Gelesen: Payback von Frank Schirrmacher

Das Buch war auf der Bestsellerliste und wurde mir auch von einem anderen Bibliotheksnutzer empfohlen. Nun habe ich es dann doch noch gelesen, weil ich den Titel und das Thema interessant fand.
„Payback“ sagt einem erstmal nicht viel, dafür vermittelt der Untertitel „Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen“ einen Eindruck, um was es geht. Das liebe Internet mit seinen tollen Möglichkeiten verändert nicht nur unsere Hirn- und Denkstrukturen sondern – so warnt Schirrmacher – lässt auch der Kreativität und dem Entscheidungsfindungsprozess nicht mehr viel Raum. Es geht um die ständige Überforderung wenn man den halben Tag bei Sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Xing und co. herumhängt. Information Overload. Multitasking. Google. Künstliche Intelligenz. Zukunft. Privatsphäre. Das Buch ist in 2 Teile gegliedert. Teil 1 beschreibt mehr oder weniger die Ausgangssituation mit Algorhythmen, Multitasking und Überforderung, Teil 2 dagegen versucht Lösungsansätze zu beschreiben. Kernaussage: Das Internet mitsamt den Sozialen Medien verändern unser Leben genauso, wie die Industrialisierung das Arbeitsleben. Und wir müssen lernen damit umgehen und uns dementsprechend in allen Lebensbereichen anpassen.
Fazit: Eher nicht lesen! Ich habe mich durchgequält. Die ersten 20 Seiten waren recht interessant, doch dann verfiel der Autor in eine etwas nervige „Bildzeitungs-Apokalypsen-Leitartikel“-Haltung und machte die wissenschaftlichen Thesen und Studien, die er zuvor vorgestellt hat, kaputt. Insgesamt ist das Buch viel zu unstrukturiert und deshalb schwer verständlich. Ob da der Autor versucht hat auf das Aufmerksamkeitsdefizit einzugehen, in dem er uns häppchenweise seine Thesen und Kommentare hinknallt? Der zweite Teil, von dem man im Inhaltsverzeichnis viel erwarten konnte, zeigte leider keine Lösungsmöglichkeiten auf. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass da irgendwas von „digital sabbatical“ oder sowas stand. Der fade Nachgeschmack am Ende des Buches: Ein alter, meckernder Rentner, der nicht weiß, wie das Iphone seines Enkels funktioniert. Schade.

Ein Gedanke zu “Gelesen: Payback von Frank Schirrmacher

  1. Cloudy!

    vielen Dak für das. ich werde das buch nun nicht lesen, habe mich aber sehr über deine besprechung gefreut und AMÜSIERT.

    das fazit ist ja gut, doch so eine veröffentlichung sollte es gedruckt gar nicht geben – sondern als sich stets aktualisierendes projekt … im web.

    danke noch mal!

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