Gelesen: „Weniger kann mehr!“ von Ulfilas Meyer

Dieses Buch habe ich in einem Buchhandelsprospekt entdeckt und ich dachte mir, da es ziemlich aktuell ist, ich sollte es mal lesen. Gottseidank in meiner Bücherei vorrätig.
Ulfilas Meyer ist Psychologe und Gestalttherapeut und betrachtet deshalb die „Kunst der Reduktion“ durch eine ganz andere Brille. In dem Buch geht es ausschließlich um den „inneren Minimalimus“, es ist also keine Anleitung wie man richtig entrümpelt.
Das sagt der Klappentext auf der Rückseite des Buches:
„Mehr Zeitgewinn durch neun einfach Grundsätze“
„Anwendungen sind sofort und für jeden praktisch nachvollziehbar“

Soweit dazu.
Das Buch ist in drei Teile gegliedert: Denken, Fühlen, Handeln
Die oben genannten neun einfachen Grundsätze – jeweils kursiv markiert im Inhaltsverzeichnis – sind:
Neues versuchen – statt Gewohnheitstier bleiben
Wesentliches herausfinden – statt Information Overload
Das Ganze sehen – statt (Selbst-)Optimierung
Vertrauen finden – statt Angst und eingekaufte Sicherheit (…Versicherungen usw.)
Sich selbst verantworten – statt blindlings alles glauben/Was ist Wahrheit?
Grenzen akzeptieren – statt Jugendwahn und Unsterblichkeit (auch Transhumansimus wird kritisiert!)
Authentisch leben – statt Doppelleben und Rollenspiele (…im Internet)
Bewusst auswählen – statt gieriges Habenwollen
Herausforderungen annehmen – statt Wellnesswahn
Zu den einzelnen Grundsätze gibt es jeweils 20-seitige Essays, die zum Nachdenken anregen sollen. Darin sind Zitate und Songtexte eingebaut, die das Ganze stützen sollen. Im Anhang findet sich ein umfassendes Quellenverzeichnis.
Fazit: hmm..naja..ich glaube es ist schon lesenswert, allerdings war es für mich eine seeehr mühsame Lektüre, die ich mehrmals abbrechen wollte. Man braucht ein waches Gehirn und viel Zeit, am Besten ohne Unterbrechung. Also nichts für morgens. Ich habe immer mal wieder den Faden verloren und die Zitate (vor allem auch die Songtexte) haben mich ziemlich gestört. Zwischendurch habe ich mich oft gefragt, wann denn das Wesentliche kommt…und dann habe ich es überlesen. Es hätte dem Buch gut getan, wenn es nach jedem Kapitel eine stichwortartige Zusammenfassung gegeben hätte, damit man sich mal wieder „sammeln“ kann. Auch fand ich die „Anwendungen“ weder praktisch noch nachvollziehbar, weil es einfach keine gab. Konkrete Handlungsanweisungen – Fehlanzeige. Für mich zu viel Geschwafel. Schade.

2 Gedanken zu “Gelesen: „Weniger kann mehr!“ von Ulfilas Meyer

  1. Die Anqwendungen sind in der Tat nicht zum sofortigen praktischen Nachvollziehen gedacht. Das sind Worte der Werbeabteilung und haben mir gar nicht gefallen. Handlungsanweisungen wollte ich ja gerade nicht geben. Dagegen hat mir deine Zusammenfassung gefallen und deine Anregungen werde ich aufnehmen. „Geschwafel“ ist schwere Kost für den Autor, aber immerhin ist mein Buch „lesenswert“. In der Tat geht es mir um die innere, selbstverantwortete Reduktion, die den Geist befreit, nicht den Schreibtisch frei macht. Vielleicht einzelen Essays nochmal lesen, um mehr zu entdecken?
    Ulfilas Meyer

    1. huch, jetzt komm ich ja richtig ins Schwitzen…habe nicht gedacht, dass sie meine popelige Rezension lesen…
      (find ich aber trotzdem gut, auch wenn ich jetzt knallrot wie eine Tomate bin :D)

      Ich habe mir schon gedacht, dass beim Klappentext seeehr plakativ gemacht wurde, ist bei den Büchern aus diesen Bereichen ja eigentlich immer so. Und zwischen den Zeilen kommt das auch durch, dass Sie da keine Handlungsanweisungen geben wollen, dass man das alles selbst entdecken kann, wenn man sich die Zeit nimmt und darüber nachsinnt. Aber mir persönlich hätte es ein bisschen mehr Struktur und Halt gegeben, wenn ab und an eine Ansage käme. – Wie gesagt: ich habe es morgens gelesen, mit Unterbrechungen, im Zug – dafür ist das Buch wirklich nicht gedacht. Vielleicht haben Sie Recht und ich hätte es nicht auf einen Rutsch durchlesen sollen.

      Das Quellenverzeichnis ist übrigens verdammt gut! Vielen Dank dafür!

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