Gelesen im September

Buchrezensionen - Leseliste des Monats | Frau DingDongs Leben.

„Berlin 1936 – Sechzehn Tage im August“ von Oliver Hilmes
Die ganze Welt schaut auf Berlin. Bei den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1936 zeigen die Nationalsozialisten, was sie können. Mit Glanz und Gloria wird Größe gezeigt und Eindruck geschindet. Doch wie gehts den Berlinern dabei? Den Touristen? Den Diplomaten? Wer übertrumpft sich mit dem schönsten Ball? Wo verbringt die High Society die Nacht? Und was passiert in Berlin, wenn keiner hinsieht?
Fazit: sehr sehr lesenswert. Die einzelnen Episoden im Reportage-Stil wirken anfangs vielleicht hölzern, verdichten sich aber von Kapitel zu Kapitel zu einer starken Atmosphäre, bei der die Stimmung, wie es wohl in Berlin 1936 wirklich war, greifbar wird. WEr das Buch „1913“ von Florian Illies mochte, kann mit diesem hier auch nichts falsch machen.

„Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün“ von Shia Su
Müll ist ein Problem. In diesem Ratgeber erklärt Bloggerin Shia Su von wastelandrebel warum es sinnvoll ist, Müll zu vermeiden und wie man das hinkriegt.
Fazit:Ein schön aufgemachter und sehr informativer und gut erklärter Ratgeber für Zero Waste Newbies. Bestimmt kennt man den einen oder anderen Tipp schon von Shias Blog (ich kannte nich mal den Blog, ha!), aber in Buchform ist es ein super Nachschlagewerk, das sich auch gut zum Verschenken eignet. Für mich persönlich war da nichts Neues dabei, aber ich fands gut, dass auch endlich mal das Toilettenpapier-Thema und Alternativen angesprochen wird.

„Architektur – ein Schnellkurs“ von Christoph Höcker
Fazit: Das Buch hält, was es verspricht – es ist ein Schnellkurs. Vom vorderen Orient bis zur Moderne ist alles drin, man kann die Kapitel auch selektiv lesen und es gibt auch immer mal wieder kleine Exkurse. Schön fand ich, dass eben nicht nur die tolle Baukunst im Vordergrund steht, sondern auch Wellblechhütten, Plattenbau und Fachwerkhäusle werden erwähnt. Das gibt einen umfassendenden Einblick in die Themenvielfalt Architektur und mehr wollte ich für den Anfang auch gar nicht.

„Hannah Arendt: Wahrheit gibt es nur zu zweien – Briefe an die Freunde“ (Ingeborg Nordmann Hrsg.)
Liebesbriefe, poltische Ansichten, philosophische Gespräche – das alles sind Facetten der Hannah Arendt.
Fazit: gut zusammengestellte Briefsammlung, die einen faszinierenden Einblick in die scharfsinnige Logik Hannah Arendts ermöglichen. Die Fußnoten am Seitenende zu den jeweiligen Briefen sind sehr hilfreich.

Jepp, wer Sachliteratur liest, schafft morgens in der Bahn nich viel davon, wenn der Kaffee noch nicht wirkt :D

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2 Gedanken zu “Gelesen im September

  1. Hannah Arendt ist mir diese Woche gleich mehrfach auf Twitter über den Weg gelaufen, da speicher ich deine Leseempfehlung doch direkt mal bei Goodreads ab. Oder kannst du für absolute Neulinge ein anderes Buch von ihr/über sie empfehlen?

    Liebe Grüße, Svenja

    1. Also ich hab „Hannah Arendt oder die Liebe zur Welt“ von Alois Prinz gelesen und fand es wunderbar. Es liest sich leicht und schnell, wirft nicht inflationär mit trockenen Jahreszahlen um sich und man bekommt ein sehr feinsinnig gestaltetes Bild von ihr, in dem auch ihre Philosophie gut erläutert wird. Hier besprochen: http://www.schwingelschwingeldingdong.com/2016/09/gelesen-im-juli-und-im-august/
      Vom Philosophie Magazin gibts auch ne Sonderausgabe über sie, da stehen aber eher ihre Ideen im Mittelpunkt.

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