Rich Kids of Instagram und der Luxus der Zukunft

Hehe, das hab ich über Twitter entdeckt.

Rich Kids of Instagram – Wie der Name schon sagt, posten neureiche Kiddos peinliche Fotos via Instagram und irgendjemand fummelt das Ganze zu in nem Tumblr Account zusammen. Das ist witzig im Sinne von echt tragisch. Die armen reichen Kinder denken anscheinend wirklich noch, dass schnelle Autos, viel Champagner und Goldkettchen „dazu gehören“.
*kopfschüttel*

Aber ist das wirklicher Luxus? Heute kann sich doch jeder durchschnittliche Elfjährige mit ein paar Monate Taschengeld sparen schon ein Iphone leisten!
…und Goldkettchen mit Brillianten?? Echt jetzt??? Dieses ganze Zeug ist doch total blödsinnig!

Hans Magnus Enzensberger hat für den Spiegel im Jahre 1996 einen interessanten Artikel mit dem Titel „Reminiszenzen an den Überfluss“ geschrieben, wo er Vermutungen über den Luxus der Zukunft anstellt:

Ich vermute also, daß es ganz andere Prioritäten sein werden, um die es bei künftigen Verteilungskämpfen geht. Knapp, selten, teuer und begehrenswert sind im Zeichen des wuchernden Konsums nicht schnelle Automobile und goldene Armbanduhren, Champagnerkisten und Parfüms, Dinge, die an jeder Straßenecke zu haben sind, sondern elementare Lebensvoraussetzungen wie Ruhe, gutes Wasser und genügend Platz.

Seiner Meinung sind die „Luxusgüter“ der Zukunft:

  • Zeit,
  • Aufmerksamkeit,
  • genügend Platz/(Frei-)Raum,
  • Ruhe,
  • eine saubere Umwelt und
  • garantierte Sicherheit

Hm…da war doch was…ach ja:

Minimalismus und Verzicht könnten sich als ebenso selten, aufwendig und begehrt erweisen wie einst die ostentative Verschwendung.

Zitate entnommen aus „Reminiszenzen an den Überfluss“, aus: Der Spiegel 51/1996

6 Gedanken zu “Rich Kids of Instagram und der Luxus der Zukunft

  1. … unser ausflug in den uns unbekannten stadtteil h. lässt grüßen..
    erinnerst du dich noch daran….? schaukeln mit blick auf
    „xy ist ein „huang“-kind“

  2. schöner Beitrag!
    Nicht nur in der Zukunft, auch jetzt schon. Dabei braucht man nur in die Großstadt schauen, in der ich wohne. Wo die Durchfahrtsstraßen für Pendler und Transit sind, da wohnen die armen Leute im Erdgeschoß ohne Lärmschutzfenster. Es gibt kaum Grün, die Feinstaubbelastung ist extrem. Die Kinder haben meistens nicht mal Platz um ihrer Hausaufgaben zu machen.
    Die reichen Kinder dagegen können im Grünen wohnen, in Penthousewohnungen über dem Feinstaub thronen, haben viel Platz.
    Und auch vor 100 Jahren haben die Armen bei den Industrien gewohnt, dreckiges Wasser getrunken und wenig Platz gehabt. Die Eltern hatten wenig Aufmerksamkeit für die Kinder, weil sie so viel arbeiten mussten.

    Und Minimalismus finde ich auch Luxus. Klar, wer arm ist, kann sich auch eher nicht viel Schrott zulegen, spart lange um sich langlebige Dinge zu kaufen (im Idealfall). Aber das ist keine freiwillige Einfachheit und das ist der Punkt.
    Minimalismus, so er freiwillig ist, das ist reiner Luxus. Man muss sich schon fragen, wer ihn sich leisten kann.

    Aber Luxus heißt doch auch irgendwie Überflüssigkeit oder nicht? Man braucht kein Glitzerschaumbad, deswegen ist es Luxus.
    Aber sauberes Trinkwasser (das hast du vergessen, oder nein, das fällt ja auch unter „saubere Umwelt“) zum Beispiel könnte noch stärker als jetzt schon zum Luxusgut werden, das sich nicht mehr alle auf der Welt leisten können.

    Eigentlich ist es fast schon unsere Pflicht der Welt gegenüber, dass wir reichen Kinder im Westen minimalistischer werden. Sonst geht das so weiter, dass Grundbedürfnisse zu Luxusgütern werden…

    1. Danke Tordis, für deinen langen und sehr interessanten Kommentar. Du beschreibst das ganz richtig, kann man hier in Hamburg auch so beobachten, nur ist das in West und Ost geteilt. Nur frage ich mich auch oft, wie es wäre, wenn die „Armen“ auch mal über Minimalismus nachdenken würde. Klar, das klingt total fies und ich will hier niemanden zu nahe treten, weil ich selbst eher aus ärmeren Verhältnissen komme, aber letztlich ist es doch nur eine Einstellungssache.
      In meiner beruflichen Tätigkeit stelle ich übrigens immer wieder fest, dass bei den Leuten aus den ärmeren Gegenden das Geld ziemlich locker sitzt, während die „Reichen“ ziemlich knausern und gerne feilschen.

  3. Hallo Frau Dingdong.
    Was Du von Enzensberger zitierst, finde ich sehr traurig, denn es stimmt: Ein friedliches Wohnumfeld zu haben, dazu in der Nähe oder gar umgeben von der Natur zu wohnen, über sauberes Wasser verfügen zu können, derartige Güter sind für wohlhabende in der Tat „erschwinglicher“, in macnhen Ländern zeigt sich dies bereits sehr deutlich (Südamerika), woanders kommt diese „Zweiteilung“ langsam aber sicher.

  4. zum link: ich hab zwar immer noch nicht begriffen was genau instagram ist, aber: ha ha haha … tschuldigung… ha haha ha. der link ist ja 1a futter.
    ich entschuldige mich an dieser stelle für diesen oberflächlichen kommentar. ich kenne noch solche spinner aus meiner schulzeit und ich habe das gefühl das werden immer mehr…
    sagt die ‚money boy‘ was? son spinner aus österreich. ich würde sagen, das ist ein guter komiker, aber so sicher ist das nicht. kannst du ja gern mal googlen oder ‚youtuben‘. aber VORSICHT! die fremdschäm quote liegt weit über der schmerzgrenze.

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