Gesehen im September

Diesmal muss ich mir hier öffentlich mal selbst auf die Schulter klopfen. :D Denn ich lobe hiermit meine Organisation. In meinem Filofax schreibe ich mir zu Jahresbeginn immer eine „To Watch“ Liste auf. Auf der Liste stehen Filme, sortiert nach Kinostart, die ich im kommenden Jahr sehen möchte. Und wenn ich sie verpasse ist es auch nicht schlimm, denn es gibt ja Büchereien. In diesem Monat hatte ich einen sehr guten Lauf und habe mir alle möglichen bisher verpassten Filme auf DVD ausgeliehen. Zusätzlich habe ich noch alten Serien- und Filmschmuh in voller Länge auf Youtube entdeckt und bin jetzt Fan von Dieter Laser. :D
Also Achtung – Die Liste ist lang!

Downton Abbey, Staffel 5
Die Crawley Familie muss sich neuen Herausforderungen stellen, allen voran Lady Edith, die unter ihrem Geheimnis zu zerbrechen droht. Unterdessen gibt es auch bei den Hausangestellten allerlei Unruhe, da ein Inspector bei den Bediensteten herumschnüffelt.
Fazit: diesmal eine tolle, sehenswerte Staffel, da der Fokus auf Charakterentwicklung liegt und nicht auf möglichst vielen dramatische Wendungen. Schön fand ich, dass Maggie Smith mehr in den Fokus rückte.

Project Almanac
Nerd David findet auf dem Dachboden ein Video seiner Geburtstagsfeier als Kind. Das erschreckt ihn, denn er ist selbst in dem Video als Heranwachsender zu sehen! Warum? Dieser Frage geht er mit seiner Schwester und seinen Kumpels nach und findet in Daddys Keller eine Zeitmaschine, die sie flott machen. Und es funktioniert! Anfangs machen sie mal eben schnelle Kohle und verbessern ihre Noten, aber dann macht David einen Alleingang und ändert den Lauf der Geschichte…
Fazit: eigentlich kann ich nicht wirklich viel darüber sagen, denn ich musste den Film nach ca. 40 Minuten abstellen. Ich hatte so heftige Kopfschmerzen und meine Ohren klingelten auch. Ich bin für solche Art Filme einfach nicht mehr gemacht. Für Teenager bestimmt ein super Film, das Thema ansich find ich auch gut, aber dieses ständige Gequassel und die wacklige Kamera im Home-Video-Look mit den vielen Schnitten habe ich nicht ausgehalten. Schade. Vielleicht ein anderes mal.

Kingsman – the Secret Service
Harry Hart (Colin Firth) arbeitet als „Kingsman“, einer geheimen Agententruppe, die sich als moderne Ritter sehen und sämtliche Spezialaufträge erledigen. Dort werden neue Rekruten gebraucht und Hart wählt den Straßenjungen „Eggsy“ aus, da dessen Vater auch ein Kingsman war. Eggsy hat ein Disziplinproblem und nimmt es mit dem Gesetz nicht so genau. Harry sieht jedoch Potenzial und schickt ihn ins Training. Derweil gehen merkwürdige Dinge in der Welt vor: Adlige, Prominente und Politiker verschwinden von der Bildfläche und der reiche Computervisionär Valentine teilt gratis SIM-Karten für alle aus…
Fazit: ziemlich abgedrehter Film, genauso wie es sich für eine Comic-Verfilmung gehört. Allerdings habe ich ein bisschen mehr erwartet. Dem Film fehlen ein paar Ecken und Kanten, obwohl ich die Feuerwerksszene ziemlich gelungen fand und ich mich vor Lachen kaum mehr einkriegen konnte. Colin Firth und Samuel L. Jackson sind nicht zu bemängeln und von Eggsy Darsteller Taron Egerton möchte ich bitte zukünftig mehr sehen. Hollywood braucht frische Gesichter und ich glaube, Egerton ist wandlungsfähig. Schönes Popcornkino, allerdings auch ziemlich blutig.

Trashin
Westside Story bzw. Romeo und Julia meets Skateboards in schönstem 80er Jahre Flair.
Fazit: anschauen! Der Soundtrack ist ziemlich cool, die Red Hot Chilli Peppers haben einen Gastauftritt und abgesehen von der üblichen 80er-jahre-ich-verliere-meine-Unschuld-Szene ist alles in bester Ordnung. Der junge Josh Brolin ist auf dem Skateboard echt sehenswert.

North & South
Mini-Serie in 4 Episoden nach dem Roman von Elizabeth Gaskell. Da sich Landpfarrer Hale von der Kirche abwendet, sucht er gemeinsam mit seiner Frau und seiner noch unverheirateten Tochter Margaret eine neue Aufgabe als Privatlehrer und geht in den Norden nach Milton. Weil sie zur Oberschicht gehören, haben sie in der Industriestadt einen schwierigen Start. Mit der Zeit freundet sich Margaret mit der Baumwollarbeiterin Bessy Higgins, der Tochter des Gewerkschaftsführers Nicholas Higgins, an. Diese Freundschaft gewährt ihr einen tieferen Einblick in die sozialen Probleme der Arbeiterklasse und beschließt, ihren Einfluss in der Oberschicht zu nutzen, um den Status der Arbeiter zu verbessern. Dies bleibt nicht ohne Folgen. Higgins ruft zum Streik auf und Fabrikbesitzer Thornton kommt dadurch in arge wirtschaftliche Bedrängnis.
Fazit: Sehenswerte Kostümdrama-Miniserie für Fans von Jane Austen Verfilmungen. 3 Folgen lang habe ich überlegt wer dieser charismatische männliche Hauptdarsteller ist und ich kam nicht drauf. Wikipedia half mir: Es ist Richard Armitage, den ich ohne Bart, Zwergenkluft und Smaug kaum erkannt habe! Er macht seine Sache super, die Hauptdarstellerin fand ich daneben ein bisschen lahm, aber trotzdem eine sehenswerte Geschichte, weils aufgrund der Thematik mal was anderes ist.

Das blaue Palais
Wissenschaftler verschiedener Herkunft setzen sich in dem privaten Forschungsinstitut „Das blaue Palais“ mit neuen Forschungsprojekten und -fragen auseinander. Dabei spielen KI, Untersterblichkeit, Paranormale Phänomene und andere Themen eine Rolle. Natürlich sind sich nicht immer alle einig und das Geld spielt auch eine Rolle.
Fazit: Ich glaube, das können jüngere Leute gar nicht mehr gucken. Da gibts keine großen Explosionen, dafür lange Diskussionen und die Kamera wackelt nicht ständig hin und her. :D Ja, teilweise fand ich die Epsioden ziemlich langatmig, aber gerade Folge 4 und 5 sind ziemlich gut. Die zum damaligen Zeitpunkt hochaktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind mit Krimi- und Mysteryelementen versehen und an Originalschauplätzen gedreht worden (vermutlich weil Rainer Erler unbedingt auf Kosten des ZDFs verreisen wollte :D)

Sharknado 3
Windhose + Haie = Sharknado. Diesmal sind sie alle besser vorbereitet. Oder so. #SchleFaZ Staffel Finale mit Kalkofe und Rütten als Komparsen.
Fazit: genauso bescheuert wie die anderen Teile, aber deshalb megalustig. Ich musste so viel lachen, dass mir hinterher der Bauch weh tat. Meine Güte war das ein Müll :D Falls ihr einen gemeinsamen Filmabend mit Freunden plant, setzt den Film auf die Liste.

Whiplash
Das junge Talent Andrew gelangt auf ein Elite Konservatorium als Schlagzeuger und wird von dem furchteinflössenden Lehrer Terence Fletcher entdeckt, der ihn in seiner Studio Band haben will. Geschmeichelt und beflügelt stellt Andrew jedoch schnell fest, dass das alles andere als ein Spaziergang wird…
Fazit: anschauen, anschauen, aaaaaanschauen. Bitte. Die Farben, Schnitte, der großartige Miles Teller und der noch großartigere J.K.Simmons und dazu diese fabelhafte Musik! Der Film ist der Hammer!

Chappie
Ein ausgemusterter Polizeiroboter wird von Chef-Entwickler Deon Wilson für ein privates Experiment entwendet. Er spielt erfolgreich ein neues Programm ein und der Roboter fängt an zu lernen. Nur macht er das nicht bei Ingenieur Deon sondern bei der Gangstertruppe, die Deon samt den Scout entführt haben. Die haben mit dem Roboter nämlich einen großen Coup vor. Problem ist nur: Der Roboter „Chappie“ lernt mit dem neuen Programm im Kopf wie ein Kind und muss erst auf seinen großen Tag vorbereitet werden. Leute erschießen macht ihm keinen Spaß. Und dann ist da noch Deons Kollege und Konkurrent Vincent, der endlich seine große Chance wittert seinen Militärroboter einsetzen zu können…
Fazit:absolut sehenswert! Der Film hat mir supergut gefallen, schönes Popcornkino. Er ist flott, witzig, tragisch und spielt gekonnt mit dem Thema „Mensch-Maschine“ ohne nervig zu werden. Irgendwie hab ich den Eindruck, dass der Film total unterschätzt wird. Der Film stand schon länger auf meiner to-watch-Liste, aber nachdem ihn William Gibson auf Twitter permanent hyped, habe ich ihn vorgezogen und wurde nicht enttäuscht. Nur Hugh Jackmans Frisur geht überhaupt nicht :)

Seventh Son
Böse Hexe will das Reich unterwerfen, Hexenjäger und Lehrling wollen sie aufhalten.
Fazit: äh, lasst es. Jeff Bridges und Julianne Moore reißen es leider auch nicht raus. Es ist gewohnte Hollywood-Fantasykost mit blassen Jungdarstellern, langweiligen Effekten, noch langweiligeren Kampfszenen und warum er jetzt ausgerechnet immer Sohn Nummer 7 als Lehrling braucht, wurde auch nicht erklärt. Am Schluss wurde ne Fortsetzung angeteasert, aber ich hoffe nicht, das sowas passiert. Wer witziges Popcorn-Fantasy-Kino für die ganze Familie braucht, sollte sich „Jack and the Giants“ anschauen.

Operation Ganymed
Die UNO schickt eine 21-köpfige Crew unter dem Banner einer Friendensmission zum Jupitermond Ganymed. Nachdem man von der Crew lange nichts mehr gehört hat, bricht die UNO den Mission ab und zerstört die Missionskontrolle. Davon wissen jedoch die 5 verbliebenenen Crewmitglieder nichts, die auf dem Rückweg zur Erde sind und auf das Andockraumschiff warten. Nach einem missglückten Rendevous beschließt Kommandant Doug eine Notlandung einzuleiten. Auf der Erde angekommen müssen sie sich erstmal durchschlagen und das wird für die Crew zur Zerreissprobe.
Fazit: Sehenswerte deutsche Sci-Fi, obwohl das so ein alter Schinken mit einigen Längen ist. Der filmische Schwerpunkt liegt auf der Gruppendynamik, was den Film sehr interessant macht.

My Stuff
Der Finne Petri macht einen Selbstversuch. Er fragt sich: „Was brauche ich?“ und schließt ALLES, was er besitzt in einen angemieteten Lagerraum. Die Regeln? 1. Das Experiment dauert ein Jahr. 2. Jeden Tag darf er einen Gegenstand aus dem Lager zurückholen.
3. Neue Dinge kaufen, darf er in dieser Zeit nicht.
Fazit: #Minimalismus Pur! definitiv sehenswert, stellenweise sehr komisch. Schwer zu beschreiben was ich wirklich davon halte. Ich hätte es gut gefunden, wenn noch mehr Betonung auf sein Leben ohne Dinge gelegt worden wäre, andererseits dreht es sich eben schon darum, was ihm eigentlich fehlt – und das sind eben keine Dinge. Hm Hm. Naja, so oder so – kann man sich wirklich anschauen.

puh, geschafft. Welche Filme hast du dir angesehen?

4 Gedanken zu “Gesehen im September

  1. Vielen Dank für deinen tollen Blog! Ich habe ihn erst vor kurzem entdeckt und bin begeistert. Und du schreibst so witzig, herrlich.

    Jetzt zu deiner Frage: ich habe in diesem Monat die neue Staffel (3) von „House of Cards“ gesehen, ist spannend, aber „Borgen“ ist für mich immer noch die beste Politikserie. Außerdem habe ich „FremdFischen“ gesehen, eine ganz nette Romantikkomödie.

    Whiplash steht auf jeden Fall auch noch auf meiner Liste… ja ich habe auch eine Filmliste in meinem Filofax:-).

    Viele Grüße

    1. Hallo und willkommen :D
      Von „Fremdfischen“ hab ich schon viel gutes gehört, ebenso von „Borgen“ – dazu gekommen bin ich noch nicht :(
      Ne professionellere Serien-Staffel-Liste zum Überblick behalten im Filofax wäre auch mal was Feines :D

  2. Wieder mal eine sehr inspirierende Liste von dir! :) Meine Monatsliste an Filmen ist mittlerweile auch so lang wie nie zuvor, da ich die Sneak Preview am Potsdamer Platz in Berlin für mich entdeckt habe. Total klasse, weil man da Filme zu sehen bekommt, die ich mir sonst nie angesehen hatte. Und ich liebe den Überraschungseffekt.
    Letztens lief A Walk in The Woods, umgehauen haben mich American Ultra und Inside Out.

    LG!

    1. Ich würde auch gerne mal wieder zu ner Sneak Preview gehen. Früher hab ich das ständig gemacht, nur hier in Hamburg nicht. Keine Ahnung warum!
      Was machst du, wenn ein Genre kommt, dass dir nicht gefällt? Gehst du dann auch mal oder hältst du es durch?

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