Kleiderschrank ausgemistet, mal wieder.

Und diesmal mit komischem Gefühl!

Also ich weiß nicht, wie es euch beim Entrümpeln des Kleiderschrankes geht, aber mir geht es damit immer ganz ganz furchtbar. Mir gehts so schlimm, dass ich am liebsten alle 20 Minuten eine Kaffee+Kuchen+Buch lesen-Pause einlegen möchte.
Ausräumen. Auswischen. Sortieren. Anprobieren. Sich hässlich finden. In zu eng gewordenen Klamotten feststecken. Fix und fertig sein. Kurz vorm Heulen. Zwei Teile später absolut hinreissend aussehen und sich freuen wie schön man eigentlich sein. Repeat.
Ehrlich, diese Achterbahn-Fahrt ist nix für mich. Aber da das letzte große Entrümpeln schon wieder 2 Jahre her ist und ich mir ja extra ein Motto verpasst habe, musste das mal sein.

Im Jahr 2012 habe ich zum ersten Mal richtig groß und systematisch mit anschließender Inventur entrümpelt. Dabei war das Zählen der Klamotten und Accessoires – und zwar ALLES – für mich enorm wichtig und erhellend. Denn so konnte ich erkennen, was ich brauche bzw. wovon ich definitiv genug habe. Da konnte ich mich dann bei einigen Dingen schön zurücklehnen.
2013 waren es insgesamt 207 Teile (Hosen und Oberteile inkl. Unterwäsche, Socken, Schlafklamotten, Sportklamotten und Badezeug, Schuhe, Taschen und Rucksäcke, Mützen, Schals, Handschuhe usw.)

Nach der diesjährigen Ausmistaktion habe ich nur noch 165 Teile insgesamt. Davon 4 Hosen, 8 Langarm-Shirts, 10 Kurzarm-Shirts, 10 Pullover und 13 Strickjacken, 1 Bluse, 1 Blazer, und 3 Fleece-Jacken.
Bei den Hosen, Pullovern und Shirts geht nix mehr, da ist das absolute für mich nötige Minimum erreicht. Aber in naher Zukunft werde ich mich wohl auch von ein paar Strick- und Fleecejacken trennen. Trotzdem, mit 50 Sachen als Alltags-Garderobe komme ich gut hin. Von der Menge her bin ich zufrieden.

Soweit so gut. Trotzdem fühlte es sich merkwürdig an. Es war diesmal nix Befreiendes, kein Aha-Erlebnis. Weil ich beim Minimum angekommen bin? Es könnte noch minimalistischer gehen, aber Abwechslung mag ich auch. Oder ist das nur eine Wahnvorstellung? Vielleicht zieh ich ja doch nur immer wieder dasselbe an, auch vom Wenigen? Wie ist das bei dir?
Viel habe ich nicht rausgeworfen, viel habe ich aber auch nicht behalten. Es ist ausbalanciert und eigentlich könnte ich zufrieden sein.
Ich habe erstmal die Kleiderbügel-Haken umgedreht und habe mir vorgenommen, mehr Abwechslung in den Alltag zu bringen. Dank meinem komischen Gejammer über Twitter bekam ich unerwartet hilfe von materialfehler, die mir gerade per E-Mail beibringt, worauf man achten muss. Das ist furchtbar inspirierend und interessant und ich hoffe, sie schreibt mal einen ausführlichene Blogbeitrag über diese Archetypen-Geschichte, damit ihr auch von ihrem Fachwissen profitieren könnt. (So, hier steht es jetzt. Erwartungshaltung ist aufgebaut ;D)

Kleiderberge und Stilfrage hin oder her – ich frage mich, ob man immer mit so nem seltsamen Gefühl dasteht, wennm man etwas „fertig“ entrümpelt hat?
Als ich mein Badezimmer heruntergefahren habe, war das aber nicht so…

Ist Kleidung emotionaler aufgeladen, weil wir damit unsere Identität basteln?

11 Gedanken zu “Kleiderschrank ausgemistet, mal wieder.

  1. Hallo Frau DingDong,

    erstmal bin ich gerade total begeistert, dass du auch eine größere Anzahl an Strickjacken hast. Manchmal komme ich mir schon ein wenig unminimalistisch vor, wenn ich die Pulloverschublade aufmache und die ganzen Strickjacken sehe… Irgendwie ist mein Kleidungsgeschmack seit einigen Monaten total im Umbruch und ich denke intensiver darüber nach, was mir wirklich gefällt/steht.

    Im Moment schreiben viele Blogs ja über Marie Kondo und ihre Buch, was ich vor Jahren schon mal durchgeblättert habe. Habs mir jetzt nochmal aus der
    Bücherei ausgeliehen und bin gespannt, ob es mir mittlerweile mehr zusagt.

    Liebe Grüße, Svenja (Apfelmädchen)

    P.S.: Unerwartete Hilfe über Twitter ist super!

  2. Ich habe gerade fertig entrümpelt, und ja, ich stehe mit einem komischen Gefühl da. Benennen kann ich es noch nicht ganz.

    Bei mir ist es fast ein bisschen so, dass ich nicht weiss, was ich jetzt tun soll, nachdem diese Aufgabe beendet ist. Das ist es bei Dir sicher nicht. Auch wenn ich es nicht sooo wichtig finde, ob nun 200, 162 oder 50 Sachen im Schrank hängen, find ich Bea Johnsons Herangehensweise toll – 2 Mal im Jahr die Garderobe, die in ein Carry On passt, durchsehen und ggf Dinge ersetzen. Da bin ich aber noch nicht.

    Ich ziehe übrigens auch vom Wenigen immer wieder die gleichen Sachen an. Das hängt auch damit zusammen, dass bestimmte Dinge eben nur für bestimmte Anlässe tauglich sind. Ausserdem fand ich, dass Ausmisten – für jetzt – fertig war, als nur noch diese Sachen übrig waren, die ich gern mag und in denen ich mich gut fühle.

    Ist ja kein Wettbewerb, ne?

    Lieben Gruß
    Dina

  3. Ich versuche auch ständig meinen Kleiderschrank zu minimieren, doch irgendwie sammelt sich dann doch ständig was neues an. Ich weiß garnicht wieso… Die Hälfte hat man doch sowieso nie an. x__x
    Wenn ich dann ausmiste gehts mir wie dir… Ich muss zwischendurch ständig was anderes machen. Somit zieht sich das ganze dann auch meist sehr lange hin. Vom Anprobieren und „sich hässlich“ finden ganz zu schweigen. :))
    http://www.color-castles.com

  4. Ich habe seit einigen Jahren einen relativ übersichtlichen Kleiderschrank – und ich kann bestätigen, dass sich das gute Gefühl von den ersten großen Ausmistaktionen mit der Zeit nicht mehr so gut reproduzieren lässt. Bei mir lag es vielleicht daran, dass ich an einem Punkt angekommen war, wo ich Bedenken hatte, nur noch ständig die gleichen Sachen anziehen zu können. Da habe ich mich bei jedem Teil schon fast gefragt, ob ich nicht auch einen Teil meiner Individualität ausmiste, wenn ich es weggebe…

    Seit letztem Herbst experimentiere ich mit dem Project 333 (ich mag ja diese klar umrissenen Vorgehensweisen…) und bin sehr angetan! Den nicht benötigten Teil der Klamotten lagere ich außer Sichtweite am Speicher und konzentriere mich auf die 33 ausgesuchten Teile. Nach drei Monaten kann ich aber wieder neu aussuchen und gegebenenfalls ein paar Teile neu kaufen. Ich mache mir gezielt Gedanken, welche Teile zusammenpassen, welche Farben ich tragen möchte, auf welche Kombis ich Lust habe – und fühle mich nicht mehr so festgefahren wie vorher.
    Ich sehe auch viel klarer, welche Teile ich wirklich mag und auf welche ich verzichten kann und ich habe richtig Spaß daran, mich mit meinem Kleinderschrank zu beschäftigen :-)

    Wahrscheinlich sind Klamotten schon emotional aufgeladener als z.B. Duschgels oder Labellos – eben wegen dem Identitätsding, wie präsentiere ich mich, wie will ich wahrgenommen werden…

  5. Ich hab ja im Januar meine erste große Kleiderschrankentrümpelungsaktion durchgezogen und vermisse bis jetzt definitiv nix. Ich muss aber zugeben, dass ich noch ne ganze Menge „Vielleicht?“ Objekte behalten habe. Da ist der Trennungschmerz noch nicht so groß.

    Und ich stimme definitiv der These zu, dass Kleidung sehr viel stärker emotional aufgeladen ist, als viele andere Dinge.
    Z. B. Der Pulli, den ich in Florenz auf dem Straßenmarkt gekauft habe und den ich jahrelang nicht getragen habe, weil ich ihn schonen wollte. Der ist erst seit der Entrüpelungsaktion mal wieder zum Einsatz gekommen, weil ich mich denn doch gefragt habe, warum eigentlich nicht…
    Lieben Gruß von der Chaoskämpferin

  6. Eigentlich bin ich gerade in der Pause, aber so richtig klappt das nicht mit dem Nichtlesen. Bei dir lasse ich mich jetzt zu einem Kommentar hinreisen:

    Ich finde es total interessant, wie gerade mehrere nochmal ihre Kleidung durchgehen. Svenja hat letztens ja was aussortiert, Dina und das Fräulein im Glück ebenfalls. Ich bin auch gerade dabei und es schmerzt:
    Weil da Kleidung bei ist, die ordentlich Geld gekostet hat, aber nicht passt. Weil da so Semifehlkäufe auftauchen, die die ersten Ausmisterunden immer überstanden haben, aber trotzdem nicht angezogen werden. Ich reduziere jetzt auf Lieblingskleidung runter – mir hilft, dass ich momentan damit rechne, dass der Bauch dicker wird und sich damit die Garderobe etwas reduziert, schließlich kaufe ich keine 20 Schwangerschaftshosen… Demnächst schreib ich auch noch was dazu. Guck doch dann vorbei – liebe Grüße bis dahin ins schöne Hamburg!
    Nanne von einfachsoleben.

  7. Eine Blogreihe will ich unbedingt schreiben! Ist auch schon grob skizziert (seit *hust* einem Jahr) aber jetzt grade würd mich das voll stressen neben dem Uniabschluss. Was zu schreiben, was Hand und Fuß hat, kein Romangeschnatter, viele anschauliche Bilder, vielleicht auch selbstgemalte Grafiken (Filzstifte, yeah!) drin hat ist einfach ganz was anderes als eine entspannte/entspannende Emailplauderei in den Lernpausen. Bei den Farbtypen konnt ich auf ganz viel bereits vorhandenes verlinken, die Archetypen sind furchtbar dünn gesäht :( Da muss ich viel selber erklären.

    Kleidung ist glaub ich für die meisten ziemlich emotional. Ist ja Teil unserer Identität.
    Hängts euch doch nicht so sehr an den Zahlen auf. Klar muss es mindestens so viel sein dass man während eines Waschzyklus kein Nackerpatzi sein muss. Klar soll es zum Lebensstil passen (10 Ballkleider, obwohl man nie auf Bälle geht?). Aber wenn ein Teller kaputt geht, dann holt man sich halt vom Ikea wieder einen. Bei Klamotten geht das nicht so einfach. Es muss zum Geschmack, Stil, Jahreszeit, Figur, Farbtyp, wasauchimmer passen – und das ist einfach nicht immer in den Geschäften, selbst wenn man gern auf SecondHand zurückgreift. Ich hab zu extrem ausgemistet und hab jetzt den Salat. Bei dem Zeug das es derzeit gibt, schau ich grantig durch die Finger.
    Bei Klamotten finde ich zu extremen Minimalismus für die meisten nicht machbar. Und wozu auch? Ein bisschen Gedanken, Planung, Ausprobieren dahinter und dann pendelt es sich schon auf eine Wohlfühlmenge ein. Von drei Pullis mehr fühlt man sich auch nicht gleich überfordert. Ich finde, bei Kleidung sollte man den Minimalismus echt lockerer sehn.

    Zur Frage zur idealen Garderobengröße: http://into-mind.com/2014/04/01/qa-vol-i-on-lifestyle-shifts-clashing-styles-ideal-wardrobe-sizes/
    -> Dieser Blog ist ein geiler Scheiß Leute, falls den wer noch nicht kennt! Es geht NUR um „Wie baue ich einen zufriedenstellenden Kleiderschrank?“ – Quantität, Qualität, Ideen, Minimalismus, Öko etc.

  8. Ich habe mir vorgenommene Aufgabe im Kleiderschrank auch schon erfüllt (Klamottenkur) und ausgemistet und umgeräumt.

    Das muss ich schon deshalb, weil ich einfach schlampig bin und keine schönen Stöße bilden kann. Die müssen immer wieder einmal begradigt werden ;-)

    lg
    Maria

  9. Hey du,

    bei mir steht eher eine komplette Neubestückung an.
    Fast ALLES ist kaputt.
    Ich habe nur noch eine richtige Hose neben meiner Sommer-Leinenhose und der kurzen. Meine langärmligen Sachen haben alle Löcher oder sind verzogen (ich habe vllt.6 Teile). Bei den T-Shirts sieht es ähnlich aus, aber da hab ich ein paar mehr.
    Unterwäsche ist auch ganz schlimm. Habe vllt. 5 Paar Socken, davon 2-3 kaputt.
    Mein einziger Schal ist verschollen……mein einziges Paar Alltagsschuhe ist böse für meine Füße.

    Ich mag nicht einkaufen gehen!
    Willst du mir was abgeben? :P

    Grüßle J.

  10. Großes Entrümpeln und Ausmisten ist doch immer der Start/die Vorbereitung für einen Neuanfang. Da macht es für mich Sinn, dass sich beim ersten Mal die Euphorie einstellt. Danach kommt für mich dann die Instandhaltung und Optimierung: z.B den billigen Pulli gegen einen teuren austauschen oder endgültig kaputte Klamotten ersetzen. Opitmalerweise muss man dann nie mehr ausmisten, weil’s nebenherläuft. Jaja, ich weiß: „Grau ist alle Theorie“… ;)

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