biografie durchzuhalten, weil man echt viel dabei lernt! :)
      Viel Spaß also!

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