Gesehen im Januar

Diesen Monat konnte ich viel von meiner letzjährigen To Watch Liste abarbeiten. Anfang des Jahres schreibe ich mir immer eine Liste mit Filmen, die ich im Kino sehen will. Und wenn ich sie verpasse, dann gucke ich von Zeit zu Zeit nach, ob sie mir als DVD unterkommen. (Natürlich geliehen, die Liste ist ganz praktisch, wenn man in der Bücherei unterwegs ist)
Egal!

Das habe ich mir im Januar angesehen:

Her
Theodore (Joaquin Phoenix) ist introvertiert und verdient sein Geld mit Briefe schreiben. Seine Briefe kommen gut an, allerdings ist er sehr einsam und er leidet unter der Scheidung von seiner Jugendliebe Catherine. Um sich abzulenken kauft er sich ein neues Betriebssystem, das perfekt zu ihm passt. Nach ein paar Fragen installiert sich das Betriebssystem namens Samantha und ist fortan nicht nur seine Sekretärin sondern auch eine gute Freundin. Samantha lernt schnell und entwickelt sich rasant weiter, beide führen lange Gespräche. Und es wird mehr daraus…
Fazit:absolut großartig und daher sehenswert! Der Film ist schon ganz schön lang, aber das macht nix. Hat Lieblingsfilmpotential. Toller Soundtrack und interessantes Production-Design!

Godzilla
Rückblende: Vor 15 Jahren wurde bei Minenarbeiten ein unbekanntes Wesen entdeckt und prompt aufgeweckt. Auf der Flucht nistet es sich in einem Atomkraftwerk in Japan ein und zerstört es. Dabei kommt Sandra Brody, Sicherheitsingeneurin, um und hinterlässt einen kleinen Sohn namens und ihren Mann Joe. Von Schuldgefühlen geplagt kehrt Joe Brody zurück nach Japan um herauszufinden, was wirklich geschah. Ford, inzwischen selbst erwachsen und Vater eines kleinen Jungen, reist ebenfalls nach Japan um seinen Vater aus dem Knast zu holen, als er sich unerlaubterweise im Sperrgebiet herumtrieb. Doch Ford lässt sich überzeugen und hilft seinem Vater, wieder ins Sperrgebiet einzudringen, wo sie das riesige Monster in den Ruinen des Atomkraftwerks entdecken. Dort hat es jahrelang radioaktives Material gefuttert und ist nun bereit zur Paarung. Also fliegt (!!) es davon um einen Geschlechtspartner zu finden…
Fazit: LOL, ich fands großartig. Klar, auf diese Plasma-Kotzfontäne von Godzilla hätte man verzichten können, aber insgesamt betrachtet geht so irrwitzig viel kaputt, dass man eigentlich nur noch hysterisch lachen muss :D Ein paar supergute Ideen für Blickwinkel waren dabei uns insgesamt hat mich der Film an die Originalfilme erinnert, was auch schon mal ein Pluspunkt ist.

Robot & Frank
Frank ist leicht dement und verbringt seinen Tag damit, Dekoseifen zu klauen und in der Bücherei abzuhängen. Sein Sohn macht sich Sorgen und kauft ihm deshalb einen Pflegeroboter, der darauf programmiert ist, Frank im Haushalt zu unterstützen und seine Gesundheit zu überwachen. Anfangs sträubt sich Frank gegen den Roboter, aber er stellt fest, dass der Roboter mehr kann als Putzen und Aufräumen. Er kann auch Schlösser knacken. Das kommt Frank, dem ehemaligen Juewelendieb dann doch ganz gelegen…
Fazit:Pflichtprogramm! Anschauen. Genau wie „Her“ (s.o.) würde ich diese Art von Filme als Casual-Science-Fiction bezeichnen, weils gar nicht sooo abgedreht ist…toll geschauspielert, witzig, warmherzig.

Exhibition
Ein Künstlerehepaar will aufgrund von finanzellen Problemen das gemeinsame Haus verkaufen.
Fazit: seltsam wie alle Filme von Joanna Hogg, aber trotzdem sehenswert. Wie hängen Beziehungen mit der Architektur zusammen? Ist die Größe eines Hauses dafür verantwortlich wie die Beziehung zwischen den Menschen gelingt? Schöne Bilder.

Der Hobbit – Die Schlacht der fünf Heere (3)
Drache Smaug macht Seestadt platt. Erebor, die Zwergenheimat ist befreit und Thorin versinkt aufgrund seiner Gier immer mehr im Wahnsinn. Aus Angst seinen neu gewonnen Reichtum wieder zu verlieren versagt er den Menschen aus der Seestadt Asyl und beschwört einen Krieg herauf…
Fazit: Tja, hier rächt es sich, dass die Literaturvorlage nicht genügend hergibt um 3 Filme zu produzieren: Unoriginelle Kampfchoreographien, zu viele Abschiedsszenen, kaum erzählerische Substanz. Ich hoffe, HFR wird sofort wieder abgeschafft. Das CGI erinnert mich total an die Computerspielegrafik aus dem Jahre 2000, zu viel Glanz und doch hölzern, das braucht kein Mensch und dabei hab ich mir den Film nicht mal in 3D angesehen. Viel zu viele Effekte…

Maleficent
Maleficent, die böse Fee aus dem Märchen Dornröschen, war gar nicht immer böse. Oder doch?
Fazit: eine andere Variante der Dornröschen-Geschichte, die durchaus ihre Daseinsberechtigung hat. Angelina Jolie als böse Fee ist wunderbar! Mir haben die Kostüme sehr gut gefallen. Sehenswert für die ganze Familie und leichte Kost für Abends.

Boyhood
Coming-of-Age Experimentalfilm von Richard Linklater. Der Film zeigt das Leben des jungen Mason, von der Grundschule bis zum College.
Fazit: Tja, ich würde sagen, der Film wird bei den Oscars abräumen. Es gibt schon mal einen Oscar für diese sensationelle Idee, die Protagonisten 12 Jahre lang zu begleiten. Seht euch den Film an!

Fight Club
Der namenlose Hauptdarsteller arbeitet bei einer Autofirma als Rückrufkoordinator. Sein Leben ist geregelt und an Konsum ausgerichtet, doch seit einiger Zeit kann er nicht mehr richtig schlafen. Sein neu entdecktes Schlafmittel sind keine Pillen, sondern allabendliche Sitzungen bei diversen Selbsthilfegruppen. Eines Tages lernt er dort Marla Singer kennen, die ebenfalls als „Elendstouristin“ Selbsthilfegruppen besucht und schon kann er wieder nicht schlafen. Auf einer Dienstreise lernt er den Seifenhersteller Tyler Durden kennen. Bei seiner Rückkehr stellt er fest, dass seine Eigentumswohnung bei einer Explosion zerstört worden ist, also wendet er sich an Tyler, um diesen um einen Schlafplatz zu bitten. Die beiden treffen sich in einer Kneipe und anschließend verlangt Tyler geschlagen zu werden. Daraus resultiert eine eher freundschaftliche Prügelei, bei der sich der Protagonist wieder lebendig fühlt. Der Fight Club ist geboren! Der Protagonist zieht dauerhaft bei Tyler ein und alles gerät immer mehr aus den Fugen..
Fazit: ja ich weiß, ich bin spät dran…brutal und gelungen. Sehenswerte Literaturverfilmung. Ist Edward Norton ein großartiger Schauspieler? Ja, das ist er.

Clockwork Orange
Literaturverfilmung aus dem Jahre 1971 von Stanley Kubrik
Fazit: Ja, ich mache jetzt hier einen Filmklassiker schlecht: hat mir gar nicht gefallen. Wenn ein Film ein Reboot bräuchte, dann wohl dieser hier. Schlampig geschnitten, zu 70er und das was am meisten weh getan hat, war der fehlende Slang, der ja erst diese Gehirnwäsche-Wirkung mitbringt. Leute, die das Buch nicht gelesen haben, finden den Film wohl noch schlechter?! Ich weiß auch nicht.

3 Gedanken zu “Gesehen im Januar

  1. Bei dem einzigen Film, den ich auch gesehen habe, ein knapper Kommentar – Boyhood hat dich nicht begeistert?! Lese ich das richtig aus den Zeilen? Fandest du ihn den schlecht?

    Wenn ich mehr Filme gucken würde, dann würde Robot und Frank auf meine Liste kommen, hört sich lustig an…
    Liebe Grüße
    Nanne

    1. Liebe Nanne, da liegst du nicht richtig – mich hat Boyhood sehr begeistert, deshalb glaube ich auch dass er – zu Recht – bei der Oscar Verleihung abräumen wird. Hoffentlich zumindest Ethan Hawke, der wieder mal total klasse ist :)

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