Gelesen: Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter – von Edel- Eltern und ihren Bestimmerkindern von Anja Maier

Der Titel mutet vielleicht etwas satirisch an, aber spätestens nach dem Klappentext wird einem klar, dass da einfach nur die Realität im Prenzlauer Berg beschrieben wird. Ja, manchmal ist es auch komisch.
Anja Maier hat früher selbst im Prenzlauer Berg gelebt und ist – als sie selbst Mutter wurde – weggezogen. Jetzt sieht sie sich für 3 Monate um und stellt fest, dass aus ihrem ehemaligen Partyviertel eine Kleinstadt voller Zugezogener geworden ist. Es gibt kaum noch alte Menschen, dafür viele Kinder die auf den vielen Spielplätzen über dem Viertel thronen und Eltern die Latte Macchiato schlürfend überlegen, wie sie eine verkehrsberuhigte Zone schaffen können.
Zwischen den persönlichen Texten werden auch mal Kinderärzte, Erzieher und Lehrer sowie Kneipenbesitzer befragt, was sie von dieser Verwandlung halten.
Fazit: Ich habe das Buch eigentlich nur gelesen, weil mir solche Mütter und Väter auch täglich begegnen und ich mich frage, warum die heutige Jugend so unselbstständig geworden ist. In dem Buch gibt es keine konkreten Lösungsvorschläge oder sozialpolitischen Ansagen, es sind nur Beobachtungen und die sind sehr interessant. Ich finde das Buch lesenswert, auch wenn es mich zwischenzeitlich sehr aggressiv gemacht hat, weil die Dinge, die Anja Maier beschreibt – leider – wirklich wahr sind und sich auf andere Bezirke Deutschlands nur zu gut übertragen lassen.

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