Gelesen: Viel Genuss für wenig Geld von Martin Amanshauser

Interessanter Titel, interessantes Cover, das Inhaltsverzeichnis sprach mich auch an – also ausgeliehen.
Martin Amanshauser, seines Zeichen Reisejournalist und Autor, versucht in dem vorliegenden „Ratgeber“ den Leser in einen Genussmenschen zu verwandeln. Wie? Indem man spart und trotzdem gut lebt. Der Autor entlarvt Werbemanipulationen und geht radikal gegen „geschickt plazierte Irrtümer (Genussverwirrungen) [vor], die sich durch Marketing zu Lebensweisheiten transformiert haben“. Es geht hier also nicht um Pfennigfuchserei, sondern um diese „Geiz ist geil“ Thematik.
Dabei ist er teils sehr radikal („In Mikrowellen kann man nichts richtig kochen und aufgewärmtes Essen schmeckt nie“)
und sehr bissig (Nordic Walking = Idioten-Mikado :D). Alle Lebensbereiche bekommen ihr Fett weg: Konsum, Wohnen, Essen/Trinken, Leben, Sport, Gesundheit, Reisen, Auto, Kommunikation, Medien, Arbeit/Müßiggang, Geld und Wirtschaft. Am Ende gibt es ein Literaturverzeichnis mit den Büchern, die der Autor zitiert hat, was mir persönlich immer sehr gefällt :D
Fazit: Lesenswert, auch wenn die Amazon-Rezensionen was anderes sagen (würde es aber trotzdem nicht kaufen). Vermutlich spricht es eher die Leser an, die offen für Neues sind. Da der Autor ziemlich knackige Ansagen macht, ist mir schon klar, dass das einige ziemlich unbequem finden. Falls ihr diese Rezensionen lesen wollt und euch über diese Geschirrspüler-blabla wundert: Amanshauser ist davon überzeugt, dass Abspülen mit der Hand und Geschirr an der Luft trocknen lassen zwar idiotisch, aber einfacher ist (und zeitsparender) als einen Geschirrspüler zu bedienen, bei dem man das dreckige Geschirr einräumen, ausräumen und in die Schränke stapeln muss. Er sagt: „da wird eine idiotische Tätigkeit durch eine noch idiotischere ersetzt“. Hm.
Ganz besonders interessant und gelungen fand ich das Kapitel über Urlaub, denn da kommen die Erfahrungen als Reisejournalist voll zur Geltung. Hier gibt es meiner Meinung nach richtig gute Tricks z.b. wie man Hotels richtig bucht, wie man den günstigsten Flug erwischt und den Vorschlag, man solle mal mit einem Containerfrachtschiff verreisen.

6 Gedanken zu “Gelesen: Viel Genuss für wenig Geld von Martin Amanshauser

  1. Also ich würde ihm bei der Sache mit dem Geschirrspüler auf jeden Fall zustimmen. Ist m.E. auch besser fürs Geschirr. Meine Mutter muss sich ständig neue Tassen kaufen, weil das Ding denen immer den Rand wegknabbert. Allerdings macht sie auch nichts lieber als neue Tassen zu kaufen. Außerdem trocknet das Geschirr oft so ein, dass sie es vorher immer erst mal vorspülen muss – dann kann man’s m.E. auch gleich richtig spülen.

    Bei mir ist das Spülen Teil meines morgendlichen Kaffeekoch-Rituals. Erst (richtig) kochendes Wasser in die Thermoskanne, damit die später schon mal gut vorgeheizt ist. Dann Kaffee kochen, heißes Wasser aus der Thermoskanne zum Spülen des Geschirrs vom Vortag nehmen und Kaffee in die heiße Thermoskanne füllen. Das Spülwasser bleibt dann den Tag über stehen und schmutziges Geschirr kommt direkt ins Wasser – das spült sich dann bis zum nächsten Morgen fast von selbst.

  2. Aufgewärmtes Essen schmeckt nie? Was ist das denn für ne Schwachsinnsthese??

    So mancher Eintopf oder mein Chili con carne schmeckt mit jedem Aufwärmen am nächsten Tag noch viel geiler…..

    Mag so Autoren nicht, die nur schwarz oder weiß sehen, finde ich bisschen verstörend solche Ansichten. Das Leben hat doch noch mehr Farben….

    @Frau Ding Dong: Danke für die Lesetipps, die Amazonbewertungen sind mir manches mal suspekt…
    Und nen schönen August wünsch ich noch, was steht denn so auf deiner Todo-Liste für August? Nachdem ich im Juli fast alles erledigt habe (was bei Putz-, Aufräum und Ausmistaufgaben ja sehr angenehm ist), ist meine derzeit noch recht kurz

    gruß
    newbie

    1. ja, also ich finde auch, dass mein Auflauf am nächsten Tag besser schmeckt…
      allerdings mach ich das auch nicht immer in der Mikrowelle, sondern im Ofen/Topf.
      Eine Kollegin und ich fragten uns neulich, ob geschmolzener Gouda im Ofen anders schmeckt als in der Mikrowelle. Muss ich nun doch mal testen…

      Meine To-Do-Liste für August kommt heute!

  3. Ich bin da der gleichen Meinung wie Frau Dingdong.

    Aufgewärmtes oder generell Dinge die einen Tag gestanden haben schmecken Teilweise besser (z.B. selbst gemachter Kartoffelsalat)

    Essen welches in der Mikrowelle gemacht/aufgewärmt wird finde ich schmeckt deutlich anders und mir nicht ;)

  4. Ich finde seine Ansätze wirklich merkwürdig.

    Wenn ich recht der Annahme gehe, dass ich wenn ich per Hand das Geschirr spüle, auch erst das Geschirr in die Wanne/Waschbecken lege, Spüli und Wasser drüber, ordentlich schrubben, trocken stellen in so einem komischen Abtropfteil und dann auch wieder das trockene Geschirr in die Schränke einräumen muss, verstehe ich nicht, was am Spülen mit der Hand soviel besser sein soll.

    Außerdem mach ich den Geschirrspüler ja nicht jeden Tag an………

    mmmmhhhh, und was sagt er zum Wäschewaschen???

    1. ja, das hab ich mir auch gedacht. Wenn ich daran denke, dass ich all das Geschirr, was wir im Büro tagtäglich benutzen (10 Mitarbeiter) und das dann (nach Feierabend? während der Arbeitszeit?) von Hand abspülen müsste, kriegt man ja das Grausen.
      Herr DingDong und ich spülen mit der Hand und das (meistens) nach jedem Essen. Es trocknet also nicht so viel an und der Spülvorgang dauert ungefähr 20 Minuten, bei einem Becken voll Wasser. Wir packen das dann ins Abtropfgestell und dort nehme ich es mir meistens auch wieder raus, wenn ich etwas brauche, von daher geht das…aber sonst…mmh…

      Wäsche waschen in der Maschine findet er okay :D

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