Minimalismus und Mode: Aus 1 mach x

Endlich ein lang erhoffter Geldsegen. Und obwohl sich schon eine lange Wunschliste aufgetürmt hat, grüble ich doch darüber nach, ein bisschen was davon in einen neuen Kleidungsstil anzulegen. Minimalismus wird ja momentan in der Mode gehypt, wiedie letzte Stella McCartney Modenschau zeigt. Trotzdem verstehe ich unter Minimalismus nicht nur Kleidung ohne Schnickschnack sondern nur eine Handvoll Kleidung, aber dafür qualitativ gute Sachen, die schick und schmeichelhaft sind und trotzdem funktional sind. Kennt da jemand gute Online-Shops?
Ich will wenige Dinge, die dafür aber mindestens bis 2029* halten!
Denn leider sehen die meisten Klamotten dann gleich so Globetrottermäßig aus und das ist meistens hässlich.

Minimalismus in der Mode funktioniert aber sehr gut mit Funktionalität, wie das Video zeigt:

Durchsichtiges würde ich jetzt nicht unbedingt anziehen, aber man sieht ja was gemeint ist, ne?
Jedenfalls hat sich die Designerin das Ganze gut überlegt.

Zurück zu meiner Ausgangsüberlegung:
Braucht man 2 Schwarze Hosen? 5 gleich aussehende Jeans? 4 weiße Blusen?
Bestimmt nicht. Aber warum tut man das? Denn eigentlich tragen wir ja sowieso nur immer diesselben Klamotten, denn das, was wir oft anziehen, liegt auch vorne im Schrank und gefällt uns, während der Rest irgendwo hinten im Schrank versauert.
Ich sortiere oft aus, und trotzdem wird es irgendwie nicht leerer, obwohl ich fast gar nix kaufe (= alle zwei Monate kaufe ich, wenn überhaupt, maximal 2 Teile), anscheinend lass ich mir zuviel schenken.
Zumindest bin ich schon zu dem Punkt gelangt, nur noch Klamotten zu kaufen, wenn ich sie auch WIRKLICH brauche.
Ach und „Shoppen“ ansich verwandelt mich in ein hysterisches, leicht reizbares Monster und ich verstehe auch nicht, wie einem das Spaß machen kann.
Ein Kenner möge es mir bitte erklären, ich bin gern bereit dazuzulernen!

Herr DingDong und seine männlichen Freunde schaffen es, immer gut auszusehen, obwohl sie einen Minikleiderschrank besitzen. 2 Pullover, 2 Jeans, eine „gute Hose“, ein Sakko, 5-6 Hemden (darunter lang- und kurzärmlig), eine Handvoll unzerstörbarer T-Shirts (hallo?! ein T-Shirt kann 12 Jahre halten???) und dann noch Unterwäsche und Socken.
Ich nehme mir das zum Vorbild!

Neben der Funktionalität kann auch Kreativität ein toller Freund des Minimalismus sein.

Man kann es zum Beispiel so machen wie Matheiken mit ihrem Experiment The Uniform Project. Sie hat ein ganzes Jahr lang dasselbe Kleid getragen, immer verschieden kombiniert mit Accessoires, die sie sich von anderen hat schenken lassen.
In diesem Jahr und mit diesem Projekt hat sie Geld gesammelt um ein Schulprojekt in Indien zu unterstützen. Im 2. Jahr trägt sie ein Outfit, den ganzen Monat lang. – Auch interessant!

Oder man probiert noch eine neue Strategie aus. Inspiriert von 333 Fashion Project, sucht man sich 33 Teile zusammen und zieht nur diese Teile dann für 3 Monate an. Merkt man einen Unterschied? Wird man anders behandelt? Muss man noch lange vorm Schrank stehen und sich was ausdenken? Muss man mehr Zeit für’s Waschen aufwenden?
Das sind interessante Fragen.

Wer es radikaler braucht, versucht es mit 6 items or less

Ich glaube, ich versuche auch mal so ein Experiment. Das muss ich mir erstmal zurecht denken, aber reizen würde mich sowas schon. Oder einfach ein bisschen radikaler ausmisten und sich nicht immer so viele Klamotten schenken lasssen.
Jetzt frage ich mich nur noch, ob ein Minimalist auch Stil haben kann. Und überhaupt verstehe ich das mit der Mode überhaupt nicht so ganz…Weiß da jemand eine Antwort? Bin für alle Ideen und Theorien offen!

*2029 kommt Apophis der Erde ziemlich nahe. Experten haben errechnet, dass uns nix passieren wird, aber kann man sich auf sowas verlassen?!

9 Gedanken zu “Minimalismus und Mode: Aus 1 mach x

    1. Danke für deinen Kommentar!

      meinst du damit Minimalismus und Mode oder generell Minimalismus? Denn wenn du nur Minimalismus meinst, kannst du ja mal auf die Kategorie klicken. Dort findest du noch andere Beiträge. Da Minimalismus momentan mein Lieblingsthema ist, wird es vermutlich zukünftig noch weitere Themen dazu geben.

  1. Sollte man sich mit dem Minimalismus minimalisieren? Ist es dann so, dass man weniger spricht, weniger isst und weniger denkt? Hm…
    In meiner Schulzeit, dasz letzte Jahr sasz auf einmal ein Junge neben mir, (bisher genosz ich es mich alleine auf dem Tisch auszubreiten). Nach einigen Wochen fiel mir auf, dasz er immer denselben Pullover trug. Dunkelblau mit grünen Ärmeln und vorne Geometrische Formen drauf, im Grunde ein graesslicher Pullover. Anfangs verstanden wir uns auch nicht recht… Mit der Zeit jedoch schien er mir so vertraut. Am Ende des Schuljahres war er dann zum Kumpel geworden und ich glaube bis heute es lag daran dasz er einfach immer das selbe trug, unveränderlich aussah und ihn dasz so vertraut machte +lach+ (dazu eine helle Jeans mit Löchern am Knie) +Daumenhoch+

    1. ach, ich weiß noch gar nicht genau, was das mit dem Minimalismus ist. Ich versuche das hier mit allen zu erforschen, weil das ja in Amerika total der Hype zu sein scheint.
      Bisher weiß ich nur folgendes: Wenn man weniger Sachen hat, konsumiert man auch anders. Seit ich systematisch alles ausmiste, was ich nicht brauche, frage ich mich nämlich 2 mal, ob ich Dinge wirklich brauche. Meistens brauche ich sie nämlich nicht und dann lass ich sie liegen. Ich habe auch gemerkt, dass ich ruhiger werde, dass ich mich wieder konzentrieren und fokussieren kann und man mehr Zeit für wesentliches hat, weil man seine Arbeitsabläufe vereinfacht und sich von schlechten Beziehungen löst. Durch Minimalisieren maximiert man sich :D
      Und ja, das ist auch ein bisschen Protest gegen diese Überfluss- und Wegwerfgesellschaft.

  2. Das ist eine sehr gute Sache „durch den Minimalismus maximiert man sich“. Man koennte also sagen, je weniger Material im Umfeld, umso mehr Platz im Kopf? Nun meiner einer besitzt eindeutig zu viel! Gestern war der Mihe „Powershoppen“ – „ich fahr mal eben in die Stadt, brauch mal wieder neue Sachen“ in sage und schreibe einer Stunde, brachte er es zu 5 neuen T-Shirts, zwei Hosen, ein paar Schuhe, zwei Muetzen, einer Strickjacke, 5 Shorts, 2 Paar Socken. Wow. Tolle Sachen uuuuund hochwertig! Seine Shirts sind welche von der Sorte die 10 Jahre locker durchhalten! Wenn ich vor meinem Schrank stehe kann ich mich nicht entscheiden, welches von den 30 T-Shirts ich nicht mehr möchte (10 schwarze, 10 bedruckte, 10 bunte) vielleicht sind es doch noch mehr. Ich habe nun auch schon vor längerem bestimmt insgesamt 20 Teile zur Kleidersammlung gegeben. Aber wäre es nicht absurd so vieles wegzuwerfen um dann teure hochwertige Sachen zu kaufen? Hm ich muss darüber mal nachdenken. Denn durch dieses wegwerfen und teures kaufen, dass ist doch dann richtig Überfluss? Oder wie seht ihr das?

    1. also bei mir ist das definitiv so geworden, dass nach dem ausmisten und aufräumen mehr Platz im Kopf ist und ich auch innerlich aufgeräumter bin.
      Und ich finde es schon absurd, vieles wegzuwerfen und das dann durch teure Sachen zu ersetzen. Teuer bedeutet heutzutage ja nicht automatisch auch „gute Qualität“, aber bei Sachen von Jack Wolfskin, Northface usw. scheint das zu stimmen. (Meistens fördern diese Markenhersteller aber durch die Gewinnerlöse auch Projekte. Die Northface-Gründer stecken zum Beispiel einen Teil ihres Gewinns in den Schutz eines Nationalparks. Fleecejacken bestehen zum Teil aus recycleten PET-Flaschen. Das hat dann auch Nutzen und ist entsprechend teuer.)
      Das bloße ersetzen von Dingen durch hochwertiges Zeug ist meiner Meinung nach ein bisschen schwachsinnig. Für mich geht es darum, sich die Frage zu stellen: „Komme ich auch ohne damit klar?“ – und da stelle ich viel zu oft fest: Ja, definitiv.

  3. Hm. In meinen Augen haben Minimalisten sogar eher und mehr Stil als „andere“. Stil lässt sich besser erkennen, wenn nix überladen ist oder ständig wechselt und ich denke, Stil hat auch ein wenig mit Beständigkeit zu tun. Immer jede Mode mitmachen macht sicher kein Minimalist und wenn man absichtlich mit wenigen Dingen auskommt, macht man sich sicher mehr Gedanken über diese wenigen, und zieht das dann durch. So kann sich Stil leichter bilden :)
    Welcher Stil das dann ist, ist ja egal, gibt ja die Bezeichnung „persönlicher Stil“. Wenn jemand 20 Jahre lang mit einem Shirt in für mich absolut gräßlichen Grün rumrennt, kann ich ihm dennoch Stil attestieren. Auch Dinge, die ich absolut nicht mag, können stilvoll sein, interessant eigentlich. Wenn jemand immer tolle Sachen/Frisuren/Schminke/Wohnungsdesignkram/etc. hat, aber dauernd neu und anders, empfinde ich das nicht als stilvoll, selbst wenn ich die einzelnen Dinge alle mögen würde. Ist halt zuviel. Wenn ich von jemandem denke, „hey, toller Stil“, dann ist das die Art, wie sie/er sich verhält, oder die Frau, die eigentlich immer gleich an ist, aber immer eine Riesensonnenbrille trägt oder eine knallpinke Mütze…
    Man sagt ja, man kann „seinen Stil finden“, „seinen Stil entwickeln“, aber ich glaube irgendwie, man wird schon mit oder ohne Stilgefühl geboren. Guter Stil hat was von Mühelosigkeit, Selbstverständlichkeit, dass kann man wohl nur bis zu einem gewissen Grad lernen oder verfeinern, mancher hat´s , mancher hat´s nicht. Macht auch nix, wie bei vielem, wenn wir nix stilloses kennen/sehen würden, würde uns das stilvolle sicher nicht so auf- und gefallen.

  4. Ich kaufe eigentlich nur Sachen, die ich wirklich brauche bzw. ersetzen muss, weil kaputtgegangen. Ich erfreue mich sehr an meinen schönen bequemen Sachen und bin tatsächlich betrübt, wenn Jeans, Stiefel oder sonstiges irgendwann unrettbar kaputtgehen. Die meisten Sachen hätte ich am liebsten einfach genauso wieder ohne neu suchen gehen zu müssen. Wenn ich dann aber was genauso schönes bequemes gefunden habe, erfreue ich mich dann auch wieder daran. Wegwerfen und gegen teureres ersetzen per se finde ich doof. In manchen Fällen macht es aber Sinn, sagen wir mal, ich hab Schuhe erwischt, die mich „umbringen“, ich muss unheimlich viel Zeit mit irgendeinem drittklassigen Produkt verschwenden, die ich durch ein besseres übrighätte, ich bekomme Ausschlag von irgendeiner Creme…oder so. Dann habe ich auch kein Problem, was wegzuwerfen. Wenn ich was neu kaufe, achte ich im Rahmen meiner finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten auf Qualität und Umwelt. Wolfskin ist ein schönes Beispiel. Als mein alter Rucksack (Woolworth oder so) kaputtging, hat es mir zwar ein bischen wehgetan, Geld für einen Wolfskin-Rucksack hinzulegen, aber da ich ihn täglich benutze, er viel lieber zu meinem Rücken ist, sich viel besser zum Radfahren eignet, länger hält und so weniger meiner Zeit verschwendet, war es ok. Aber erst, nachdem der alte Rucksack wirklich hin war – Trageriemen nach Nähen zum 2. Mal gerissen. Fehlkauf-Schuhe, in denen mir einfach immer schon nach kurzer Zeit die Füße weh taten, hab ich wiederum ans rote Kreuz gegeben, die hätte ich nicht auftragen wollen, Minimalismus hin oder her. Kommt also immer drauf an. Auch hier.

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