Loslassen, wie geht das?

Nachdem ich mir letztens Gedanken um das Thema Loslassen gemacht habe, frage ich mich nun, wie das eigentlich geht.
Gibts da ein Patent-Rezept? Wie machst du das eigentlich?

Ich habe auf langen Bus- und U-Bahnfahrten immer wieder darüber nachgedacht.

Ich glaube, wenn wir loslassen, geht das zuerst im Kopf los. Dann folgt das Herz und stellt fest „ja, das ist gut für mich“ (auch wenn es vielleicht zuerst nicht so wirkt).

Wenn ich loslasse, entscheide ich mich bewusst dafür, den Blick nach vorne zu richten. Damit meine ich aber keinesfalls ein krampfhaft positives Denken oder ein Verdrängen der schwierigen Situation. Loslassen ist etwas anderes. Loslassen geschieht, indem wir negative Gefühle wie Wut, Trauer, Angst, Enttäuschung usw. und den IST-Zustand akzeptieren, weil wir merken, dass es so nicht weiter gehen kann. Diese blöde Situation gefällt mir zwar nicht, aber ich akzeptiere sie. Ich glaube, das Annehmen und Akzeptieren einer Situation ist der 1. Schritt beim Loslassen.

Ich akzeptiere, dass…
– ich einige Sachen nicht ändern kann.
– ich manchmal ziemlichen Mist baue.
– sich andere nicht immer so verhalten, wie ich das will.

Wenn ich etwas akzeptiere, fühlt es sich schon irgendwie anders an. Nicht mehr so schwer. Der Kopf wird klarer und ich kann weiterdenken.

Ich erkenne, dass…
– ich eine Lösung brauche, wenn ich so nicht weitermachen will
– ich Einfluss auf meine Gefühle habe und sie verändern kann, wenn ich das will
– ich mir erstmal ziemlich beknackt vorkommen werde

Beim Loslassen lasse ich etwas zurück, etwas geht verloren. Es entsteht eine Lücke. Und wenn die Zeit reif ist, füllt sich diese Lücke mit Leichtigkeit, Energie und Lebensfreude. Oder?

7 Gedanken zu “Loslassen, wie geht das?

  1. Puh, richtig schweres Thema!

    Es gibt Dinge, Angewohnheiten etc., die kann ich ganz leicht loslassen. Im nachhinein frage ich mich dann, warum sie mich überhaupt so lange begleitet haben. Ich fühle mich entweder befreit, dass sie „weg“ sind oder verschwende kaum einen weiteren Gedanken an sie.

    Richtig schwer ist es aber mit den Einstellungen, Angewohnheiten, Dingen, bei denen ich mir sicher bin, dass sie mir nicht gut tun. Manchmal kann ich sie nicht loslassen oder will das auch nicht. Also trage ich sie dann als Last mit mir rum, weil ich zu bequem, unsicher, ängstlich oder was auch immer bin. Aber irgendwann stehen sie dann doch zur Entscheidung an. Dann wundere ich mich am Ende oft, warum der Weg dahin so lang war. Manche Dinge brauchen halt Zeit und haben auch ihre Zeit!

  2. Hi Cloudy!

    Long time no see – aber „loslassen“ war (und ist) auch bei bei mir (nicht nur blog) thema.

    wie bei offensichtlich vielen leuten. Das erstaunliche ist, finde ich, dass alle zu den selben ergebnissen kommen: es lohnt sich, das loslassen und auch das sich-auseinander-setzten.

    danke – super artikel!

  3. Loslassen ist ein Prozess:

    – Du merkst, das etwas weh tut. Oder etwas ist vergangen und Du möchtest es unbedingt festhalten, das schmerzt wiederum.

    – Deshalb entscheidest Du, es gehen zu lassen. Es geht aber nicht sofort. Einige Zeit lang sagst Du Dir immer wieder, dass Du dankbar bist, dass es WAR und Du akzeptierst, dass es nicht mehr IST.

    – Du gibst den inneren Kampf auf und krallst Dich nicht mehr fest. Du akzeptierst und lässt einfach irgendwann und unbemerkt los.

    WAS BLEIBT ZURÜCK?
    Bei mir bleibt da keine Leere zurück. Das, was ich losgelassen habe, war schon lange nicht mehr da. Ich habe es nur in mir selbst festgehalten.

    Übrig bleibt Ruhe, wie ein tiefer Frieden und Erleichterung.

    Danke für Deinen klasse Artikel – hat mal wieder zur Selbstreflexion beigetragen :-)

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