Mutprobe lieber morgen

epikur

Bin gerade über dieses Zitat gestolpert und es hat mich zum Nachdenken gebracht. Mein Jahresmotto läuft bisher igendwie nicht allzu gut. Mein Schweinehund und ich haben uns in unserer Komfortzone gemütlich eingerichtet. Es gibt Tee und Gebäck, Schundromane, Comics und Fachbücher, B-Movies und Erzählkino. Es ist warm und sauber und niemand stört mich.

Hm. Aber eigentlich wollte ich das gar nicht.

Letzte Woche habe ich oft meine Komfortzone verlassen und das war toll! Ich war beim Minimalismus-Meet-up (=Blind Date!!!), was sehr interessant war und ich habe diverse Comicläden im Rahmen des Gratis-Comic-Tags besucht, obwohl es wie aus Eimern geschüttet hat. Samstagabend habe ich mir die volle Dröhnung gegeben: ESC und Hafengeburtstagsfeuerwerk inkl. durchgeweichten Menschenmassen.

Ich mag sowas eigentlich nicht. Aber ich habs geschafft, weil ich mich dazu überredet habe. Und trotzdem wirkt es heute so, als ob ich verzaubert war. Ich bin erstaunt, wie gemütlich so ne Komfortzone sein kann.
Aber wenn ich diverse Vorhaben immer sein lasse und auf morgen verschiebe oder einfach sein lasse – welche Erfahrungen und Erinnerungen bleiben am Ende meines Lebens übrig? Will ich mich an Hausputz erinnern oder an nette Gespräche mit interessanten Leuten?

Mutig sein, die Komfortzone verlassen beginnt jetzt.

Wann hast du deine Komfortzone zuletzt verlassen und ist dadurch etwas Schlimmes oder etwas Tolles passiert?

7 Gedanken zu “Mutprobe lieber morgen

  1. Sag mal, was war denn da los in den Comicläden? Ich überlege seit Jahren, mal zu diesem Tag zu gehen, weiss aber nicht, ob es da überhaupt Rahmenprogramm gibt oder ob „nur“ kostenlose Comics abzustauben sind. In welchen Läden warst Du?

    Viele Grüsse,
    Deichkind

    1. doch doch, geh da unbedingt mal hin! Im Grunde dient der Tag nur dazu, mal die Leute wieder in die Comicläden zu ziehen. Man kann also auch an diesen Tag was kaufen :D *räusper*

      Ich glaube, einige Comicläden haben auch ein Rahmenprogramm mit Signierstunden, Workshops o.ä.
      Da ich noch neu in der Comicwelt bin, dachte ich, ich geh mal hin und hab mir ein paar Comics mitgenommen und mit ein paar Freaks geplauscht. In HH war ich im Comicroom, in Strips and Stories und zufälligerweise auch im Männerschwarm in der langen Reihe.

  2. Von Epikur ist auch: » Willst du jemanden reich machen, musst du ihm nicht das Gut mehren, sondern seine Bedürfnisse mindern. « und das „reich machen“ muss sich ja nicht unbedingt auf etwas materielles beziehen.

    Die Komfortzone verlassen, hm. Das ist wohl Teil des Lebens und nicht jeder mag das. Der „Reiz des Neuen“, gemischt mit dem, was wir kennen.. ..in unterschiedlicher Gewichtung. Wobei das, die Komfortzone verlassen, fast zwangsläufig passiert.

    Was das zurückblicken, an einem ganz fernen Tage, angeht: denkbar wäre auch, dass genau der Gedanke „hätt‘ ich doch mehr interessante Gespräche geführt“, auftaucht.

    Wenn ich stets bemüht bin die Komfortzone zu verlassen, damit ich etwas neues erlebe, dann kann letztendlich genau das dazu führen, dass ich nicht diese Stunde die jetzt IST nutze.

    Auch wenn ich im Jetzt lebe, die Stunde nutze, muss ich ab und zu über meinen Schatten springen, die Komfortzone verlassen, etwas unbekanntes wagen. Einfach weil es sich so ergibt.

    Ich plane *nicht*, dass ich morgen oder übermorgen oder am Mittwoch um 11:37 meine Komfortzone verlasse. Dennoch erlebe ich neues. Sicher: wie viel Neues das ist, das ist relativ. Für mich ist es viel, reichhaltig. Für Andere wäre es vielleicht langweilig.

    Das Problem mit dem „auf Morgen verschieben“ ist teilweise, dass ich lediglich meine etwas tun zu müssen. Vielleicht weil es dem Zeitgeist enstpricht, Kollegen oder Bekannte das so machen oder eine ToDo Liste ständig darauf hinweist. Manchmal ist das Verschieben ganz einfach ein Zeichen dafür, dass das, was geplant ist, nicht der eigenen Natur entspricht. (Hm, „die eigene Natur“ ist, natürlich, ein Allgemeinplatz. Weil wir Menschen nun mal sehr unterschiedlich sind lässt sich das wohl nicht genau definieren…)

    Ich bin (auch?) wieder bei Epikur: was von diesen Punkten (bei denen ich die Komfortzone verlassen möchte) ist nicht das, was mir entspricht. Was davon kann ich nicht nur verschieben sondern ganz weglassen. Und damit, gewissermaßen, die Zufriedenheit also meinen inneren Reichtum vermehren.

  3. Hi,

    oder wärst du nur gerne anders? Extrovertierter? Überall dabei? Du liest halt gerne bei Regen. Dann ist das doch völlig okay. Ich empfehle Sahnetorte dazu.

    Ist der aktivere Mensch der Bessere? Wieder so ein Leistungsdenken. Bei wie vielen Events hab ich schon gedacht, dass ich die Zeit zuhause besser hätte nutzen können.

    Neulich hast du mal über Sport geschrieben. Wenn du dich dazu überwinden musst, dann lass es doch. Dann ist es nicht deins. Dinge, für die ich brenne, das ist Sucht. Da brauch ich mich nicht zu überwinden. Vielleicht musst du noch dein Ding (Dong) finden. Oder ein Jahresmotto, das zu dir passt?

    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Nein, ich wäre nicht gerne anders, ich find mich ok. Ich finde nicht, dass aktivere Menschen die besseren sind und es ist völlig okay, sich daheim einzuigeln als sich auf einer Party zu langweilen. Aber immer? Ich weiß nicht. Das ist mir dann doch zu langweilig. Mich treibt einfach meine Neugierde um, aber manchmal kann ich mich dazu dann doch nicht aufraffen.

  4. Neue Sachen auszuprobieren birgt eben ein Risiko und man muss sich manchmal überwinden, aber die möglichen positiven Folgen (neue Hobbies, neue Gefühle, neue Menschen, neues Wissen, neue Orte…) kann man m.E. im Voraus nicht mal erahnen. Ich glaube ein Totalreinfall ist unwahrscheinlich, denn herauszufinden, was man nicht mag, ist ja auch ein Fortschritt. Wie jede Änderung und Entscheidung.
    Ich finde Tanjas Kommentar zum Sport interessant. Stimmt, du schreibst oft über Aufschieberitis. Meine Meinung dazu ist pragmatisch: Wenn man es nicht einfach macht, ist es einem nicht wichtig genug. (Ok, gesundheitliche Einschränkungen mal ausgenommen.) Aber ich weiß auch, dass man süchtig nach Sport werden kann, auch wenn man es früher aufgeschoben hat. Dafür muss man sich allerdings mehrmals überwinden und einfach loslegen. Wenn jedoch alle Versuche scheitern, würde ich dafür keine Lebenszeit und unguten Gefühle mehr vergeuden. Liebe Grüße!

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