Gelesen: Lass los, was deine Seele belastet von Rita Pohle

Hier nun die versprochene Beurteilung von oben genannten Buch. Ich wollte es schon lange lesen, weil es ja um „mentales Entrümpeln“ geht – nun habe ich es endlich geschafft.
Für alle, die jetzt über den Namen der Autorin grübeln (mmm..kenn ich doch?!): Rita Pohle ist eine DER deutschsprachigen Entrümpelungscoaches und hat sich mit zahlreichen Büchern einen Namen auf diesem Gebiet gemacht. Leider ist sie bei mir nicht so gut weggekommen.
„Lass los, was deine Seele belastet“ kommt in gewohnt qualitativer GU-Gestaltung daher, kleines Format, poppige Illustrationen, nett anzufassen. Die Thematik ist gut strukturiert, klar zusammengefasst und in 3 Teile gegliedert:
In Teil 1 geht es darum, eine Bestandsaufnahme zu machen. Man soll bilanzieren und entschlacken mit allerlei Denkfragen, die einen schon mal lange beschäftigen können. Im zweiten Teil springt man gleich in die Fastenpraxis und lernt wie man Probleme, Dinge, Aufgaben, Informationen usw. los lassen kann indem man darauf bewusst verzichtet, delegiert, „Nein“ sagt oder nicht an sich heranlässt. In Teil 3 gibt es noch Strategien für die Zukunft, um es sich zukünftig leichter zu machen, in dem man ab und zu mentale Fastentage einlegen soll.
Fazit: Mir gefiel die Aufmachung und der klare Stil gut, allerdings fand ich es für 12,95 dann doch etwas zu oberflächlich. (Bin ich froh, dass ich es ausgeliehen habe!!!) Wenn man diverse Minimalismusblogs gelesen hat, oder sich durch alle möglichen zeit-zu-leben Artikel gewühlt hat, ist das Buch schlicht und einfach unnötig. Die Zukunftsstrategien sind nichts weiter als das wiedergekäute aus dem Teil mit der Fastenpraxis. Die Autorin rät zu einer etwas ungewöhnlichen Methode, die ich nicht so wirklich kapiert habe und die mir irgendwie auch ein bisschen unsinnig erschien. Man soll mit Symbolen arbeiten, also z.B. die Ärgernisse über den Partner in ein Objekt visualisieren und diese dann wegpacken, einfrieren oder wegwerfen. Ich stelle mir gerade vor, wie eine Frau ihre Eheprobleme in Rinderrouladen verpackt und diese dann in die Gefriertruhe steckt. Ha :D Naja…vielleicht funktioniert die Methode, aber dafür ist sie meiner Meinung nach viel zu wenig erklärt. Was mich auch ein bisschen gestört hat, ist die Tatsache, dass sich das Buch scheinbar nur an Frauen richtet. Das hätte nicht sein müssen. Die Literaturtipps im Anhang haben mich allerdings auf ein anderes (ähnliches) Buch gebracht, was ich demnächst lesen und hier besprechen werde.

6 Gedanken zu “Gelesen: Lass los, was deine Seele belastet von Rita Pohle

  1. hallo,

    ich habe mir „leider“ die ebookversion gekauft. Hätte mal besser deine Beurteilung abgewartet. Stimme dir in allen Punkten zu, wenig Neues, oberflächlich und der Teil mit diesen Symbolen war der größte Mist.
    Das Geld wäre für einen Besuch beim Thailänder wesentlich besser investiert gewesen.

    Grüße
    newbie

    p.s:: Danke für die Lauftipps in Hamburg!

  2. Hallo Frau Ding Dong,

    ich fürchte, dass es bald noch schwerer wird, hilfreiche „Ratgeber“-Literatur zu finden, da die Verlage in den letzten Jahren das Thema Minimalismus und Verwandtes als Betätigungsfeld für sich entdeckt haben. So kommt es, dass jede Menge Leute den Markt mit ihren Büchern fluten, wobei wegen der knappen Zeit zum Schreiben und weil ganz einfach zu vielem auch schon viel gesagt wurde kaum noch etwas Originelles herauskommt.

    Umso wichtiger ist es, die Bloggemeinde mit Buchbesprechungen/Rezensionen vor unnötigen Ausgaben zu warnen. Danke dafür!

    Gruß, M.L.

    1. ich glaube, damit hast du Recht. Ich gebe ja zu: Meistens lese ich solche Sachen zu diesem Thema weil mich die Ansichten des jeweiligen Autors interessieren. Leider gibt es wirklich nicht viel Neues. Habe deshalb auch beschlossen wieder desöfteren zu Senece, Marc Aurel und Co. zu greifen. Die haben das alles ja schon einmal komplett durchdacht :D #einfachheit

  3. Danke auch von mir für die „Vorwarnung“.
    Ich möchte persönlich anmerken, daß sich dieses Verknüpfen von Symbolen und Problemen sicher auf den ersten Augenblick befremdlich anhört, ich habe aber die Erfahrung gemacht, daß es sich um einen sehr sinnvollen (wenn richtig ausgeführt)psychologischen Trick handelt, um sich mit tieferen Problemen zu befassen.
    Die dann aber anschließend „einzufrieren“ ist m. E. genau das Gegenteil von dem, was man damit anfangen sollte.

    Bezüglich der Verlage muss ich meinem Vorredner auch recht geben. Umso besser, daß es Blogs gibt.

    1. Durch die Oberflächlichkeit des Buches ist das meiner Meinung nach nicht so wirklich rübergekommen, dass es sich bei dieser Arbeit mit Symbolen um etwas Sinnvolles handelt. Dafür ist es einfach zu wenig erklärt. Hast du denn einen Buchtipp/Blog/Webseite parat, wo so etwas vllt. etwas genauer erläutert wird?

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