Gelesen – in den vergangen Wochen – Roundup

So, weil ich nicht hinterher komme, gibts mal wieder ein Round-up mit dem Lesestoff der letzten Wochen, die ich nicht unterschlagen will.

1) „Ein gewisses Lächeln“ von Francoise Sagan
Nach „Bonjour Tristesse“ wusste ich: Ich muss mehr von Sagan lesen. Das habe ich dann ganz spontan auch getan. „Ein gewisses Lächeln“ ist mit seinen 126 Seiten eine perfekte Lektüre für zwischendurch.
Die gelangweilte Studentin Dominique lebt in den Tag hinein. Statt zu studieren, hängt sie lieber mit ihrem Kommolitonen/Bettgeschichte Bertrand in Cafès, Bars und im Kino ab. Eines Tages lernt sie Bertrands verheirateten Onkel Luc kennen und findet Gefallen an ihm. Da Luc einem Abenteuer nicht abgeneigt ist, lädt er Dominique für 2 Wochen nach Cannes ein, wo sie in einem Hotel eine wunderschöne Zeit miteinander verbringen. Die zynische Dominique erkennt in dieser Zeit, dass sie sich in Luc verliebt hat, verdrängt ihre Gefühle aber, weil sie weiß, dass sie für Luc nur ein Abenteuer ist.
Wieder in Paris wartet sie auf Treffen, Anrufe und schwankt zwischen Hoffung und Verzweiflung. Als Luc wieder zu seiner Frau zurückkehrt, stellt sie fest, dass auch sie nicht gegen Liebeskummer gefeit ist.
Fazit: sehr lesenswert. Habe noch nie einen Roman gelesen, der das Gefühl des Liebeskummers so toll beschrieben hat. Da die Handlung aus der Sicht einer Frau beschrieben wird, ist es vermutlich auch eher eine Geschichte für Frauen. Für Fans von Silvia Plath, Virginia Woolf und Sartre.

2) Das Geheimnis des Loslassens von Master Han Shan
Der Titel klang interessant, der Nebentitel „Der Schlüssel zu wahrem Glück und innerem Wohlbefinden“ eher reisserisch – gelesen habe ich es trotzdem – und nach der Hälfte abgebrochen.
Klar, auf dem Markt gibts viele Ratgeber zum Thema entrümpeln und das Loslassen von Gegenständen lernt man auch irgendwann. Aber was ist mit der Seele und mit dem Verstand? Wie kann man „mental loslassen“? Zu diesem Thema gibt es nicht viel und ich war froh ein Buch entdeckt zu haben, in dem das „Geheimnis“ des Loslassens erklärt wird. Nur wurde ich ziemlich enttäuscht. Wenn man der Verlagsbeschreibung glauben schenkt, handelt es sich um einen Ratgeber. Ich habe auch Übungen erwartet, ein paar Zusammenfassungen – kurz: ein Arbeitsbuch. Leider bin ich keinen Schritt weitergekommen.
Und was ist das Buch nun? Eine Lebensbeschreibung und Essaysammlung. Master Han Shan hat jahrelang als Bettelmönch in Thailand gelebt, legte nach Jahren die Kutte wieder ab, gründete ein Retreat und hält nun Vorträge und Seminare. Im Buch berichtet er von seinen Erfahrungen und Schwierigkeiten als Mönch und streut zwischen seinen Gedankengängen ein paar Weisheiten ein.
Fazit: die 208 Seiten haben sich ewig hingezogen, ich glaube ich habe nicht mal 100 Seiten geschafft. Es ist zwar irgendwie schon unterhaltsam, aber geht meiner Meinung nach völlig am Thema vorbei. Das Geheimnis des Loslassen besteht nämlich nur darin, achtsam zu sein. Die vorgeschlagene Übung dazu: Meditation. *gähn*
Für mich war das Buch reine Zeitverschwendung und ich war irgendwann dann auch ein bisschen genervt, dass man permanent die gleichen Infos aus seinem Leben erfahren hat.
Allerdings könnte das Buch etwas für Meditationsanfänger sein, die noch Schwierigkeiten haben oder einfach etwas über andere Meditationserfahrungen lesen wollen.

3) Greg’s Tagebuch (1-6) von Jeff Kinney
Vermutlich haben sich einige von euch gefragt, warum ich nun Comic-Romane lese – die Antwort: weil die Kinder voll drauf abfahren und ich mal wissen wollte, warum. Ich hab die ersten drei Seiten des ersten Buches gelesen und mich so schlapp gelacht, dass ich richtig süchtig geworden bin.
Greg Heffley ist ein richtiger Loser. Von seinen beiden Brüdern gemobbt (Greg ist das Mittelkind), in der Schule gehänselt, stolpert er von einer peinlichen Situation in die nächste. Was ihn aber nicht davon abhält, furchtbar selbstsüchtig und ichbezogen zu sein. Wenigstens glaubt einer, dass er mal reich und berühmt wird :D Und dann ist da auch noch der Käsefluch…

Übrigens: Die ersten beiden Bücher sind bereits verfilmt worden, beide durchaus sehenswerte Familienfilme.

Fazit: absolut lesenswert, wenn man mal was Leichtes für zwischendurch braucht. Die Comics sind sooo genial! Und ich musste sehr viel lachen, weil man die Geschichten zum Teil auch von sich selbst kennt :D Auch bestens geeignet, Jungs im Alter von 9-12 zum Lesen zu verführen, auch wenn das die Deutschlehrer entsetzt. („Ist ja gar kein richtiges Buch!!!“)

4)“Jane Eyre“ von Charlotte Bronte
Jaja, bei Klassikern der Weltliteratur braucht man nicht viele Worte zu verlieren. Ich habe von den Bronte-Schwestern noch nicht viel gelesen, mir sind die Geschichten irgendwie immer viel zu düster und deshalb auch in manchen Teilen langweilig. Aber durch die neue Verfilmung von Jane Eyre habe ich mir gedacht – warum nicht auch die Vorlage dazu kennen?
Die verarmte Jane Eyre wächst bei der Familie ihres verstorbenen Onkels auf. Dort, schlecht behandelt, wird sie in ein Mädcheninternat gesteckt. Als sie ihre Ausbildung vollendet, ist sie eine junge, zurückhaltende und kluge Frau, die sich als Gouvernante auf Thornfield Hall bewirbt. Dort verliebt sie sich in den jähzornigen Hausherrn Edward Rochester. Doch ist die Liebe nur von kurzer Dauer, denn auf Thornfield Hall gehen seltsame Dinge vor sich…
Fazit: lesenswert, weil Klassiker. Jane Eyre ist ein wirklich interessanter, starker Charakter, den man in der Literaturwelt selten erlebt. Schade, dass ich es nicht schon damals gelesen habe, hätte mir meine Pubertät bestimmt ein bisschen erleichter :D. Ich war aber froh, schon einige Verfilmungen gekannt zu haben, das hat die Lektüre etwas aufgelockert, weil man Bilder schon im Kopf hatte. Hat sich leider schon ein bisschen gezogen…

So. Puh.

Was hast du die letzten Wochen gelesen? War da ein Highlight dabei?

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