Gelesen: Piercing von Ryu Murakami

Ja, bloß nicht zu verwechseln mit Haruki Murakami! Nachdem ich mit Haruki Murakami gute Erfahrungen gemacht habe und das bei Banana Yoshimoto genauso war, dachte ich mir „Probierste halt noch einen Murakami aus“ – gesagt, getan – ausgeliehen und gelesen. Was jetzt auch schon wieder eine Weile her ist.
Darum geht’s:
Der junge Grafiker Kawashima steht jede Nacht schweißgebadet an der Wiege seiner Tochter und hat das dringende Verlangen den Säugling mit einem Eispickel zu erstechen. Um seine Familie zu schützen, beschließt Kawashima „Zwangsurlaub“ in einem Hotel zu nehmen, eine Prostituierte anzuheuern und sie anstatt des Kindes zu erstechen um sich von seinen inneren Dämonen zu befreien. Chiaki, die zierlich-schöne Prostituierte mit dem weißen Bauchflaum ist aber nicht gerade ein leichtes Opfer – denn auch sie kämpft mit den Stimmen in ihrem Inneren. Die Grenze zwischen Opfer und Täter verschwimmt.
Im Klappentext wird außerdem noch von einem „fatalen Pas-de-deux“ gesprochen, was ziemlich treffend für die Situation der beiden ist.
Fazit: puh! krasse, heftige Geschichte, aber ziemlich gut, also lesen, wenn du auf sowas stehst. Oder auch wenn du nicht darauf stehst. Mein Fall sind solche heftigen Geschichten normalerweise nicht, aber ich hatte die ganze Zeit Herzklopfen, weil es so spannend war.

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