Gelesen: Walden – oder Leben in den Wäldern von H.D.Thoreau

„Walden oder Leben in den Wäldern“ von H.D. Thoreau gilt als Bibel des Minimalismus, weil sich der Erzähler (Thoreau) in einem Wäldchen nahe des „Teiches“* Walden eine kleine Blockhütte zimmert, ein bisschen fischt, ein bisschen Bohnen zieht, ab und zu Tee trinkt und von morgens bis abends über Freiheit und Natur sinniert. Kann er auch, denn er hat Zeit.
Er behandelt in seinen Essays Themen wie Ökonomie, Einsamkeit, Natur und Gesellschaft. Obwohl das Buch schon recht alt ist, nämlich aus dem Jahre 1854, hat es nicht viel von seiner Aktualität eingebüßt. Bei seinen – teilweise doch recht langatmigen – Natur- und Arbeitstätigkeitenbeschreibungen kann man sich herrlich entspannen! Irgendwie finde ich so ein Aussteiger-Dasein anregend, trotzdem möchte ich den Komfort unseres täglichen Lebens nicht missen. Man muss ja nicht gleich zur Konsumschlampe werden, obwohl ich mir nach meinen Wochenendeinkäufen manchmal so vorkomme. Heutzutage kämen wir in der Natur auch überhaupt nicht mehr wirklich zurecht, oder? Weißt du, was du essen kannst und was nicht? Damit meine ich jetzt nicht, dass wir uns in Rüdiger-Nehberg-Jüngere verwandeln müssen, sondern die Tatsache, dass wir nicht mal mehr Bäume unterscheiden können. Wir werden ja schon nervös wenn eine Wespe länger als 30 Sekunden über unseren Köpfen herumschwirrt. Wie könnten wir dann alleine im Wald (über-)leben? Ohne Telefon und Handy, Fernseher, Internet, Zeitung, Freunde, die nur selten einen Besuch abstatten, ohne fließend Wasser, ohne E-Herd, ohne Mikrowelle, ohne Waschmaschine und Geschirrspüler…
Könntest du so Leben?
Thoreau schreibt z.B., dass er niemals Fachbücher über Landwirtschaft gewälzt hat, sondern einfach mit Hilfe seiner Naturbeobachtungen herausgefunden hat, was die jeweiligen Pflanzen brauchen. An einer Stelle scheint er sich tatsächlich ein bisschen darüber geärgert zu haben, weil er plötzlich viel zu viele Bohnen hatte…
Aber das kann man sich abschauen: Nicht wild herumdüngen, sondern gucken. Meinem Gingko gehts mit dieser Methode prächtig! (gut, wenn so ein Baum 2 Atombomben überleben kann, überlebt er auch in meiner Küche)
Oder ein bisschen mehr Zeit abknapsen und mal Brot selber backen, als viel zu salziges Fertigmischbrot zu kaufen. Vielleicht auch ein bisschen weniger im Internet herumlungern, und dafür einen Spaziergang machen. Alles ein bisschen ruhiger angehen und sich auch gut fühlen, wenn man nicht ständig über das aktuelle Weltgeschehen Bescheid weiß.

Fazit: lesenswert. Ich habe es mir aus der örtlichen Bücherei ausgeliehen. Ein bisschen hätte ich mich schon geärgert, wenn ich es gekauft hätte.

*Teich steht in Anführungszeichen, weil für mich ein Teich die Größe einer besseren Pfütze hat, in dem irgendwelche Fischlein herumschwimmen. Sowas, wie man halt im Garten hat. Der Waldenteich wird aber von Thoreau so beschrieben als handle es sich um einen See…ja was denn nu? keine Ahnung. Für mich ist der Waldenteich ein See.

3 Gedanken zu “Gelesen: Walden – oder Leben in den Wäldern von H.D.Thoreau

  1. Thoreau. Das hoert sich auf jeden Fall gut an, also Thoreau. Thoreau Thoreau. Nun ja das Leben in der Wildnis. Gedanklich reisse ich das Haus ab in dem ich gerade sitze. Man koennte sich hier fabelhaft von Kapuzinerkresse ernaehren. Und Schnecken, ja also Schnecken sind hier ja unendlich viele! Wie breitet man die zu? Na mal sehen, da haetten wir ja schon einen Gang, also nicht der Gang mit dem ich gehe, eher den zum essen. Wie dem auch sei, Sonntags gibts bei mir eine neue Delikatesse Schnecken auf Kapuzinerkresse! Nun da bin ich doch ein sehr Naturverbundener Mensch und merke dann doch dass ich mir diese noch etwas genauer ansehen sollte… Alles was bleibt sind die Schmetterlinge im Kopf .:. Ein Schmetterling der den Namen Thoreau traegt. Wie herrlich! Gibt es womoeglich Winterschmetterlinge? Das waere ja zu schoen .:. Jean*

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