Getestet: Lunchskins

In meinem Artikel „Ökoterrorismus für die Westentasche“ machte ich mir abschließend ein paar Gedanken, um mein (morgendliches) Papiertütendilemma zu lösen. Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die direkt nach dem Aufstehen noch keinen Appetit haben, aber nach einer Stunde anfangen so einen gewaltigen Hunger zu entwickeln, dass sie einen Elefanten essen könnten. Und da ich mich dann meistens auf dem Arbeitsweg befinde und auf der Strecke ein Bäcker ist, wo es unglaublich wohlschmeckende Franzbrötchen und ähnliche Leckereien gibt, hole ich mir meistens etwas davon. Verpackt wird das Teilchen in eine Papiertüte.
Und diese Papiertüte hat eine Halbwertszeit von maximal 10 Minuten und landet dann verklebt im Müll. Wie ich in den Kommentaren zu obigen Artikel ausgeführt habe, brauche ich eine Lösung, die 1) nicht sperrig ist, also möglichst wenig Platz weg nimmt und 2) damit ich essen kann, ohne das meine Finger klebrig werden. Deshalb scheiden Brotdosen leider für diesen Zweck aus. (Für die Mittagspause sind sie aber super!!!)
Fettige, klebrige Papiertütchen kann man natürlich nicht mehr wiederverwenden und Plastikbeutel sind nicht unbedingt so haltbar wie man meinen könnte. Und die dünnen Plastiktütchen lassen sich nicht mal mehr ordentlich reinigen!! Frechheit!

Deshalb habe ich mir einen Lunchskin in Größe M bestellt und ausgiebig getestet.
Die Lunchskins sind aus einem Stoff, der sich wie Wachspapier anfühlt. (Achso, vielleicht noch als Hinweis – ich krieg dafür nix, das ist nur meine Meinung, weil ich sonst nirgends Beschreibungen im Netz dazu gefunden habe und es vielleicht jemanden interessiert)

Vorteile:

  • schöne Designs zur Auswahl
  • verschiedene Größen
  • perfekt für klebriges Gebäck
  • leicht abwaschbar
  • laut Hersteller BPA-frei
  • geeignet für Geschirrspüler
  • lässt sich klein zusammenfalten / -rollen und passt so in jede Hand und Hosentasche
  • wenn die Sandwich-Tomate etwas wässriger sein sollte – es rinnt nix durch die Nähte!
  • hervorragende Alternative zu Alufolie, Plastiktüten, Papiertüten und Frischhaltefolie
  • trocknet recht schnell

Nachteile:

  • erster Eindruck: müffelt nach Plastik – also erstmal ordentlich und mehrmals waschen. Vermutlich hat man das Problem nach dem ersten Waschgang im Geschirrspüler nicht mehr, ich musste mehrmals ran, weil ich per Hand abwaschen muss
  • könnten auch einen Hauch größer sein (Größe M = ca. 16 x 16 cm), gibt aber anscheinend auch „Sub bags“

Mehr Nachteile fallen mir so spontan nicht ein…falls es noch welche gibt, werde ich sie nachtragen!

Fazit: Glück gehabt! War doch kein Fehlkauf und erfüllt den Kaufgrund bestens! Besonders überrascht war ich doch über die leichte Reinigung, ich dachte ich muss da rumschrubben bis zum Umfallen, aber dem war gottseidank nicht so. Ich habe sie zuerst so ausgewaschen und dann umgestülpt. Mit Schwamm und Spüli kein Problem, innerhalb 20- 30 Minuten trocken.
Oh und noch was – wobei ich nicht weiß, ob das jetzt ein Vorteil oder ein Nachteil sein soll – die Dinger sind schon recht auffällig und wenn man einem Bäckereiangestellten dieses Ding entgegenhält gibt es erst mal erstaunte Blicke. Da wird gemustert, herumprobiert, gedreht und gewendet. Außerdem muss man flott sein, den routinierten Griff zur Papiertüte zu unterbinden! …also schön mit dem Lunchskin herumwedeln und gleich flöten, dass man es darin eingepackt haben will. Nicht unbedingt was für Leute, denen Smalltalk nich so liegt… ;)

7 Gedanken zu “Getestet: Lunchskins

  1. Danke für den Test – klingt gut! Aber sieht wirklich etwas klein aus. Da tendiere ich zum SubBag. Wei DaWanda sieht man auch immer häufiger Shops, die die Lunchbags aus Wachspapier machen. Aber wahrscheinlich nicht BPA-frei. Dafür gibt es dort bessere Design in Form einer „echten“ Lunchbag mit viel mehr Platz. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt.

    Inzwischen habe ich mir dank Deines Tipps auch die Kanteen Trinkflasche und eine Brotbüchse dazu geholt und finde beides sehr toll! Die Dose schließt auch richtig fest, so dass sie nicht sofort ausläuft, wenn mal Salat mit Dressing drin ist. Da decke ich mich sicher noch mal ein.

    Wofür ich immer noch eine Lösung suche: die Plastiktüten beim Selbstbedienungsbäcker. Es gibt in größeren Supermärkten diese Brötchenklappen und da muss man unweigerlich eine Plastiktüte nehmen, damit die Kassierer nachher sehen, was man bezahlen muss. Die beste Methode ist natürlich, diese Läden zu meiden, aber hier „auf dem Land“ ist das schwierig. Vielleicht sollte ich einfach kompostierbare Müllbeutel verwenden, aber die tollste Lösung scheint das auch nicht zu sein. Hast Du vielleicht eine Idee?

    1. also die Hardcore-Plastikfrei-Menschen sind da konsequent und kaufen dann einfach nichts. Aber wie du schon sagst, in Kleinstädten und auf dem Land, wenn man nicht sonderlich viele Möglichkeiten hat, ist das natürlich nicht so die tolle Variante. Beim Herumsurfen über plastikfreies Leben habe ich aber so Mesh-Bags entdeckt, siehe: http://lifewithoutplastic.com/boutique/organic-cotton-mesh-produce-bag-large-p-437.html
      Allerdings bin ich zu geizig um dafür Geld auszugeben und suche noch nach einer Alternative. Ich hätte sie sowieso eher als Ersatz für die fisseligen Plastiktütchen genommen, die man beim Obst abwiegen bekommt…Meine erste Idee war bisher Wäschenetze zu nehmen, allerdings sind die wieder aus Polyester…tze..zum Verrückt werden…da haben wir wieder ein Dilemma: Nehme ich Dinge, die aus Plastik sind, weil sie ewig halten und dafür weniger Müll produzieren, oder verzichte ich komplett auf Plastik um einen Boykott durchzuziehen. Wenn man Plastik konsumiert, wird das Zeug ja immer noch hergestellt…
      Oh und über Wachspapier bzw. Fettpapier habe ich mich auch schon informiert. Fettpapier, das z.B. bei McDonalds verwendet wird, ist mit Silikon beschichtet. Klingt auch nicht so lecker.

      Ich grüble weiter! Und wenn ich mich schlau gemacht habe, gibt es einen Blogbeitrag. In der Zwischenzeit kann ich dich nur auf diese Seite verweisen: http://plasticfreeguide.com/

  2. Was spricht dagegen auch beim Selbstbedienungsbäcker einen Stoffbeutel zu nehmen? Du bist doch nicht verpflichtet der optimierten Lösung des Unternehmens zu folgen.
    Ich bin die letzten 2 Jahre auch gelegentlich mit voll gepackten Kinderwagen einkaufen gewesen und hatte Anfangs dabei ein ungutes Gefühl weil man Jahrelang darauf trainiert wurde möglichst nur mit Portemonnaie und Einkaufswagen den Laden zu betreten.
    Das ist das tolle an Kindern, mit ihnen hat man irgendwann keine Lust oder Zeit mehr für solche Pseudoregeln.

    Also einfach probieren und wenn komische Fragen kommen einfach mit „aktivem Umweltschutz“ begründen .. ;)

    Kurioserweise war es zu meiner Kindheit noch so dass man zwingend einen (Stoff-)beutel zum Bäcker mitbringen musste, weil der Bäcker einfach keine Tüten hatte.. maximal einen Stoffbeutel zum Kaufen.

  3. Danke Max und Frau Dingdong für die Vorschläge!
    Max, ich kann mich auch noch an diese Zeit mit dem Stoffbeutel für den Bäcker erinnern. Wir hatten einen, der NUR für den Bäcker war – mit entsprechendem Motiv bedruckt und kleiner als die heutigen Stoffbeutel. Der Vorschlag, auch heute einfach einen Stoffbeutel zu nehmen, ist gut. Werde ich mal probieren. Dann nähe ich mir aber einen, der bezüglich des Volumens kleiner ist und dafür aber eine größere Öffnung hat, so dass die Kassierer gleich alle Brötchen im Blick haben.

    Die Meshbags sind aber auch super. Weil man da vor allem durchschauen kann. Aber da muss es doch eine Lösung zum Selbermachen geben.
    Dinge, die aus Plastik sind und länger halten, verursachen doch aber genau so viel Müll, wenn nicht gar mehr. Das schlimme ist ja die Überlebensdauer. Und natürlich wird das Zeug auch noch produziert, wenn wir es schon längst boykottieren. Aber das ist ja immer so. Es braucht eine Masse, um die Zustände zu ändern und die besteht aus vielen kleinen. Ich halte das schon für wichtig.
    Alles nicht so einfach…

    1. Ich werde auch versuchen, mir solche Stoffbeutel für den Bäcker zu machen, sieht ja dann auch hübscher aus, als so schnöde Papiertüten. Wie man sich diese Meshbags selbst machen kann, hab ich aber noch nicht rausgefunden. Mal gucken, ob es sowas auf dawanda oder etsy gibt…

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