Gesehen im September

Filme und Serien, die ich gesehen habe

Hier meine Filmliste aus dem September:

Telerop 2009 – Es ist noch was zu retten
Telerop 2009 ist eine Sci-Fi-Fernsehserie aus Deutschland. Gedreht wurde sie in den 70ern und nimmt sich der Umweltzerstörung in Folge der Industrialisierung an. Telerop ist ein Fernsehstudio, das mit seiner wöchentlichen Sendung über die Vergangenheit aufklärt und „praktische Lebenshilfe“ leistet. Sie haben Experten im Studio und machen auch mal spontane Volksentscheide. Es werden Themen wie Smog, 1-Kind-Politik, Umweltverschmutzung, Genetik, Überbevölkerung, Arbeitszeit und Freizeitverhalten u.ä. behandelt. Ein paar der insgesamt 13 Folgen kann man sich auf youtube anschauen. Leider gibt es sie nicht in einer der Mediatheken.
Fazit: Gelungene Serie. Die Outfits sind zwar ein bisschen uninspiriert, aber die Themen und die Scharfsichtigkeit, mit denen der Finger in die Wunde gelegt wird, macht alles wieder wett. Meine Lieblingsfolge ist „Die tödllichen Stunden“ in der Arbeitnehmer bestraft werden, wenn sie zu viel arbeiten und auf Zwangskuren geschickt werden. :D

Die Melodie des Meeres
Animationsfilm nach einer Selkie-Erzählung aus Irland. Ben lebt mit seinem Vater, seinem Hund und seiner kleinen Schwester auf einer kleinen Insel vor Irland. Seine Mutter ist nach der Geburt seiner Schwester verschwunden/gestorben?, also ist er nicht gut auf seine kleine Schwester zu sprechen. Außerdem hat er Angst vorm Wasser. Die kleine Soarsie schweigt, sagt niemals ein Wort. Das einzige, was Ben von seiner Mutter geblieben ist, ist eine Muschelflöte und ein paar Fetzen eines irischen Volksliedes. Nachdem Ben Soarsie mit der Gruselgeschichte erschreckt hat, beginnt sie auf Bens Muschelflöte zu spielen. Die Musik erzeugt glitzernde Schneeflocken, die Soarsie zu einem weißen Robben-Mantel führen. Als sie den Mantel anlegt, ist es auf einmal in der Lage mit den Robben im Wasser zu tauchen.
Fazit: wunderschön melancholisch und mystisch. Sehr sehenswerter Animationsfilm mit tollen Stimmen und einem schönen Soundtrack von Lisa Hannigan.

The Huntsman & the Icequeen
Prequel/Sequel zum Schneewitchen Film „Snowhite and the Huntsman“
Weil Ravennas Schwester Freya von der Liebe enttäuscht wurde, verwandelt sich ihr Herz zu Eis. Sie zieht in den Norden und „befreit“ alle Kinder von der Liebe. Sie entführt Dorfkinder und bildet sie zu „Huntsmen“ aus, um sich so eine Armee aufzubauen. Liebe ist verboten und doch passiert es: Huntsman Eric (Hemsworth) verliebt sich in die Kriegerin Sara (Chastain) – sie werden erwischt und von Freya durch eine List verbannt. Dann taucht plötzlich wieder der Spiegel mit Ravennas gefangenen Geist auf und Eric wird von Schneewittchen engagiert, um den Spiegel wieder zu finden…
Fazit: Ein sehenswerter Fantasy-Frauenfilm mit 3 starken Protagonistinnen, den man am Besten mit Freundinnen oder seiner Teenagertochter guckt, weil sich Männer eher langweilen werden. Der Film ist ansich nix besonderes, er hat aber Witz und Charme und wunderbare Kostüme. Charlize Theron als böse Königin ist immer wieder sehenswert.

Spotlight
„Spotlight“ ist eine investigative Abteilung mit einer Handvoll Journalisten des Boston Globes. Der neue Herausgeber der Zeitung setzt sie auf ein Thema an, das jahrelang in den Archiven vergraben wurde: Der Kindesmißbrauch durch die katholische Kirche. Also fängt das Spotlight-Team an zu graben und was sie finden, zieht seine Kreise. Das gefällt natürlich nicht jedem…
Fazit: harte Kost, für den Film muss man wach und interessiert sein. Aber sehr toller Cast, toll geschauspielert ohne dass die Journalisten zu Helden stilisiert wurden. Dafür war ich sehr dankbar.

Der Fall Eichmann
Produzent Milton Friedman kauft sich Regisseur Leo Horwitz ein, um den Prozess des Jahrhunderts live ins Fernsehen zu bringen: Nationalsozialist Adolf Eichmann, der maßgeblich für die geplante Ermordung von mehreren Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges verantwortlich war, steht in Jerusalem vor Gericht. Obwohl beide Anfeindungen und Morddrohungen erhalten und der Prozess ziemlich an die Nerven geht, bestehen beide auf die Übertragung, da sie auch viel Zuspruch der jüdischen Bevölkerung bekommen.
Fazit: Interessante Perspektive aus Sicht des Fernsehteams. Toll gespielt von Martin Freeman, das Set-Design wirkte ziemlich authentisch. Keine leichte Kost, aber sehr sehenswert, vor allem durch die Zusammenschnitte von Original-Aufnahmen und Fiktion. (Achtung, es gibt Ausschwitz Original-Material zu sehen!)

Hannah Arendt – Ihr Denken veränderte die Welt
Biopic über Hannah Arendt. Im Vordergrund steht der Eichmann-Prozess, ihr Bericht darüber „Die Banalität des Bösen“ sowie ihre Beziehungen.
Fazit: sehenswerte und kurzweilige Ergänzung, wenn man sich schon mal biografisch mit Hannah Arendt auseinander gesetzt hat. Toll geschauspielert!
Für alle anderen hat der Film eher Politik-LK-kurz-vor-den-Sommerferien-Niveau.


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