Reden wir über Weihnachten

Ja ja, ich weiß schon! Du denkst: „Was will die denn jetzt schon mit Weihnachten?! Das is ja noch ein bisschen hin!“ – stimmt. Aber nachdem der Supermarkt schon seit Ende August alles mit Lebkuchen ausstaffiert hat, dachte ich, dass das gar nicht mal so dumm ist, sich jetzt schon über Weihnachten aufzuregen Gedanken zu machen.
Denn jetzt kann man sich schön viel und in Ruhe überlegen, um dann eben NICHT in diesen (Vor-) weihnachtlichen Stress zu geraten.
Ein bisschen Vorbereitung und man hat einen entspannten Advent. Das klingt doch traumhaft, oder?

Also – was kann man jetzt erledigen, damit man einen stressfreien Dezember hat?
Hier ein paar Ideen:

1. Überlege dir, ob und wie du beschenkt werden willst und fang an, mit allen darüber zu reden.
Mittlerweile krieg ich nur noch brauchbare Geschenke in Form von: „gar nichts“, Nahrungsmittel oder Sachen, die sich selbst verbrauchen. Erlebnisse sind auch toll, aber Gutscheine haben sich immer noch nicht durchgesetzt :D
Worauf ich hinaus will: Menschen lieben es Geschenke zu machen, aber wenn du Angst davor hast, wieder mit sinnlosen Plunder vollgemüllt zu werden, solltest du rechtzeitig mit allen potentiellen Schenkern darüber sprechen, dass du nichts bzw. anders handhaben willst. Schenkt euch gegenseitig ein Loslassen, ein Nichts-schenken-müssen.

2. „Was wünscht du dir?“ – „nichts“.
Der Klassiker: Eigentlich hatte man vereinbart, sich nichts zu schenken, aber dann kam der andere plötzlich an etwas vorbei, das er einfach kaufen und dir schenken MUSSTE.
Um das zu vermeiden gibt es nur zwei Auswege: Konsequent nichts verschenken und an Heiligabend den Zustand aushalten. (Schwierigkeitsstufe: hoch, für sensible Personen: seeeehr hoch)
Und: Für sich definieren, was dem „nichts“ nahe kommt und trotzdem funktioniert. Also sag etwas Spezifisches, wie z.B. 1 Flasche Craft Beer der Marke xy oder 1 Glas deiner selbstgemachten Himbeermarmelade oder: einen Gutschein im Wert von 10 Euro, damit ich mir Musik runterladen kann oder „ich wünsche mir, dass du am (Datum xyz) um (Uhrzeit xyz) zu mir kommst und wir bei Kaffee und Kuchen uns einen schönen Nachmittag machen“ oder sowas. Bedenke bei deinem Wunsch das finanzielle und zeitliche Budget des Schenkers.
Wichtig ist, deutlich zu machen, dass es völlig okay ist, so kleine Geschenke zu machen und man damit völlig zufrieden ist. Aufmerksamkeit ist in unserer heutigen Zeit auch ein Geschenk.

3. Eine Geschenkeliste anlegen: Wer wird mit was beschenkt?
Idealerweise führt man diese Liste das ganze Jahr. Ich notier mir immer schnell, wenn eine Freundin oder ein Freund mal im Nebensatz erwähnt, was er gut findet. Ich versuche dabei, den materiellen Wunsch in ein Erlebnis zu verwandeln.
Wer sparen muss, legt eine Budgetgrenze fest; Wer basteln will, sollte sich auch schon mal eine Zeitplanung überlegen und sich ein freies Zeitfenster im Terminplaner auspicken.

4. Geschenke einkaufen oder basteln
Mit der Liste in der Hand kann man in der Mittagspause oder nach Feierabend bequem schon ein paar Dinge (also Geschenke oder Bastelmaterial) einkaufen. Eine Freundin von mir hat im Flur einen Schrank und darin ist ein Fach nur für Geschenke reserviert. Also immer wenn sie wo ist und sie etwas sieht, was Person xy gefallen könnte, kauft sie es und packt es in dieses Fach und hat das ganze Jahr über Geschenke parat. Darin sind auch Kleinigkeiten, wie eine Packung Buntstifte, ein lustig bedrucktes Paar Socken, eine gute Flasche Wein. Sachen, die auch als Gastgeschenke oder Mitbringsel funktionieren.

5. Feiertagsplanung
Wer kommt zu wem und wann? Wie soll Heiligabend aussehen? Wie die Feiertage? Sind die Tickets für die Reise gebucht? Evtl. Hotelzimmer?
Und: Plan etwas mit ein, was gegen das Durchdrehen hilft. Das ganze gemeinsame Rumsitzen und reden wird schnell zu viel, bei schlechtem Wetter sinkt die Laune, die Kinder werden unruhig und Opa fängt an darüber zu diskutieren, dass früher alles besser war. Also check rechtzeitig die Möglichkeiten. Gibt es ein Museum, das geöffnet hat? Ein Kino? kann man in der Umgebung einen langen Spaziergang machen?

6. Essen! Einkaufen!
Eigentlich Wahnsinn, dass da jedes Jahr immer so ein Aufwand getrieben wird und hinterher jammern alle wieder, dass sie zugenommen haben…und dann diese Einkaufsorgien, als ob die Zombieapokalypse ausbricht. Man versteht es nicht.
Daher: Stöber dich rechtzeitig durch die Rezepte, schreib schon mal eine Einkaufsliste oder halte dich an das traditionelle Weihnachtsgericht deiner Familie. Wenn du keines hast, erfinde eines. Das entstresst, ebenso wie Vorkochen oder Tiefkühlware. Und denk mal über Aufgabenverteilung nach. Es muss ja nich immer einer alles machen. Was das Plätzchen backen angeht – auch das kann man rechtzeitig planen. Und mit einer Teigsorte kann man viele verschiedene Plätzchen backen.
Und lagerfähige Dinge wie Toilettenpapier, Seife oder Waschmittel muss man auch nicht am 24.12. kaufen.

7. Adventskalender basteln
Wer keinen Gekauften mag und selber befüllen will, sollte sich daher auch schon rechtzeitig Gedanken um die Adventskalenderfüllung machen. Ideen en masse gibts auf Pinterest

8. Dekoration
Ich bin ja überhaupt keine Dekofee, aber ein bisschen gemütlich darfs schon sein. Minimaler Aufwand, maximale Wirkung. Und mein Augenmerk liegt auf Deko, die die ganze Wintersaison über sinnvoll ist. Lichterketten, Schneeflocken aus Papier oder mit Fenstermarker – zack hat man Deko von November bis Februar und kann sich genügend Zeit fürs Abbauen lassen.

9. Weihnachtspost verschicken
Ich verschicke so gerne Post! Allerdings definiere ich vorher, wem ich was schreibe und ob es ein Brief oder eine Karte wird. Das klappt mal gut, mal weniger gut, aber wenn man sich rechtzeitig ausdenkt, wer und in welcher Weise Post bekommen soll, gehts eigentlich. In Amerika ist das ja eher so ein Jahresabschlussbrief, wo immer ausführlich die Erfolge der Kinder beschrieben werden, aber warum auch nicht? Is doch nett, wenn man sich wenigstens einmal im Jahr per Brief ein Update gibt.

10. entstresste Terminplanung + Selfcare
Dezember is Zeit für Weihnachtsfeiern, Nikolaus, Gottesdienste usw. Aber es ist auch schön leer: Im Kino, im Museum, in der Bibliothek….herrlich! Meinen 30. Geburtstag damals habe ich gefeiert, in dem ich mir einen Ausflug nach Kiel gewünscht habe und wir waren die einzigen im Naturkundeuseum. Danach gabs Torte. Das war supergut. Weihnachten soll ja besinnlich sein, das vergisst man in dieser Konsumhektik nur leider immer. Dabei ist Dezember als Jahresabschluss-Monat doch total magisch! Also könnte man sich doch auch jetzt schon mal hinsetzen und sich ein paar Dates mit sich selbst ausmachen, damit aus dem hektischen Dezember ein langsamer Monat der Introspektion und Seeligkeit wird. Nachdenken über das vergangene Jahr, sich vorbereiten auf das Nächste…einfach einen Gang runterschalten und sich erlauben, bei der Hektik da nich mitzumachen.


Was sind deine Tipps für eine beSINNliche Adventszeit? Wie und wann bereitest du dich auf Weihnachten vor? Hast du den ultimativen Tipp, der vor Weihnachtsstress bewahrt?

Wochenrückblick KW41/2018

Schwupp, die Woche ist vorbei und mir turnen viele Gedanken durch den Kopf…

Eigentlich ist fast jeder brainpickings Link lesenswert, aber dieser hier hat mir ganz gut gefallen: A Responsibility to Light: An Illustrated Manifesto for Creative Resilience and the Artist’s Duty in Dark Times

Von der Arabischen Revolution zu Donald Trump – das ist die Macht der Sozialen Medien. Interessanter Essay

ein Interview mit Tilo Jung

Dieser Bullet Journal-Ansatz von einem Typen ist funktional und inspirierend

Wie kommt man zu einem futuristischen Denken?

Schöne Tipps! Umweltschützer werden fernab von dem üblichen Gedöns, man solle doch lieber zu Jutebeutel und Mehrwegflaschen greifen

Lesestoff über Lesestoff – sofort bookmarken :D

Das Balken-Drama und was passiert, wenn ausschließlich Frauen Nachrichten kuratieren

Es gibt ein Empathie-Museum!

Schönen Restsonntag noch!

Minimalismus als Megatrend

Keine Ahnung wie es dir geht, aber ich finde es super gut, dass Minimalismus mittlerweile so große Wellen geschlagen hat. Umso mehr freut es mich, Minimalismus auch noch in der Megatrend Map vom Zukunftsinstitut verortet zu sehen.
Megatrends überdauern mehrere Jahre. Seit 8 Jahren blogge ich schon über das Thema Minimalismus und ich konnte beobachten, wie es vom Nischenthema in den Mainstream gewandert ist. Das hat meiner Meinung nach das ganze Thema einerseits verwässert, weil ständig das Rad neu erfunden wurde, anstatt in die Tiefe und weiter zu denken, andererseits hat diese Vielfalt sehr viele neue Aspekte und Ideen hervorgebracht. Und jeder dieser Aspekte trägt nach wie vor dazu bei, die Idee weiter zu denken.

Minimalismus ist ein ganz und gar unminimalistisches Fass ohne Boden. Es betrifft sämtliche Bereiche von Außen (Entrümpeln, Grundgarderobe usw.) nach Innen (weniger Arbeiten, ungesunde Lebensmuster loslassen). Die einen sind zufrieden mit einer aufgeräumten Wohnung, die anderen krempeln daraufhin ihr ganzes Leben um. Es betrifft also nicht nur den Konsumaspekt sondern auch die eigene Individualität. Und dadurch, dass wir uns verwandeln, verwandelt sich auch die Gesellschaft. Dieser Wertewandel ist die Basis einer zukunftsfähigen Gesellschaft (wenn man es denn richtig anstellt, aber das muss ich noch erforschen :D)

Interessant am Minimalismus ist, dass es ein globales Phänomen ist. Ursprünglich ist der Begriff bzw. der Lebensstil ja aus den Vereinigten Staaten herübergeschwappt, dazu kam dann irgendwann die Zen-Asthetik aus Japan, vermixt mit den Grundzügen der Simple living Bewegung der 80er Jahre. Und während wir hier gerne Minimalismus mit einem grünen zerowaste Lifestyle verbinden, nutzen die Amerikaner die Idee, um ihre Schulden loszuwerden. (Der amerikanische Minimalismus langweilt mich übrigens extrem. Die kommen von ihrem Konsum-Schulden-Thema irgendwie auch nicht los…) Minimalismus hat eben viele Facetten. Da hängt diese ganze Achtsamkeits-Slow-Bewegung mit drin, aber natürlich auch die Sharing Economy, Zero Waste Experimente und Bio-Vegan-Superfood genauso wie die Technomaden und das Thema Postwachstumsökonomie.
Die spannende Frage ist: Wie bastelt man mit Minimalismus an einer Umformung der Gesellschaft im technologischen, gesellschaftlich-sozialen und – auch nicht zu vernachlässigen – ökonomischen Sinne, das daraus ein gutes Leben für alle wird und der Planet nicht vor die Hunde geht?
Und – auch spannend – was kommt als Gegentrend? Ist es schon „Hygge„? Oder das plakative Tragen von Markennamen um den Influcencer-Konsum-Lifestyle noch weiter zu treiben?

Wochenrückblick KW40/2018

Neuer Plan für den Herbst – den Grünen Ring entlang wandern. Einmal rund um Hamburg fast nur im Grünen. Gestern von Stellingen über den Volkspark, am Botanischen Garten vorbei nach Teufelsbrück. Bestes Wetter, beste Laune und am Schluss gabs sogar ein Crêpe mit Apfelmus & Zimt und Zucker! Meine neue Taktik ist, süße Sachen nur noch am Wochenende zu genießen. Da kann ich meine Kalorien in richtig tolle Torten, Kuchen und Gebäck stecken. Diese Mischung aus Verzicht und Genuß ist gerade ziemlich passend. Mal sehen, ob sich das auch noch auf was anderes übertragen lässt?

Aber erstmal hier die Links zum Sonntag:

Okay, wenn ihr hiervon nur einen einzigen Link anklicken könnt, dann bitte diesen hier: „Wieso es keinen Rechtsruck gibt, aber die extreme Rechte trotzdem wächst“ von Jonas Schaible Gebt den Link weiter und diskutiert ruhig auch mal drüber. Das schadet uns bestimmt nicht.

Kompendium Minimalismus

131 Actionable Ideas from Ten Books I Wish I Had Read Ages Ago

Musik! Wie wär’s mit ein bisschen 80er? Ok!

Punkt 3 aus dem Artikel „Why You Should Stop Trying to Conform to the Molds of other Minimalists“ ist das Essentielle am Minimalismus. Was machen wir nur mit all den neuen Möglichkeiten?

Balsam für die Seele! Es gibt wieder eine ordentliche Portion positiver Nachrichten zu vermelden. Bitte schickt den Link heute auch mal durch eure Whatsapp-Gruppen, ja?

13-jährige Jungs haben sich damals auch schon bei Mathe gelangweilt :D Netter Thread

Lesenswert: Rebecca Solnit über Hoffnung in düsteren Zeiten

Das wars schon. Ich geh jetzt grübeln

To Do – im Oktober

Der Oktober ist da und mittlerweile kommt mein Körper der Jahresgeschwindkeit einigermaßen hinther. Aber das lag am glorreichen September!
Ich habe mein Zimmer gestrichen, ein paar Bücher ausgemistet, meine Aufbewahrung für mein Büromaterial und Bastelzeugs verbessert, mir nach 17 Jahren ähnlicher Frisur endlich ne neue verpasst und durch das Fasten habe ich 4 kg abgenommen und endlich einen Plan, wie das mit der Ernährungsumstellung am besten für mich klappt. Keine Ahnung warum ich das alles nicht schon anfang des Jahres gemacht habe, aber vermutlich war die Zeit einfach nicht reif dafür.
Ich habe jedenfalls viel mehr Energie als im letzten halben Jahr und das bewirkt Wunder!

Im Oktober will ich…

…das Comicfestival besuchen
…weiter machen mit dem Walking (Joggen ist doof, aber walken geht) Schwimmen bleibt aber mein Favorit
…2 kg abnehmen
…Freunde treffen
…die restlichen aussortieren Sachen wegbringen (Oxfam, Bücherschrank usw.)
…Konzerte und Vorträge besuchen
…eine Fortbildung machen

Was machst du im Oktober? War dein September gut?

Wochenrückblick KW39/2018

Taritara die Post ist da – in diesem Falle mit einem Haufen Links, die mich diese Woche beschäftigt haben.

Zu erst starten wir gut vorbereitet in den Oktober. Das Motto „Optimismus“ ist genau richtig. Die Teenager von heute sind übrigens schon sehr optimistisch. Das find ich interessant. Und beruhigend. Und seeeeehr erfrischend.

Joah, würd sagen, der Sonntag ist gerettet!

„Clutter is an external demonstration of our internal storms,” sagt Star Hansen. Die anderen Leute haben auch was zum Thema Entrümpeln zu sagen.

850 Kinderehen annulliert und die Mädchen in die Schule schicken? Jepp – gemacht. Und zwar von dieser tollen Frau!

Hast du mitbekommen, dass wieder zwei Sonden auf Asterioden gelandet sind?

Geiler Soundtrack aus ner Serie? Bitte schön!

How long to read this findet für dich heraus, wie lange du für ein Buch brauchen wirst. Das klingt ziemlich gut und wenn ich das jetzt so gefühlsmäßig grob überschlagen habe, kommt das auch hin.

Du willst digital aufräumen und ein paar Accounts löschen? Accountkiller hilft mit passenden Anleitungen und vielleicht checkt man die Seite BEVOR man sich irgendwo anmeldet.

Und wer zum Abschluss noch ein bisschen Entspannungsgeräusche für Meditation oder Socken falten braucht, klickt hier!

Das wars schon. Ich hol mir jetzt ein Stück Torte, denn darauf habe ich die ganze Woche gewartet :D

Wochenrückblick KW38/2018

Dieses Video hat mich sehr beeindruckt. Ich will, dass sowas auch mehr in Sci-Fi Serien und Filmen vorkommt.

Weniger Angst, mehr Hoffnung.

Ein paar schöne Tipps zum digitalen Minimalismus. Nachdem ich meine Twitter- und Instagramfeeds verstoßen habe, ist mein Leben deutlich besser geworden. Kann ich also nur empfehlen.

Investing psychic (not material) energy: flow experiences and sustainable prosperity

Gute Nachrichten für schüchterne Personen

Schlechte Nachrichten für alle, die viel am Bildschirm lesen

Zum Abschluss darfst du dir ein Musikvideo aussuchen! Du kannst wählen zwischen: Klassisch, aber seltsam und spacigen Naturfilm

Lagerraum oder Lebensraum?


Okay, neulich blättere ich in dem aktuellen Katalog eines Möbelherstellers. Da stand irgendwas von „Wir glauben, dass es gut ist, wenn man seine Wohnung regelmäßig verändert blabla“ – bin zu faul das richtige Zitat abzutippen, aber der Inhalt war klar: „Kauf regelmäßig unsere Möbel, wirf sie nach ein paar Jahren weg und kauf dann wieder Neues, danke.“

Das ging mir das irgendwie nicht mehr aus dem Kopf.

Ich meine damit nicht die Aufforderung ständig Möbel zu kaufen und wegzuwerfen, sondern der Gedanke, dass das Leben ganz schön schnell stecken bleibt, wenn man nicht aufpasst. Obwohl ich mich für Minimalismus interessiere – und das seit mittlerweile 9 Jahren – habe ich im letzten halben Jahr gefühlt wieder mehr Dinge angehäuft und gekauft und mich so im Alltag eingesperrt. Bei genauerer Überprüfung habe ich gar nichts Neues angehäuft sondern eher tatsächlich aussortiert und ausgetauscht, aber es fühlt sich nach mehr an. Wie kommt das?
Aus diesem Steckenbleiben-Gefühl wird ein Lagerraum, weil sich nichts an der Menge der Sachen ändert und an dem Drumherum auch nicht. Das Regal wurde an diese Ecke gestellt und da blieb es auch die letzten 10 Jahre. Die Bücher wurden so geordnet und setzen Staub an, werden aber nicht gelesen. Alles verkommt zu einem Lager von nicht fertiggestellten Projekten, von ungelesenen Zeitschriftenstapeln, von klobigen Möbeln, die rumstehen aber sinnlos sind.
Aber sollte unsere Wohnung nicht Lebensraum sein? Etwas, das lebt, ist lebendig. Die Dinge sind im Fluss. Aber wann sind sie es schon?
Versteh mich nicht falsch. Ich liebe diese klinisch-minimalistischen Penthouse Wohnungen aus den Architekturzeitschriften und auf pinterest, aber ist das nicht auch starr? Klar, wir wohnen in Wohnungen oder Häusern aber wir wollen doch ein ZUHAUSE. Kuratiert von den Bewohnern nach ihren individuellen Bedürfnis nach Schönheit und Ordnung.
Aber viel zu leicht verfällt man im Alltag in diese Starre (Ich merke das übrigens nur, weil ich selbst in dieser Starre stecke und mich ja dieses Jahr das Motto „Freiheit“ beschäftigt. Diese Dissonanz is wie ne Bratpfanne, die mir jemand überzieht. Mehrmals.Kräftig.Hintereinander.) und ich glaube, das tut uns nicht gut. Wir entwickeln uns. Die Wohnung sollte sich auch mit entwickeln. Oder?

Wann hast du das letzte Mal den Flur gestrichen?
Hast du das angefangene Projekt, das Staub ansetzt und erstmal zur Seite geschoben hast, schon fertig?
Macht die Aufbewahrung, die du dir für Bastel- und Nähkram ausgedacht hast noch Sinn oder behindert sie dich?
Passt der Stil deiner Wohnung noch zu dir?
Liegt unter der Wandfarbe und unter den Tapeten dein wahres Ich vergraben?

Wir verändern uns ständig, aber unsere Wohnung nicht so oft.
Es ist Herbst und deshalb Zeit für Veränderung.
Keine Panik, ich will nicht, dass du los gehst und dir neue Möbel kaufst oder Duftkerzen und so nen Müll den niemand braucht.
Aber vielleicht mal was weglassen, was nervt. Und hinzufügen, was Freude macht.

Ich habe eine Wand mehr mit türkis angemalt und es fühlt sich gut an.

Wochenrückblick KW37/2018

Ooopsiii! Durch mein Fasten hab ich doch tatsächlich den Wochenrückblick verschlafen…aber das wird hiermit nachgereicht:

Interessantes und lesenswertes Interview mit Harald Welzer

Dieses Buch interessiert mich

Hier schreibt der Autor über 13 Dinge die er über das Glücklich sein gelernt hat – in nem MOOC

Okay, diese Tipps helfen vielleicht endlich dran zu bleiben

Absolut abgefahren.
naja und das irgendwie auch!

Karl ist 65 und baut seit dem er 13 ist an einer Stadt aus Karton. Das ist echt beeindruckend.

„Schluss mit Wachstum“ – ein offener Brief, den man ruhig mal lesen kann.

the myth of freedom ist ein interessanter Artikel von Yuval Noah Harari, der auch das lesenswerte „Homo Deus“ geschrieben hat.

Aufgeräumt in Mumbai und dazu ein paar interessante und schockierende Fakten über Plastik

Das wars! Komm gut in die Woche :)