Gelesen: Mumins wundersame Inselabenteuer von Tove Jansson

Okay, einige von euch fragen sich vermutlich, warum ich immer öfters bei den Mumins hängenbleibe. Das ist einfach zu erklären, denn in den Büchern kommen meine Lieblingsthemen vor: Minimalismus und Katastrophen, vermischt mit Fabelwesen und gewaltfreier Gefühlswelten.
Die Gefühlswelten und die Ereignisse im Mumintal sind ziemlich komplex und das bietet ein besonderes Leseerlebniss für Kinder ab 9 und ihre erwachsenen Lesebegleiter (…und Erwachsene sollten unbedingt mitlesen!).
Es geht um Sehnsucht, Freiheit, Angst, Einsamkeit und Abenteuerlust. Der Muminvater fühlt sich eingesperrt in seinen familiären Verpflichtungen und will aus seinen Gewohnheiten ausbrechen. Mumin selbst denkt gerne nach und plaudert am Liebsten mit seinem Kumpel Snuffkin, der der totale Minimalist ist. Er wohnt in einem Zelt, wandert gerne alleine rum und findet Besitz total doof. Ganz toll ist übrigens die Geschichte „Cedric“ aus dem Buch „Geschichten aus dem Mumintal“. (Leider kommt in der Animation nicht vor, wie Snuffkin dem kleinen Schnüferl erklärt, dass er sich nicht am Besitz festklammern soll.) Materialismus und die Befreiung davon ist oft Thema in den Geschichten. Desweiteren ist alles andere auch ziemlich modern. Man weiß eigentlich nie genau, wie die Verwandtschaftsverhältnisse zwischen der Muminfamilie und den Hausgästen ist. Einige davon sind adoptiert, andere verschwinden wieder. Eine Patchworkfamilie oder eine WG im Mumintal? Die Eltern sind nie richtig böse, sie schimpfen auch nicht, können aber durchaus ängstlich und enttäuscht sein, was die „Kinder“ natürlich mitbekommen und entsprechend reagieren.
In dem Buch „Mumins wundersame Inselabenteuer“ wird dem Muminvater in seiner heimeligen Welt langweilig, er sehnt sich nach Abenteuer und der Natur. Also beschließt er, zusammen mit seiner Familie, aufs Meer hinauszusegeln und ein neues Zuhause zu suchen. Sie finden eine abgelegene Insel mit einem unbewohnten Leuchturm. Alles wäre gut, nur werden die Mumins das Gefühl nicht los, dass da irgendwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Ob die geheimnisvolle Morra etwas damit zu tun hat?
Fazit: Kindergeschichten für Große und Kleine. Ganz entzückend!

4 Gedanken zu “Gelesen: Mumins wundersame Inselabenteuer von Tove Jansson

    1. Ja, ich kannte auch nur die Fernsehserie und irgendwie habe ich nun erst angefangen die Bücher zu lesen. Es ist wirklich zu putzig. Nachts, wenn Mumin Alpträume hat, macht die Muminmutter ihm ein Butterbrot. Ist das nicht HERZALLERLIEBST?!?! :D

  1. Die Mumins hab ich als Kind auch nur peripher gekannt und die Bücher hab ich erst vor ein paar Monaten gelesen – ich finde sie auch ganz ganz ganz toll!
    Mein 8jähriger Neffe wollte das Buch aber nicht fertig vorgelesen bekommen, weil er sich so gefürchtet hat. Ich glaube, die Bücher sind eher was für mutige und abenteuerlustige Kinder. Meine Schwester mochte die Filme als Kind (und kannte die Bücher auch nicht), vielleicht sind die nicht so düster wie die Bücher.

    Hast du eigentlich schon Siddartha von Hesse gelesen?

    1. ich kann mir vorstellen, dass sich Kinder fürchten, es sind ja nicht gerade Themen, die in normalen Büchern oft angeschnitten werden.

      Ja, Siddharta habe ich gelesen. Ich fands richtig gut. Komischerweise habe ich es hier nicht im Blog besprochen…mmh…

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