Gewohnheiten statt Vorsätze

Das Jahr schreitet mit großen Schritten voran, schon ist wieder Ende Januar. Ein Grund, sich mal hinzusetzen und innezuhalten: Wie viel von meinen Neujahrsvorsätzen ist eigentlich übrig geblieben? Welcher Teil ist im Alltag versunken?

Das Januar-Projekt war eigentlich ganz okay, wobei es in der letzten Woche schon weniger Spaß gemacht hat. Das lag nicht unbedingt an den Themen sondern eher an dem fast schon eintretenden Gewohnheitseffekt. Trotzdem war es eine gute Sache. Die Themenkategorien waren wichtig und richtig gewählt, haben also alles abgedeckt. Das Zeitlimit von einem Tag ließ die Sachen absehbar werden, und das einteilen in „MEHR“, WENIGER“, „NEUES VERSUCHEN“ und „ALTES LOSLASSEN“ brachte frischen Wind in die Sache. Wer seinen grauen Alltag ein bisschen aufpeppen will, sollte sowas mal versuchen.
Ich überlege, sowas immer mal wieder zu machen, vielleicht nur eine Woche oder nur eine Kategorie – dafür einen ganzen Monat lang.

Wie dem auch sei: Dieses Projekt sollte ja eigentlich nur eine Aufwärmübung sein, damit ich in den „Veränderungsmodus“ komme :D

Wie läuft es bei dir?

Dass man seine Vorsätze vielleicht inzwischen wieder fallengelassen hat, liegt vermutlich daran, dass sie zu unkonkret waren oder der Alltag nicht zum Konzept gepasst hat ;D
Wenn „abnehmen“ oder „mit dem Rauchen aufhören“ auf dem Zettel steht, ist das zwar lobenswert, aber es reicht nicht.
Wieviel will man denn abnehmen? Will man sofort mit dem rauchen aufhören oder eher seinen Konsum erst mal runter schrauben?

Wenn man sich diese Schritte überlegt, werden aus Vorsätze gute Gewohnheiten, die zum Ziel führen. Ich mach das schon lange so. Wenn man einmal den Mechanismus geknackt hat, kann man das immer wieder machen :)

Hier einige meiner Tricks, wie man Gewohnheiten etabliert:

1) Ich finde, es ist nich unbedingt nötig, sich nur auf eine Gewohnheit zu beschränken. Auch wenn Leo Babauta das ständig propagiert. Grundsätzlich ist das richtig, aber wenn die einzelnen Gewohnheiten nicht wirklich was miteinander zu tun haben oder so winzige Schritte beeinhalten, kann man sie auch problemlos miteinander einüben (z.B. „weniger Rauchen“ und „mehr Wasser trinken“ = bei jedem Gedanken an eine Zigarette einen Schluck Wasser trinken) und verbinden. Lorie Morraro hat dazu ein gutes Video (auf Englisch).

2) Das eigentliche Ziel oder die neue Gewohnheit erst mal schriftlich festhalten und davon ausgehend schriftlich weiterdenken: Was sind die einzelnen kleinen Schrittchen, die mich zum Ziel führen? Wie kann ich sie im Alltag umsetzen?

3) Wenn auf dem Zettel „Fit werden“ steht, sollten darunter einige Aktionen stehen: Treppe statt Aufzug, viel zu Fuß oder mit dem Rad erledigen, einen Sportkurs besuchen, mit dem Laufen anfangen. Gleich danach trägt man sich einen Termin im Kalender ein, an dem es passt. Ich ziehe meine Gewohnheitsveränderungen oftmals am (verlängerten) Wochenende durch, dann hat man sich schon mal für den Arbeitsalltag aufgewärmt und es fällt nicht mehr ganz so schwer.

4) Sich trotzdem permanent daran erinnern, dass man es auch wirklich macht. Gerade bei so Mini-Aktionen hilft der berühmte Post-it am Spiegel oder eine Handyklingeton-Erinnerung.

5) Versuche, das ganze mindestens 4 Wochen durchzuziehen. Am Allerwichtigsten dabei: Keine Ausnahmen erlauben. Wenn man 4 Wochen lang stark bleibt, ist das schon die halbe Miete. Man kommt sich vor wie ein Superheld, kann dann anfangen, den anderen davon zu erzählen, wird bewundert, man fühlt sich spitze und sofort wieder Motivation weiterzumachen.

6) Störquellen analysieren und sich überlegen, wie man sie vermeiden kann.

Mal ein Beispiel: Ich will wieder fitter werden. In den letzten Monaten war ich oft krank, mit dem Laufen haut es auch so gar nicht mehr hin und ich brauche mehr Muskeln, weil ich nicht wie ein kaputter Sandsack herumlaufen will. Außerdem will ich hier mitmachen, auch wenn mir die rosafarbene Aufmachung überhaupt nicht gefällt…
Das ist mein Ziel für dieses Jahr (oder eben Vorsatz, wenn man dieses doofe Wort benutzen will)
Was kann ich tun, um das zu erreichen? Und: Wie krieg ich meinen Schweinehund dazu, mich dabei zu unterstützen, obwohl er das Vorhaben vielleicht sabotieren will?

– auf meine Ernährung achten, mäßig essen (kein Völlegefühl = leicht wie eine Feder :D)
– viel Wasser trinken
– einmal in der Woche in den Sportverein gehen und da was für den Rücken tun
– wieder klein anfangen mit dem Laufen (Laufplan liegt schon bereit!, ich fang mal bei 10 Min. an :D)
– 10 Min. Stretching oder Gymnastik, und zwar morgens. Abends habe ich zu viele Ausreden parat, morgens ist mein Gehirn so müde, dass es das gar nicht merkt, wenn ich Sport mache :D

Ich werde damit gleich morgen starten, weil mir sowas im Urlaub immer leichter fällt. Mal sehen wie das wird.

Wie läufts bei dir?

5 Gedanken zu “Gewohnheiten statt Vorsätze

  1. Ich beginne meine Vorsätze eh erst richtig nach dem Umzug. Es ist momentan einfach nicht möglich diese Dinge durchzuziehen. Deshalb ändere ich nur Kleinigkeiten. Ich trinke mehr Wasser und versuche einiges was Ernährung angeht zumindest an den Tagen umzusetzen, wo ich mal nicht schnell verköstigt werde um dann weiter zu bauen. Ich komme ja selbst mit meinem jetzigen Haushalt kaum hinterher.

  2. :) ich kenne das mit den guten Vorsätzen/Gewohnheiten!

    Hast du mal etwas von dem Züricher Ressourcen Modell gehört? Dort werden „Ziele“ gar nicht so konkretisiert, es geht vielmehr um die innere Haltung. Vielleicht denkt man zunächst: „na da bekomme ich ja gar nichts mehr vollbracht“. Stimmt aber nicht, eher im Gegenteil. Es ist erstaunlich wieviel sich mit kleinen Veränderungen tut!
    Viele Grüsse,
    Mary

  3. Ich führe keine Listen über Vorsätze, da wird das verschieben zu einfach. Und Ziele das weis man ja, geht man innerhalb von 72 Stunden an. Macht also den ersten Schritt. Sonst kann man das notierte getrost vergessen. Das schiebt man dann wieder vor sich her.
    Was nun Verletzungen beim Sport angeht, empfehle ich dir mal ein Buch von Rüdiger Dahlke “ Krankheit als Sprache der Seele“ sehr lesenswert. Da kann man viel für sich und seine Entwicklung lernen. Auch über vieles eben was man sich vornimmt, zu ändern. Abnehmen oder eben nicht mehr Rauchen e.t.c
    Tja, und Wasser trinken als Vorsatz ? Nach Durst wäre wohl richtiger. Und wenn ich immer wenn ich Durst habe Wasser trinke dann passt das schon. Der „Trinkzwang“, ist eine nette Marketing Idee. Aber einen echten Beweis über genaue Mengen die nach Plan getrunken werden, und deren Nutzen gibt es bis heute nicht! Aber die Mode den Menschen nach Maßeinheiten Wasser trinken zu lassen, wird wohl nie verebben. Dabei ist es einfach heraus zu bekommen wie viel Wasser der eigene Körper braucht, einfach mal einen Tag immer bei Durst Wasser trinken und nichts anderes.

    1. Wieso verschiebt man denn Vorsätze, wenn sie schon schriftlich fixiert sind? Kann ich nicht bestätigen. Aber ich schreibe mir ja nicht nur mein Ziel auf, sondern gleich alle erforderlichen Schritte, die dazu gehören. Also wenn „mit dem Laufen anfangen“ drauf steht, steht gleich darunter: ein Buch darüber lesen, mit Leuten reden, die schon laufen, Laufschuhe kaufen, einen Laufplan besorgen und Termin setzen. Hat geklappt. Und das funzt bei allen so, auch wenn es ein Monat auf der Liste steht.

      Dass der Trinkzwang eine „nette Marketing“-Idee ist, glaube ich nicht. Ich WEISS es, weil es mir spürbar schlecht geht, wenn ich nur 0,5 L Wasser zu mir genommen hat. Das Problem ist ja, dass viele Durst gar nicht mehr merken, vor allem Kinder und alte Menschen. Und die meisten (vor allem Übergewichtige) verwechseln Durst mit Hunger und nehmen die Flüssigkeit durch die Nahrung auf, was natürlich auch nicht ausreicht. Wenn der Körper „DURST“ meldet, ist es ja eher ein kleines „ALARM“-Zeichen.
      Ich trinke auch nie nach Regeln, sondern achte darauf, dass ich mindestens 1 L Wasser trinke. Alles andere ist Tee, entkoff. Kaffee und auch mal ne Limo. Das reicht.

      Aber viele können das eben nicht und merken nicht, wie der Wasserhaushalt mit den ganzen körperlichen Wehwehchen zusammenhängt. Steht da nix in Dahlkes Buch darüber?

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