Ohne To-Do-Liste leben?!

Als ich vor zwei Wochen Besuch hatte und ich meinen Besucher als gute Gastgeberin ordentlich betüdeln wollte, blieb natürlich mein normaler Alltagskram auf der Strecke. Normalerweise bastel ich mir abends eine To-Do-Liste für den morgigen Tag zusammen, damit ich auch an alles denke und nichts vergesse.
Aber als der Besuch da war, gab es nicht sonderlich viel zu notieren, weil die bisschen freie Zeit nach Feierabend und am Wochenende für den Besuch da war. Kurz: Ich lebte völlig ohne To-Do-Liste!

Was für einige sowieso normal ist, ist für mich sehr außergewöhnlich. Als ich mir vor 10 Jahren (f*** bin ich alt) meine Lernphasen tagsüber und meine Schulstunden nachts (Abendschule) organisieren musste, habe ich das erste Mal von To-Do-Listen gehört und sie mir mühevoll antrainiert, um meine Tage produktiv zu gestalten.
To-Do-Listen helfen mir, meinem Tag Orientierung zu geben, mein Gehirn zu entlasten und mir beim Abhaken (bzw. durchmarkern) ein gutes Gefühl zu verpassen.

Seit ich Zen-To-Done nutze, ist meine To-Do-Liste wahnsinnig zusammengeschrumpft, was nun durch meinen Filofax in Pocket-Größe unterstützt wird (weniger Platz auf der Seite = weniger Platz um sich seine To-Do-Liste mit „könnte ich auch mal machen“ – Sachen vollzuknallen). Die wichtigsten Sachen stehen auf der Liste und können ruhigen Gewissens erledigt werden. Alles andere lasse ich los.

Und dann durch den Besuch: Ein paar Tage komplett ohne To-Do-Liste. Das war seltsam. Aber auch irgendwie befreiend. Die wichtigsten Sachen haben sich trotzdem erledigt.
Weitere Inspiration kam von Courtney von bemorewithless, sie schrieb den Artikel: undo your to do list habit
und seit dem bin ich inspiriert, mal 2 Wochen (man muss es ja nicht gleich übertreiben) ganz ohne To-Do-Liste im (Arbeits-)Alltag rumzubringen. Mal sehen wie das wird.

Und du, könntest du ohne To-Do-Liste auskommen? Benutzt du überhaupt eine? elektronisch oder auf Papier?

11 Gedanken zu “Ohne To-Do-Liste leben?!

  1. Servus,

    dein Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht. Seit (gefühlten) Ewigkeiten bin ich, wie wahrscheinlich auch viele andere, auf der Suche nach dem optimalen Listensystem. Notizbücher, Kalender, Post-Its, abwischbare Tafeln – annähernd alles habe ich schon probiert, aber meist scheitert es an der nötigen Selbstdisziplin, was die mittel-/langfristige Verfolgung des Systems angeht. Auf der Arbeit bin ich inzwischen mit der Software „Wunderlist“ sehr zufrieden, privat ist es derzeit eher noch ein Zettelchaos. Vielleicht wäre dort die Überlegung, es wirklich mal ohne Liste zu versuchen. An die wichtigen Dinge wird man sich stets erinnern und die unwichtigen verpflüchtigen sich vielleicht von alleine…

    Liebe Grüße
    Melanie

    1. Servus! :D
      An was genau happerts denn? An der Gewohnheit alles aufzuschreiben? An einen Ort aufschreiben? das durchsehen der Listen/Notizen? Meistens liegt es nicht am System, sondern dass irgendwas an den Gewohnheiten des Notierens nicht richtig funktioniert. Zumindest war es bei mir so. Bei mir flogen auch überall Zettel herum, was mich immer genervt hat, weil ich permanent die Übersicht verlor und es einfach unordentlich war. Mein Problem war nicht das Notieren an sich, sondern das Sammeln an einem Ort. Also habe ich jetzt als Kalender-/To Do List System einen Filofax (auch wenn das so 80er ist) und für alle größeren Sachen einen Haushaltsordner, siehe http://www.schwingelschwingeldingdong.com/2011/05/geordnetes-zettelchaos/
      Seit dem ich das alles an einem Ort habe und regelmäßig durchsehe und veraltete Infos ausmiste, klappt das wunderbar.
      Aber wenn du es auf der Arbeit eh schon mit wunderlist schaffst, sind vielleicht elektronische Systeme etwas für dich?

  2. Ich mache manchmal eine Liste. (vor Geburtstagen, Weihnachten, Urlaub ec. und oft zum Einkaufen)
    Aber für den Alltag habe ich bis jetzt selten eine To-Do-Liste gemacht, was ich aber, wenn ich so drüber nachdenke, für ganz sinnvoll erachte.
    Ich bin mehr so der Chaos-ich fange alles mal an-Mensch.
    Ich habe begonnen mir einen Plan für die regelmäßige (lästige) Putz-Zeremonie zu machen, also quasi, welches Zimmer an welchem Tag der Woche gründlich geputzt werden soll. Ich bin noch beim Schächtelchen basteln für die Karteikärtchen. Hahaha
    Wo hast du dieses herrliche türkise Washi-Tape her?
    Du kommst sicher locker mal zwei Wochen ohne Liste aus, denn wenn du einmal diesen Automatismus verinnerlicht hast, dann läufts sicher mal ohne.

    Herzliche Grüße Janet

    1. Ach, Washi-Tape gibt es mittlerweile überall…ich hab mir das alles zusammengesucht, aus verschiedenen Läden, z.B. Samt-und-Sonders :)

      Du kommst sicher locker mal zwei Wochen ohne Liste aus, denn wenn du einmal diesen Automatismus verinnerlicht hast, dann läufts sicher mal ohne

      hmm..ob das so locker klappt …mmh..mal sehen. ich glaube es ist schon ganz schön hart, den Drang etwas zu notieren zu unterdrücken. :)

  3. hm. ich hab nur für die uni eine to-do-liste. ich hab einen kalender, der immer links die woche zeigt und rechts eine notizseite hat, und dort schreib ich mir meine „hausaufgaben“ rein.
    oder wenn ich komplexere prüfungen hab, wie sprachprüfungen, wo ich verschiedene defizite hab, die ich noch genauer lernen muss.

    sonst hab ich unregelmäßig einen sachen-erledigen-tag, für den ich aufgaben/erledigungen auf einem zettel „sammle“ und dann so geordnet abarbeite, dass ich das effizient und flott erledige. wenns räumlich nah beieinander liegt, oder in einer blöden pause zwischen zwei seminaren in uni-nähe erledigt werden kann usw.

    ich schreib mir auch manchmal am abend sachen auf, wenn mir einfällt, uiuiui, das darf ich morgen ja nicht vergessen zu tun

    aber ich würde wahnsinnig werden, wenn ich jeden tag eine to-do-liste hätte. es ist ja nicht so, dass ich ein faules studentchen wäre…
    aber vielleicht hab ich die auch einfach im kopf und merk es gar nicht?

  4. was mir noch einfällt:
    das klingt jetzt vielleicht blöd, aber auch wenn ich schon immer gerne effizient war, ich hab mal eine zeit lang „die sims“ am pc gespielt, obwohl ich solche mädchenspiele meistens doof find (sagt tordis, das obermädchen). wer das nicht kennt: man muss das leben von simulierten „menschen“ bzw. spielfiguren (sims) organisieren, familie, alltag, business. und zwar je nach geschmack von ganzen sippen.

    also nochmal von vorne: das klingt jetzt vielleicht blöd, aber ich bin durch die sims noch effizienter geworden. effizienz auf so haushaltszeugs zum beispiel bezogen oder auch lernen und so. also während ich warte dass der wasserkessel kocht, wasch ich das geschirr ab und solche dinge.

    und irgendwie hilft mir diese effizienz, auf to-do-listen zu verzichten.

    ich kanns nicht erklären grad.

    1. hehe, cool….haushalt lernen mit den sims :D
      ein klasse spiel! :D

      und: ich glaub ich versteh was du meinst. Wenn du eh nur die wichtigsten Sachen im Kopf behalten musst, erledigt sich der Rest von selbst. Du bist ja dann anscheinend sehr gut organisiert! :)

  5. Ich habe mich inzwischen vom To-do-Listen-Fanatiker fast zu deren Verweigerer entwickelt. Kaum ein Programm dafür, nichtmal das kostenpflichtige Things hat mich wirklich überzeugen können.
    Ich bin eine Weile aufgrund von großen Schwierigkeiten mit dem kurzzeitgedächtnis sehr darauf angewiesen gewesen, inzwischen gelingt es mir immer bewusster zu arbeiten und alles, was jetzt erledigt werden kann, auch jetzt zu erledigen und darauf zu Vertrauen, dass mir alles andere rechtzeitig einfällt.
    allerdings muss ich sagen, dass ich im Moment ein enormer Fan von Siri, der ios5 Sprachsteuerung in Kombination mit dem Erinnerungsprogramm bin. das hat soooo viel Potential und ich freue mich schon auf die Kombination mit weiteren Geräten, die die Nutzung im Haushalt erleichtern.

    1. Ich bin mittlerweile von 20 To Do-Punkten auf maximal 5 runter. Das tut gut. Aber leider neige ich so sehr zum Tagträumen, dass ich nicht merke wie die Zeit vergeht und ich AUCH die WICHTIGEN Dinge vergesse. Das ist mies, denn dann komm ich in Stress und das kann ich am allerwenigsten gebrauchen :D

  6. Hach, To do-Listen – dazu hab ich ein gespaltenes Verhältnis (was man gut in meinem Blog nachvollziehen kann :)) Ich habe einen guten Mittelweg gefunden, und zwar bei Leo Babauta: Die 3 täglichen MITs (MostImportantTasks).

    To do-Listen nutze ich inzwischen eher, um mir die Ideen aufzuschreiben, die ich noch umsetzen *könnte*. Damit ich keine verliere. Dazu nehme ich die Liste im Handy und hab pro Tag in meinem Kalender Platz für ca. 3 MITs. Aber auch wenn die Dinge auf der Liste stehen, heißt das für mich nicht mehr, dass ich auch alle erledigen *muss*. Die wirklich wichtigen Dinge tut man schon, dafür sorgen das Gewissen oder der Zeitdruck oder der Druck von anderen, von außen. Und alles andere ist vielleicht gar nicht so wichtig.

    Noch eine gute Sache sind Ta da-Listen: Es gibt den wunderbaren Fabeku Fatunmise, der täglich auf seinem Facebookprofil fragt, was man an dem Tag geplant oder erledigt hat. Er selbst scheint einen meist sehr entspannten, aber erfolgreichen Tagesablauf zu haben, und wenn er in den USA mittags fragt, ist bei mir schon Abend, und ich nutze diese Beiträge gern für ein Fazit des Tages. Erstaunlich, dass man auch an Tagen, die sich nicht so anfühlten, eine Menge Sachen für sich persönlich und für den Job erledigt, fast ohne es zu merken.

    1. ja, ZtD von Babauta hat mir auch sehr geholfen, ich bin mittlerweile durch mein undo-your-to-do – Projekt auch nur noch bei maximal 5 Dinge, die ich pro Tag erledigen will. Meine Putzsroutine steht noch auf einer Liste, allerdings nur weil sie noch keine Routine geworden ist ;D

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