Gesehen im Juli

So, ich melde mich erstmal mit meiner üblichen Monatsende-Kategorie zurück und ja doch ich würde sagen: Klarer Fall von – Filmsüchtig :D Das hat ja vielleicht Spaß gebracht sich quer durch sämtliche Genres zu gucken. Ganz vorne dabei war die Mutprobe mit dem Titel „28 Days later“. Ich gucke normalerweise nie Zombiefilme, ich guck ja nicht mal Kriegsfilme oder Horrorfilme, weil ich mich so fürchte und dann mind. 3 Tage ganz schlimmen Alpdruck habe. Aber ich habs überlebt, weil „is ja nur ein Film“. Zur Beruhigung habe ich mir Spielfilme und Dokumentationen angesehen. Was mir aufgefallen ist: Die neuen Dokus haben alle bombastische Bilder aber weniger Informationsgehalt. Ist nicht unbedingt schlimm, aber manchmal möchte man es dann doch genauer wissen :D

Das war meine Juli-Filme:

Archipelago
Ein Familien-Urlaub auf Tresco (Isle of Scilly). Sohn Edward weiß mit seinem Leben nichts anzufangen und beschließt, als Freiwilliger nach Afrika zu gehen um dort bei der AIDS-Aufklärung mitzuwirken. Aufgrund seines bevorstehenden Abschieds beschließen Mutter und Schwester noch einmal ein paar Tage mit ihm Ferien zu machen. Zuerst freuen sich alle, aber es brodelt unter der Oberflächen und bald liegen die Nerven blank.
Fazit: wow, der beste Film, den ich seit langem gesehen habe. Toll geschauspielert, wunderschöne Landschaft, ruhig erzählt, fast wie in einem Dokumentarfilm. So echt, dass es schon gruselig ist.

Gefährten / War Horse
Ein temperamentvolles Halbblut wird durch Liebe und Freundschaft zunächst zum Ackergaul, dann zum Kriegshelden. Ein Pferdefilm von Steven Spielberg.
Fazit: Ähm, ja. Mehr gibts dazu nicht zu sagen. Solche Filme macht heutzutage keiner mehr. Zuviel kitschige Musik, zuviel Sonnenuntergänge, zu viel Pferde. Einige Szenen waren großartig. Und wieso reden die Deutschen im OT nicht auch Deutsch untereinander sondern Englisch?! Für Pferdefans ein Muss, auch ein toller Familienfilm. Alle anderen werden sich langweilen. (Ich habe ihn nur geguckt, weil Benedict Cumberbatch mitspielt)

Miss Austen Regrets
Miss Austen regrets ist eine Filmbiografie über die späteren Jahre von Jane Austen, basierend auf ihren Briefen und Tagebüchern.
Fazit: ganz nett gemacht, toll geschauspielert. Wenn man den Film aber nicht gesehen hat, hat man auch nix
verpasst.

Skyfall
Ups – James Bond und seine Kollegin versauen einen Fall: Als sie den Auftragsmörder verfolgen, der eine Festplatte mit brisanten Daten geklaut hat, wird Bond erschossen und für tot erklärt. Drei Monate später explodiert das MI6 Hauptgebäude in London, was der wiederauferstandene Bond mitbekommen hat und sich bei M zum Dienst meldet. Aber: Kann er es noch? Und wer steckt hinter dem Attentat? Während sich Bond auf erneut auf die Suche nach der Festplatte macht, muss sich „M“ vor einem Ausschuss verantworten.
Fazit:bff…is ja wohl klar: sehenswert. kurzweilig. Tolle Unterhaltung mit viel Action und tollen Bildern. Ich muss gestehen: Mein erster James Bond mit Daniel Craig. Ich find den ansich ja nicht so toll, aber James Bond kann er. So richtig. Und wie toll ist denn die Idee, Jarvier Bardem als Bösewicht einzusetzen?! Großartige Leistung! Natürlich auch von Judi Dench alias „M“. Also angucken!

Anna Karenina
Über Anna Karenina muss man ja wohl nicht viel erzählen. Das ist ja wohl der berühmteste Ehebruch der Literaturgeschichte. Nun eben neu inszeniert.
Fazit:mmh..weiß nicht. Sehr experimentiell. Man muss sich darauf einlassen und selbst dann kommt man irgendwie nicht so „rein“. Die Bilder und die Ausstattung mitsamt aller raschelnder Kleider ist großartig, die Erzählweise sehr originell, aber irgendwie übertüncht das alles die eigentliche Geschichte. Der Film spielt quasi nur in einem Raum, der immer wieder umgebaut wird und durch aufwendige Kamerafahrten verbunden wird. Da gehen die Leute hinter die Bühne und sind aber eigentlich auf der Straße. Verwirrend, ja – funktioniert aber. Leider zu Lasten der großen Gefühle.

Die fantastische Reise der Vögel
Eine BBC-Dokumentation über Zugvögel. Für diesen Film wurden extra Vögel aufgezogen und trainiert, damit sie eine Kamera auf den Rücken tragen können. Ergebnis: Aussergewöhnliche Bilder, die man so noch nie gesehen hat! 4 Jahre lang wurden die Vögel von Afrika bis Europa, von Patagonien bis zur Arktis, in Asien und Australien begleitet, beobachtet und gefilmt.
Fazit: ein Film mit wunderschönen Bildern und Gänsehaut-omenten. War auch nicht zu sehr mit Infos beladen, was zwar einerseits sehr schade ist, andererseits aber auch perfekte Feierabendunterhaltung ist. Ich war seeehr begeistert.

Cover girl / Es tanzt die Göttin
Ein Filmusical-Klassiker aus dem Jahre 1944 mit Gene Kelly und Rita Hayworth
Fazit: ähm. Guckt eigentlich noch irgendwer außer mir solche Filme? Echt, seht ihn euch an. Schöne Frauenbeine, tolle Klamotten, witzige Typen und schöne Tanzeinlagen. Und dann seid ihr auch in Gene Kelly verknallt! :D

Burn after Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?
Der in die Jahre gekommene CIA-Anaylst Osbourne Cox soll in eine unbedeutendere Abteilung zwangsversetzt werden. Da ihm das nicht passt, kündigt er und schreibt seine Memoiren. Noch-Ehefrau Katie, die ihn mit dem ehemaligen Personenschützer Harry Pfarrer betrügt, ist zunehmend genervt und will die Scheidung. Um belastendes Material für ihren Anwalt zu finden, kopiert sie sämtliche Daten aus Osbournes Rechner, darunter auch seine Memoiren. Dummerweise lässt die Anwaltsgehilfin diese CD in dem Fitnessstudio „Hardbodies“ liegen, wo sie der nicht ganz so clevere Chad findet und mit seiner Kollegin Linda einen Coup plant. Linda braucht Geld für diverse Schönheits-OPs, die ihr von der Krankenkasse verweigert werden, also versuchen beide, Osbourne Cox zu erpressen…und das geht gründlich schief.
Fazit: anschauen. schnell. Der Film ist so bekloppt, den muss man einfach mögen.


Speed – auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Florian Optiz treibt die Frage um, warum wir immer weniger Zeit haben, obwohl wir so viel Technik haben, die uns eigentlich das Gegenteil ermöglichen sollte. Wer dreht denn an der Uhr? Und wie kann man aus dem Hamsterrad aussteigen?
Fazit: Gut gemacht, sympathischer Filmemacher. Sehenswert. Eine längere Filmbesprechung gibt es hier.

Unser Wald – das grüne Wunder
600 Drehtage, 70 Drehorte, 250 Stunden Rohmaterial, Luftaufnahmen per Heißluftballon und tagelang ausharren im Tarnzelt. Herausgekommen sind schöne Bilder vom Wald. Wildschweine, Ameisen, Füchse, Hirschkäfer, Vogelgezwitscher. Drama zwischen Groß und Klein.
Fazit: Schöne Bilder, toll von Benno Fürmann erzählt, daher sehenswert. Vor allem die Ameisen kommen gut weg, was mir persönlich seeehr gefallen hat. Ich liebe Ameisen!

The great Barrier Reef
Ja, noch eine BBC-Doku! Diesmal über das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens.
Fazit: Diese Doku war wie verreisen! Ich habe sehr viel gelernt, obwohl die Infos sehr dürftig waren. Es gab sehr viele Wiederholungen und teilweise wurde auch gar nichts Wichtiges erzählt. Schade. Die tollen Bilder hätten es verdient.

Miranda (Series 1 & 2)
Ähm, ja schon 2 Mal gesehen, aber ich dachte: Schadet ja nicht :D Zum Schlapplachen.

28 Days later
Typ wacht auf dem Koma auf und stellt fest: London ist ausgestorben. Nach und nach dämmert ihm, dass hier irgendwas nicht stimmt. Die übrigen Menschen verhalten sich sehr aggressiv und wollen ihn töten, doch er findet Hilfe von ein paar nicht infizierten Menschen. Gemeinsam schlagen sie sich durch zu einem Militärstützpunkt, doch da geht der Alptraum erst los…
Fazit: Von den Kollegen als „krassen“ Zombiefilm empfohlen und tja…was soll ich sagen…ich hab mich schon lange nicht mehr bei einem Film sooo gelangweilt. Vielleicht war meine Erwartungshaltung einfach zu hoch. Gefürchtet habe ich mich kein Stück, ich fands eher trashig. Pluspunkte gibts allerdings für den Soundtrack, aber das konnte Danny Boyle schon immer gut.

Und was hast du dir angeguckt?

Ein Gedanke zu “Gesehen im Juli

  1. Archipelago klingt ja toll. Und sehr schöne Kritiken! Burn after reading fand ich auch lustig, wenn auch ich den Plot gar nicht mehr so genau auf dem Schirm hatte, erinnere ich mich an eine unterhaltsame Zeit im Kino. Fand Brad Pitt als Stulli nicht so treffend und bin ja auch nicht unbedingt der größte Clooney Fan, dennoch Coen Brothers…
    Speed klingt auch gut. Hab schon ewig keinen Film mehr geschaut, keine Zeit.

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