Tschüss, 2018! (Machen Sie sich bitte frei!)

Okay, das Motto „Freiheit“ war eines der Schwierigsten, das ich mir die letzten Jahre herausgepickt habe.
Zugegeben, ich bin da ein bisschen naiv rangegangen, aber meistens hilft ja der Anfängergeist. Mir ist relativ schnell klar geworden, dass das Wort „Freiheit“ wahnsinnig aufgeladen ist. Zwischendurch überkam mich sogar der Ekel vor dem Wort, weil ich es so oft in der Werbung gesehen habe!
Freiheit wird im Kapitalismus gleichgesetzt mit „Konsumiere und du bist frei!“ – Aber warum eigentlich? Warum soll ich mich freier fühlen, wenn ich „unbegrenztes“ Datenvolumen habe? wenn ich durch Fast Fashion meine „Individualität ausdrücken“ kann oder wenn ich ständig in der Welt umherjette ohne zur Ruhe zu kommen? Fühle ich mich dann wirklich frei? Und wenn ja, was bedeutet meine Konsumfreiheit für andere Menschen, die das nicht können?
Konsum und Werbung, immer und überall – schränkt mich ein. Statusängste und Vergleiche schränken mich ein. Ungesunde Gewohnheiten und Einstellungen beschränken mich in meiner Freiheit.
Aber: Finanzielle Mittel bieten Sicherheit und die wiederrum lässt einen sich freier fühlen – oder?

Du merkst schon, das Thema ist kompliziert und ich bin eigentlich auch noch nicht fertig mit dem Denken. Ich taste mich voran.
Ich habe schnell gemerkt, dass Freiheit ein flutschiges Stück Seife ist. So richtig greifbar ist es nicht. Deshalb habe ich mich an meiner Mini-Zitatsammlung, die ich zu jedem Motto erstelle, festgehalten:

Schwing‘ dich aus allem heraus, was dich beschränkt.“ – Bettina von Arnim

Dieses Zitat ist super. Da ist Schwung drin. Da will man sich gleich aus blöden Situationen rauswiggeln. Auf der Schaukel, himmelhoch, kurz vorm Abspringen. Energie.

Blöde Situationen gab es dieses Jahr viele. Die Kurzfassung ist: ich fühlte mich nicht wohl (<-- Untertreibung des Jahrhunderts :D) Nirgends. Nicht daheim, nicht auf Arbeit, nicht mit meinen Mitmenschen, nicht in meinem Körper, nicht in meinem Kopf. Grund: Eine enorme Kraftlosigkeit, die dann auch noch einem B12-Mangel gipfelte. Alles war anstrengend, ich wurde anstrengend. Es hat mich um den Verstand gebracht, nicht herausfinden zu können, was da eigentlich los war oder wie ich mir selber helfen konnte oder wie ich andere konkret um Hilfe bitte konnte. Das war alles irgendwie zuviel. Und dann puff! Lösen sich manche Probleme tatsächlich von selbst. Und sitzt da und lacht sich selbst aus, weil mit einem alles völlig in Ordnung ist. Ich habe daraus 3 Sachen gelernt: 1. ich muss mich als HSP/Empath viel viel besser vor der Gefühlsscheisse anderer Menschen beschützen 2. herumdoktorn mit diesem inneren Kind Zeugs braucht echt viel Aufmerksamkeit und is megaanstrengend, tut aber immer gut, wenn man in Kontakt tritt. Wenn man sich sowas vornimmt, sollte man alles andere ruhen lassen und sich nur darauf konzentrieren. 3. klar kann man bei sich selbst anfangen und evtl. die Einstellung zu einer Situation ändern, aber es ist wichtig auch mal "Fuck off" zu denken und anderen die Schuld an der Misere zu geben. Bockig werden. Jammern. Sauer werden. Punkt 3 ist neu in meinem Denken. Das finde ich sehr interessant. Und so schön einfach! :D

„Freiheit besteht im Erkennen der Grenzen“ – Krishnamurti

Erkenne ich Freiheit, wenn ich an meine Grenzen komme? Wenn ich diese Grenzen dann überwinde? So ganz habe ich Krishnamurti nich verstanden, aber an meine Grenzen bin ich oft gestoßen. Vor allem diese Kraftlosigkeit durch sozialisieren mit anderen Biowesen, durch diesen B12-Mangel, durch Ideenlosigkeit. Ich habe erforscht, welche „unterbewussten“ Programme in meiner Kommunikation ablaufen, festgestellt welche mich davon behindern und versucht, diese durch neue Verhaltensmuster abzubauen. Das ist mir nicht zu 100 % gelungen, aber ich arbeite daran und ich erkenne Fortschritte, die mir gut tun, weil sie meine Selbstliebe steigern. Aber es ist ultramegaanstrengend im Sinne von: Endgegner!

Also, was hat sich mit dem Motto „Freiheit“ im Hinterkopf alles verändert? Fühle ich mich freier als vorher?

  • Ich bin von meiner Teamleiter-Stelle als Assistenz der Geschäftsführung zurückgetreten und das war eines der besten Sachen, die ich dieses Jahr gemacht hab :D
  • Die zweitbeste Sache ist, dass ich für 2019 meine Arbeitszeit reduziert habe, somit habe ich immer einen Tag zusätzlich frei.
  • Ich habe nach 17 Jahren meine Frisur verändert. Die Zeit war einfach dafür reif. Interessant daran ist, dass ich dadurch öfter gesehen werde. Kann mein Gesicht jetzt nich mehr verstecken. Und ich musste lernen Komplimente auszuhalten (gut, aushalten ist relativ :D ich hab „danke“ gesagt und bin schnell weggelaufen :D)
  • Ich habe meine Höhenangst abgelegt!
  • Stichwort: Mentale Autonomie: Ich habe mich von meinen Social Media Kanälen verabschiedet (Twitter und Instagram) und vermisse gar nichts. Es ödet mich auch zu sehr an und weiß auch gar nicht mehr was das alles soll. (Pinterest steht übrigens auf der Kippe. Dieser Beliebtheitsalgorithmus spült mir nur hässliches Zeug in meinen Feed, das macht mich echt wütend.)
  • Nach dem Fasten (frei von Nahrung) kam die Vollwertkost (mehr freie Zeit, weil das Essen wirklich sehr einfach wird) und damit auch ein niedrigeres Gewicht! Die zweite Fastenwoche während der Arbeitszeit war zwar echt Hardcore, aber dafür hat es alle meine emotionalen Esstrigger nachhaltig hinweggefegt. Frei sein von diesen Stress-Langeweile-Keiner-hat-mich-lieb-futtern ist wirklich richtig gut.
    Und mit meinen Faul-Schlau-Essregeln nehme ich sogar noch weiter ab. Endlich hab ich es geschnallt ey.
  • Nach 10 Jahren habe ich mein Zimmer umgestellt, weiter ausgemistet, die Organisation der übrigen Dinge verbessert und noch eine Wand mehr türkis gestrichen.

Hm. Ich weiß eigentlich gar nicht, ob ich mich jetzt freier fühle. Ich glaube nicht. Die Fülle kommt immer sofort nach.

Wochenrückblick KW50/2018

Von drauß‘ vom Weihnachtsmarkt komme ich her; ich muss euch sagen, es stresst mich sehr!

Allüberall auf den Karussellsitzen
Sah ich nervige Kinder flitzen;

Deshalb bin ich schnell wieder heim, und bastelte euch diesen Reim!

Okay, gut. ich hör schon auf. Mit einer Karriere als Poetin wirds wohl nichts mehr, also mach ich das was ich gut kann: Zeug ausm Internet verlinken! Zum Beispiel das hier:

7 ways to stop social media from driving you crazy – ist ein interessanter Post, allerdings weiß ich nicht, ob ich ihm beim letzten Punkt zustimmen kann.

Sometimes You Have to Quit to Get Ahead

99 Good News Stories You Probably Didn’t Hear About in 2018 das ist eigentlich der einzige Link den ihr dieses Jahr noch anklicken müsst. Aber bitte macht das und guckt die Liste mal durch. Das ist gut fürs Gehirn

oh anscheinend ändern sich wirklich durch zuviel Bildschirmzeit die Gehirne von Kindern. Natürlich kann man meckern und sagen, dass das wirklich schlecht ist, aber vielleicht sind diese Gehirne dann ja angepasster an das was kommt?! hm naja oder wir sterben aus :D

Das Neo-progressive gewinnt? ok.

so, das wars schon. Ich krieche jetzt vor die Heizung. Kommt gut in die Woche!

Dezembermagie: Das Jahr abschließen und bereit sein für den Sprung ins neue Jahr


Ich liebe Dezember.

Nicht wegen meinem Geburtstag oder Weihnachten oder Silvester. Eigentlich ist der Dezember für meinen Geschmack viel zu hektisch. Aber zwischen all dem Scannerpiepen, den herabgefallenen Tannennadeln und der rieselnden Schneeflocken liegt Magie versteckt: Die Kraft der Rückschau.

Jedes Jahr im Dezember, meistens an meinem Geburtstag (mein persönliches Silvester sozusagen) mache ich es mir mit einer Tasse Tee oder Kaffee alleine am Schreibtisch gemütlich und blicke zurück. Diese Jahresrückschau ist für mich mega wichtig, denn nur so habe ich das Gefühl, das Jahr abzuschließen. Ich wünsche mir dann immer, mit möglichst wenig emotionalem Ballast ins neue Jahr zu starten. Und das klappt ganz gut mit einem Tagebuch und ein paar Fragen im Gepäck.

Außerdem sind diese Fragen immer gut für Smalltalk im Kollegenkreis oder auf Silvesterpartys :D

Die Fragen wechseln, je nach Laune. Wenn mir gar nichts einfällt, überlege ich mir erstmal 3 Wörter, die das vergangene Jahr beschreiben.
Danach flutscht es dann. :D
Ein paar Hinweise finde ich auch in meinem Scrapbook und ich überlege:

  1. Was habe ich dieses Jahr zum ersten Mal gemacht?
  2. Was hat mich dieses Jahr am meisten beschäftigt?
  3. Was hat mich inspiriert? (Bücher, Filme, Personen, Ideen, Gespräche, Zitate usw.)
  4. Was habe ich gelernt?
  5. Was waren meine Highlights?
  6. Was war ganz furchtbare grässliche Kackscheisse??!
  7. Und wie bin ich aus der Nummer wieder rausgekommen?
  8. Was habe ich dieses Jahr erreicht, worauf ich stolz bin?
  9. Passte das Jahr zu meinem Motto?

So und jetzt passiert die Magie:
Mit diesen Fragen kristallieren sich Wünsche, Ziele und Hoffnungen für das neue Jahr heraus. Ich kann so wunderbar herausfinden, wovon ich mehr will und brauche und was ich loslassen muss/kann/will und diese Antworten geben mir die Energie, ins neue Jahr zu starten. Die alte Hülle wird abgestreift, ich steige in einen neuen blitzsauber gebleichten frischen Laborkittel, krempel die Ärmel hoch und frag mich: Was will ich jetzt erforschen?

Und weil ja bald Weihnachten ist, gibts hier nun als Geschenk meine völlig unvollständige und ganz persönliche Fragenliste für einen Jahresrückblick zum Download – Viel Spaß!

Also: Welche 3 Wörter beschreiben dein 2018?

P.S.: Meine Rückschau kommt nächste Woche :D

Wochenrückblick KW49/2018

Naaa? War deine Woche gut? Meine war sehr gut. Ich hatte Urlaub und hab heute das Löten gelernt! So ein Spaß!!


Für den Fall dass euch jemand eingeredet hat, dass „man“ „das“ nicht so macht, weil „es“ unmöglich ist – sendet diesen Menschen einfach folgenden Link
„Researchers in New Jersey have 3D-printed cyanobacterial cells and graphene nanoribbons in electronic ink onto the cap of a mushroom to create a new field of science called bacterial nanobionics“
Also lasst euch nicht einreden das irgendwas unmöglich ist.

Noch ein Beweis? Also ein Chor wollte unbedingt mit Rick Astley singen, also haben sie ihn eingeladen. Naja und er lässt einen ja nicht hängen, ne? :D

How to Imagefilm im Jahr 2018 – viele Frauen. Kinder. Menschen verschiedener Ethnien. Geile Bilder. Technik. Musik und eine Vision. Sehr beeindruckend.

Hach ja. Patti Labelle und die Sesamstraßengang…nie war das ABC schöner!

Rebel in your own way

Vielleicht nützt dieses Clickbait Prinzip ja doch,wenn man es aufs echte Leben überträgt?

Bruce Lees Notizen!!! 

Vielleicht sollten wir uns doch mal mehr anfassen?! :D

Gute Frage, gute Antwort: Why are governments taking so long to take action? 

How Have You Been? 

Das wars nun. Einen guten Wochenanfang wünsche ich dir!


To Do – im Dezember

Willkommen im letzten Monat des Jahres 2018!
Der Dezember kribbelt schon und ich hoffe bald auf Schnee.
Der November war supergut. Ich habe durch das Buch „Gamify your life“ und einen VHS-Kurs zum Thema Seelenbilder (klingt esoterischer als es ist…) ein paar nützliche Werkzeuge für mich entdeckt. Meine Grübeleien sind vorbei, ich bin motivert, entspannt und habe gute Laune. Leider war ich zwischendurch oft ziemlich schlapp, weil ich eine Erkältung habe, die nicht so richtig aus mir raus will. Das ist ganz schön nervig, aber davon lasse ich mir meine Laune nicht verderben. Aufgrund all dieser Ereignisse konnte ich mir ne neue Abnehmstrategie zusammenbasteln und habe schon 2 kg abgenommen. Läuft also.

Im Dezember…

  • gehe ich auf das Konzert von Niklas Paschburg
  • trinke ich Feuerzangenbowle
  • will ich mein Scrapbook fertig stellen und in meinem Nachdenkbuch eine Jahresrückschau halten
  • packe ich für den Weihnachtsurlaub und nehme mit: viele Bücher.
  • gucke ich Aquaman, der mit seinen 90 Minuten ja hoffentlich wohl ein actionreiches, buntes Feuerwerk an Superheldenkurzfilm sein wird!

Was machst du Schönes im Dezember?

Gesehen im November

Filme und Serien, die ich gesehen habe

In meinem Verzehrkino lief das hier:

Jurassic World II
Tierschutz und Dinosaurier – passt das zusammen?
Fazit:wie erwartet blöde, aber unterhaltsam. Schön viele Kreischmomente und tolle Szenen.

Rampage
Der Witz geht so: Treffen sich ein mutierter Wolf, ein übergroßer Gorilla und ein extrem heftiges Krokodil und machen eine Großstadt platt.
Fazit: Wer einen Film mit Dwayne Johnson guckt, kriegt Dwayne Johnson. Aber Jeffrey Piers Morgan ist in dem Film auch ein Knaller. Schöne Monster-Blockbuster-Action mit herrlichem CGI-Feuerwerk. Perfekt für den Freitagabend!

Solaris
George Clooney spielt nen Psychologen, der auf ner Weltraumstation nahe eines seltsamen Planeten mal nachguckt, was da los ist.
Fazit: ganz schön cooler Film, den ich tatsächlich noch nicht kannte! Irgendwie kam es damals nich dazu, den zu gucken…aber is gut gealtert, kann man machen.

Bettlejuice
Barbara und Adam Maitland kommen bei einem Autounfall ums Leben. Zuerst haben sie Schwierigkeiten mit diesem Umstand umzugehen, aber dann tauchen die ersten Probleme auf: Ganz grässliche Nachmieter ziehen in ihr geliebtes Haus und modernisieren es. Sie bitten daher den Geist Bettlejuice um Hilfe – und das ist ein großer Fehler.
Fazit: Klassiker. Schön dämlich, aber kurz.

Oceans‘ 8
Debbie Ocean, frisch ausm Knast, plant ihr nächstes Ding. Ein Juwelen-
Fazit: genauso cool wie die anderen Teile, das divers gecastete Frauenteam rund um Cate Blanchett und Sandra Bullock hat mir sehr gefallen. Sie hätten einiges kürzen können und ein bisschen was an der Musik machen können, aber für nen Heist-Movie ganz okay.

Phantastische Tierwesen II: Grindelwalds Verbrechen
Grindelwald entkommt auf spektakuläre Weise dem Gefängnis und versteckt sich in Paris, um dort eine Weltordnung zu etablieren. Newt Scamander, der Zoologie aus dem 1. Teil wird von Dumbledore gebeten, Grindelwald aufzuspüren. Doch das ist nicht alles, denn der geheimnisvolle Credence, der auf der Suche nach seiner Mutter und seiner wahren Identität ist, spielt eine Rolle. Grindelwald ist hinter ihm her.
Fazit: schöner Eskapismus mit seltsamen Tieren, beweglichen Regalen, lebendigen Figuren und einem coolen Johnny Depp. Das hat mich wohl am meisten gefreut.

Was hast du dir im November angesehen?

Gelesen im November

„Unerschrocken“ Band 2 von Pénélope Bagieu
Verschiedene Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dabei trotzdem etwas gemeinsames haben: Sie haben Ideen, verändern Perspektiven und sind ganz schön mutig.
Fazit: genauso inspirierend wie der erste Band. Unbedingt lesen! Und beten, dass da noch 50.000 andere Bände davon rauskommen

„Was im Leben wichtig ist“ von Richard Reed
Man nehme: kurze Biografie-Schnipsel, nette Illustrationen, einen Haufen berühmter und nicht-berühmter Leute und stellt ihnen immer die gleiche Frage: Was ist das wichtigste im Leben?
Fazit: Heraus kommt ein Schmökerbuch mit interessanten Antworten! lesenswert als Betthupferl oder Morgen-Inspiration. Auch bestimmt toll als Geschenk für Menschen, die Biografien oder Inspirationsbüchlein mögen. Das hier ist eine wirklich tolle zutiefst menschliche Mischung.

oh ja und dann noch 20 Jahre zu spät, aber ich dachte ich versuchs mal:

Harry Potter and the Philosophers‘ Stone
ein kleiner bebrillter, ungeliebter Waisenjunge kommt in ein Zauberer-Internat, lernt zaubern und findet Freunde.
Fazit: also verzaubert wurde ich jetzt nich, aber immerhin war ich 2 Tagen damit durch. Ich werde trotzdem noch den 2. Teil lesen, vielleicht klappts dann mit der Zauberei.

und jetzt kommt das vermutlich beste Buch des Jahres:

„Gamify your life: Durch Gamification glücklicher, gesünder und resilienter leben“ von Jane McGonigal
Als sich die Autorin und Spieledesignerin von einer Gehirnerschütterung erholen musste, wurde ihr Leben von Tag zu Tag grauer. Sie wurde depressiv und hatte Suizidgedanken, weil sie einfach nichts machen konnte (sich von einer Seite auf die andere Seite zu drehen, war schon ausreichend um ihr Übelkeit zu verursachen. Arbeiten? Fehlanzeige? Hobbys? Null. Länger stehen oder spazieren? unmöglich). Irgendwann lernte sie, dass diese Depression aufgrund einer veränderten Gehirnchemie aufgrund des Unfalls herrührten und beschloss, ihr gesundes ich zu erforschen. Als Spieledesignerin ging sie die Sache spielerisch an und fragte ihre Schwester, ob sie ihr eine Aufgabe stellen könnte, die sie schaffen konnte. Tja, sie schaffte diese Aufgabe (Aus dem Fenster sehen, etwas Interessantes beobachten und davon erzählen) und es ging ihr sofort besser. Sie erfand dann Bösewichte, Power-ups und Quests, die ihr halfen, mit der Erkrankung umzugehen. Dadurch geriet sie in eine Aufwärtsspirale und als es ihr soweit wieder gut ging, dass sie arbeiten konnte, erforschte sie die Theorie dahinter: Warum klappte das alles?
Fazit: empfehle ich uneingeschränkt. Hätte ich dieses Buch doch nur schon vor 15 Jahren gelesen, ich glaube mein Leben wäre an manchen Stellen deutlich einfacher gewesen. Seit ich „superbetter“ spiele, geht es mir tatsächlich viiiiiel viel besser und irgendwie klappt alles, was ich mir vornehme. Schöner Perspektivwechsel, auch – oder gerade für Nicht-gamer. Das Buch ist eine tolle Mischung aus spaßigen Mini-Aufgaben, die man sofort beim Lesen umsetzen kann und sehr persönlichen Erfahrungsberichten nicht nur von der Autorin, sondern auch von anderen Spielern. Ich fands schön, dass es nicht so allgemeines Zeugs war wie „abnehmen“ oder „mit dem Rauchen aufhören“ sondern eher sowas wie „ich will superbesser darin werden mit meiner Depression umzugehen“ oder „ich will ein besserer Vater sein und nicht so oft mit meinen Kindern schimpfen“. Außerdem ist das Buch voll von interessanten wissenschaftlichen Studien und Erkenntnissen aus denen ich mir sehr viel rausziehen konnte. Wer also keinen Bock auf diese üblichen Lebenshilferatgeber-Bücher hat, sollte in dieses Buch mal einen Blick werfen. Denn eigentlich wissen wir immer was zu tun ist, nicht wahr?


Was ist deine Leseempfehlung für den Weihnachtsurlaub?

Wochenrückblick KW48/2018

Die Gelesen und Gesehen Listen für November kommen gleich noch, erstmal meine Fundstücke der Woche:

Über diesen TED Talk bin ich auf die dazugehörige Projektseite gestoßen – sehr interessant!

Tamagotchi, Mortal Kombat oder Donkey Kong? Das Internet Archive hat jetzt den ganzen Handheld Spielekram in einer Sammlung veröffentlicht!
Oder du spielst einfach das hier

Voll schöne Fotos von Bienen!

Wie misst man sein Leben? Fragt sich James Clear.

China plant eine Unterwasserstation, die von einer KI geführt wird. Gute Idee…

Mythen über die Digitalisierung

Peak Instagram würd ich sagen. Weil das Feature irgendwie mega sinnlos ist?!

https://www.kartevonmorgen.org/

Das wars erstmal. Ich ess jetzt Torte!

Wochenrückblick KW47/2018

Die Woche war hart für mich, daher gibts nun mein Gedankenfutter zur Erholung:

Dieser TEDx Talk hat mich wahnsinnig geflasht! Die Brücke ausm 3D Drucker, die ich neulich schon in einem Wochenrückblick verlinkt hatte, kommt darin auch vor. Es geht letztlich darum, wie künstliche Intelligenzen und Menschen zusammenarbeiten können, um Dinge herzustellen, die wirklich Sinn machen. Vielleicht ist das auch ein Aspekt von #Minimalismus? Vielleicht müssen wir uns besser mit unseren Dingen und den daraus resultierenden Nutzungszwecken auseinandersetzen und dann im geeigneten Moment loslassen, damit eine KI übernehmen kann!? Naja blabla…guckt euch den Talk an:

Dann war ich noch am Donnerstag bei der Hamburger Konferenz „#Horizonte18“ bei einem Vortrag von Hartmut Rosa. Hier ein lesenswertes Interview mit ihm, das seine Gedanken zum Thema Resonanz gut zusammenfasst.

How to make a Zine

Hollywoodreifer Raketenstart – aus dem Weltall gefilmt!

Noch ein kleiner Nachtrag zu meinem Beitrag vom Mittwoch: Secondhandmarkt in Bulgarien – mit Schattenseiten. Das Geschäft mit der Mode ist und bleibt ein Drama.

Falls das Wetter mau ist und du lieber viereckige Augen haben willst -gerne! FEATVRE ist eine Streaming-Plattform für Non-Fiction-Videos im Netz und das Team dahinter kuriert fleißig Dokus zu verschiedenen Themen. AHA-Effekte gibts da garantiert.

Jeder hasst Laubbläser, oder?

Dieser Artikel hat mir besonders gut gefallen. Stell dir vor du gehst auf ein Konzert, wo kein Mensch ein Handy in der Hand hält. Das wäre toll, nicht wahr? und ganz schön traurig, dass wir da drüber nachdenken müssen. Ich mein, was macht das mit dem Künstler auf der Bühne, wenn alle in ihr Handy glotzen?
Die Firma Yondr hatte da ne ganz coole Idee. Vielleicht kann man das ja auch für Touristattraktionen, Theater- oder Kinobesuche auch machen?

Das wars schon. Ich räum jetzt mal ein bisschen auf.

Online-Shopping, Minimalismus und Umweltschutz

Okay, Zeit für ein Geständnis:

Ich bestelle fast nie was online. Ich habe auch keinen Account bei Amazon. Und ich habe vor 3 Wochen zum allerersten Mal in meinem 33-jährigen Leben etwas aus dem EU-Ausland online bestellt. Das war wirklich sehr aufregend für mich!
Es hat auch geklappt.
5 Sterne, gerne wieder.
Oder?

Ich weiß, dass das vielen lächerlich erscheint. Man hat so seine Wunschlisten und wenn man was will, dann kauft man sich es halt. Egal woher das Zeug dann kommt. Und bevor ich Samstags in das überfüllte, stickige Einkaufszentrum pilgere, bestell ich es lieber ganz bequem abends vorm Abendbrot. Schön einfach.

Aber ich frage mich – ist das wirklich so? Machen wir uns zu wenig Gedanken darum?
Was ist, wenn wir nur denken, dass es bequem ist?

Ich sehe die Berge an Kartonagen in der Straße stehen. Die muss man ja vorher da hin tragen.
Ich beobachte Menschen, die genervt sind, weil ihr Paket nicht ankam, es irgendwo abgelegt wurde, oder sie es irgendwo abholen müssen.
Ich sehe Menschen, die gernervt sind, weil sie sich wieder irgendwo anstellen und warten müssen, damit das Zeug das nicht gefällt oder passt wieder zurückgeschickt wird.

Einige bestellen Zeug nur für das Instagram-Foto, andere weil sie nirgendwo was finden (was in Dörfern und Kleinstädten echt ein Problem ist)
Die Retour-Ware, die technisch gesehen noch Neuware ist? Kommt auf den Müll. (Und ja, mir wurde richtig schlecht, als ich das gehört habe)
Fahrer kurven mit halbgefüllten Wagen durch die Straßen, ist ja schließlich Express-Versand. Da lassen sie manchmal den Motor laufen, weil sie sich ja für den mickrigen Stundenlohn auch noch beeilen müssen. Dann is da niemand, der das Paket annehmen kann, also wird es woanders hingefahren.
Wie viel CO2 kommt da eigentlich zusammen?
Und dann der ganze Verpackungsmüll!
Oh und noch geiler ist ja, wenn man sich im Fachhandel beraten lässt und dann trotzdem online kauft. Klar, kann man machen. Ist aber unfair und die lokalen Händler verkommen zu Amazon-Showrooms. Dann wird sich gewundert, warum so viele kleine Läden sterben und jede Fußgängerzone in Deutschland gleich aussieht.

Also ist das wirklich bequem? Wollen wir das so?

Wenn man spezielle Sachen sucht, die man nirgends bekommt – ja.
Bei besonderen Kleidungsstücken oder Sondergrößen oder fehlender Transportmöglichkeit bei Möbeln finde ich das durchaus okay.

Wenn man wirklich Schnäppchenjäger ist und sich Teil xy unbedingt wünscht und es das ausgerechnet online günstiger zu haben ist, okay – warum nicht?

Aber wenn man neue Schuhe haben will und sich 10 Paar bestellt und schon weiß, dass man 9 Paare zurück schicken wird – warum muss das sein?

Ich finde es ja eher nervig, Pakete irgendwo abholen zu müssen, weil das mit der Lieferung nicht geklappt hat.
Ich finds auch blöd, wenn ich Sachen zurückschicken muss (bisher ist das gottseidank nur 2 x passiert)

Eine Arbeitskollegin hat gefragt, wie ich denn einkaufe, so ganz ohne Online-Handel. (Für sie wäre es eine Strafe an einem Samstagnachmittag ein Einkaufszentrum zu besuchen – für mich auch.)

Meine Art ist vielleicht auch nicht bequem, aber es macht mir Spaß, weil ich mir beweisen will, dass ich die Dinge, die ich haben will auch ohne Online-Shopping bekomme. Das kann ich deshalb so einfach, weil ich meine Einkäufe niemals wichtig oder dringend finde. Außerdem finde ich Online-Shopping ein bisschen langweilig. Ich fasse Dinge gerne an.
Als Minimalistin erlaube ich mir den Spaß:

  • Also schreibe ich manchmal Firmen an, die mir dann sagen, welche Händler in meiner Nähe ihre Ware verkaufen. Da fahr ich dann da hin.
  • Ich frage auch manchmal in Geschäften, ob sie Marke xy nicht in ihr Programm aufnehmen wollen.
  • Oder wenn eine bestimmte Größe nicht vorhanden ist, ob und wann sie wieder reinkommt oder bestellbar ist.
  • Einmal ist mir mein To Go Becher runtergefallen und der Deckel war kaputt. Also habe ich auf der Firmenseite nachgesehen, wer in meiner Nähe diese Becher verkauft. Ich rief den Händler an, schilderte mein Problem und ob sie eine Lösung hätten. Da haben sie mir einfach einen Deckel nachbestellt!

  • Ich gucke mir bei diversen Marken die aktuellen Modelle an und weiß, welche Läden ich meiden kann, weil da nur hässlicher Schlonz verkauft wird. Wenn ich was brauche, hilft mir mein Klamotten-Kalender.
  • Meistens kaufe ich ja eh second-hand, aber auch bei Neuware merke ich mir Läden und Marken, die gut passen.
  • Wenn ich dann mal Kleidung online bestellt habe, habe ich mich vorher genau ausgemessen und die Tabellen angesehen, ob da was übereinstimmt. Dann passte es auch.
  • Oh und dann bin ich noch ein großer Fan vom guten alten Warenhaus. Alles, was man glaubt zu brauchen ist dort versammelt. Dazu Verkäufer die man fragen darf und unterm Dach gibts immer Kaffee und Kuchen. :D
  • …und die Click-and-Collect-Magic! Bisher nur im Baumarkt ausprobiert, aber das ist online-shopping und echtes einkaufen gleichzeitig. Da sucht man sich online aus was man haben will und die Fachverkäufer ziehen einem das ausm Regal. Man muss dann nur noch hingehen, abholen und bezahlen.

Mehr Infos:
Amerika, das Land der Hoarder
Video: Retouren für den Müll
Und diese Dame hat eine interessanten Lösungsansatz für dieses Problem
Die Schattenseiten des Online-Handels
Mit gutem Gewissen online einkaufen: E-Commerce schadet der Umwelt nicht
So umweltschädlich ist Onlineshopping

Tja, also keine Ahnung ob Online Shopping gut oder schlecht ist oder das normale Einkaufen besser oder bequemer. Ich glaube, das kann man so auch nicht sagen. Vielleicht ist es auch egal.
Vielleicht muss man sich hierbei auch wieder minimalistisch besinnen und sagen: Brauch ich beides nicht. Wenig geht auch.