Gelesen im September

oh yeah, noch mehr schlechte Laune Literatur ;D
Seit „Ende der Märchenstunde“ will ich mehr über Lobbyismus und den herrschenden Mechanismen zur „Willensbildung“ herausfinden. Um nicht komplett durchzudrehen, habe ich auch mal leichte Kost dazwischen geschoben.


Die Strippenzieher: Manager, Minister, Medien – wie Deutschland regiert wird von Cerstin Gammelin und Götz Hamann

Im Mittelpunkt des Buches steht die Frage: „Wer regiert hier eigentlich wen? – und warum ist das so“?
Fazit:Lektüre abgebrochen, keine Leseempfehlung. Das Buch ist möglicherweise interessant, aber die ersten 100 Seiten handelten nur darum wo Lobbyisten und Politiker in Berlin gemeinsam essen gehen können. Die Namenslisten sind lang, haben aber für mich keine Bedeutung, deshalb habe ich mich ziemlich schwer getan. Ich hatte etwas Allgemeineres erwartet und das Buch ist zu speziell.

Meinungsmache: Wie Wirtschaft, Politik und Medien uns das Denken abgewöhnen wollen von Albrecht Müller
1984. Ja genau, „Wer regiert eigentlich wen?“ Damit wir Wähler schlucken, was man uns vorsetzt, beeinflussen eingekaufte „Experten“ und gezielte PR-Kampagnen die öffentliche Meinung. Albrecht Müller, Nationalökonom und Redenschreiber von Karl Schiller weiß wovon er spricht und zeigt anhand von vielen Beispielen aus der letzten Regierungsperiode auf, wie wir systematisch manipuliert werden und wie man sich heutzutage noch kritisch informieren kann.
Fazit: Kategorie Pflichtlektüre! Das Buch ist gräßlich, hat mich wütend gemacht und hat mir die Augen geöffnet.

Graffiti Moon von Cath Crowley
Die 17-jährige Lucy ist künstlerisch begabt und schwärmt für den ihr unbekannten Graffiti-Künstler Shadow. Sie spürt aufgrund seiner Pieces eine Seelenverwandtschaft und möchte ihn unbedingt kennenlernen.
Am Abend feiert sie mit ihren Freundinnen ihren Schulabschluss in einer Kneipe, wo sie auf eine Jungsclique treffen. Lucy passt das gar nicht, denn mit von der Partie ist auch Ed, mit dem sie damals ein katastrophales 1. Date hatte. Die quirlige Jazz labert die Jungs an und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Shadow und seinem Freund Poet.
Fazit: ach, total niedlich und deshalb lesenswert für alle, die mal Lust auf einen flüssig zu lesenden Jugendroman haben. (Können im Übrigen auch Jungs lesen.) Die Geschichte ist natürlich total vorraussehbar, aber das macht nichts. Die Charaktere mit all ihren pubertären Anfällen und Hoffnungslosigkeiten und Verwirrungen fand ich sehr realisitisch und amüsant.

Zeit für mich und Zeit für dich von Fabio Volo
Lorenzo, ein erfolgreicher Werbetexter Mitte 30 hat zwei Probleme: Seine Freundin kann er nicht lieben, obwohl er glaubt, es zu können und sein Vater hat Schwierigkeiten damit, seine Gefühle für Lorenzo auszudrücken und das Verhältnis ist deshalb sehr angespannt. Als sich beide von ihm abwenden, will er über seinen Schatten springen.
Fazit:lesenswert! Fabio Volo schafft es auch diesmal frischen Wind in althergebrachte Geschichten zu bringen. Die Handlungsweisen der Charaktere sind facettenreich und nachvollziehbar, Lorenzo ist mir sympathisch. Die Nebencharaktere sind auch gut gezeichnet. Hat mich stellenweise ein bisschen an Murakami erinnert, nur vielleicht nicht ganz so traurig…?! Hm. Ich muss das nochmal überdenken.

Die große Volksverarsche: Wie Industrie und Medien uns zum Narren halten. Ein Konsumenten-Navi von Hannes Jänicke
Gepansche im Wein, das Geschäft mit Kranken, Medien die uns irgendwas vorgauekeln, giftige Kosmetik, Verpackungsmüll, der uns zu ersticken droht, Lobbyismus an allen Ecken und Enden…
Der Schauspieler und Autor Hannes Jänicke beschreibt aus seiner persönlichen Sicht, was alles für den Endverbraucher schief läuft. Dazu gibt es Quellen und ein Konsumentennavi, mit einer persönlichen Auflistung was ER dagegen/dafür macht.
Fazit: klar, nix Neues für mich. Aber dennoch lesenswert. In 192 Seiten sind die Basics für einen kritischen Verbraucher drin, die Sprache ist klar und deutlich. Für Leute, die von diesem Thema noch überhaupt keine Ahnung haben, die etwas zum einlesen und erste Handlungsoptionen zum Weiterdenken brauchen.

Was hast du im September gelesen? Deine Lesetipps für den Herbst?

3 Gedanken zu “Gelesen im September

  1. Gelesen: zwei Bücher über Plastik (Krautwaschl und das zum Film ‚Plastic Planet‘), das Buch von Geiger über seinen Vater (Der alte König in seinem Exil) und einen Zeitreiseroman (Mozart), über den ich aber noch nicht gebloggt habe.

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