Gelesen: Die Kunst, sich selbst zu verlieren von Rebecca Solnit

In einem anderen Buch wurden Ausschnitte aus „Die Kunst, sich selbst zu verlieren – ein Führer durch den Irrgarten des Lebens“ zitiert und das hat mich so neugierig gemacht, dass ich mir das Buch sofort ausleihen musste.
Gleich vorne weg: Das Buch ist kein Ratgeber, daher finde ich den Titel etwas schlecht gewählt. Es ist eher eine Meditation darüber, wie man sich verlieren kann und warum es sinnvoll ist, dies hin und wieder zu tun. Es wäre ja auch irgendwie blöd, eine Anleitung dazu zu schreiben, denn wir wissen bereits, wie das geht. Rebecca Solnit ist Essayistin und Kulturhistorikerin und vermischt die buddhistische Weisheit „sich verlieren, um sich wiederzufinden“ mit ihren eigenen Erfahrungen und eindringlich beschriebenen Geschichten. Da geht es um das Blau der Ferne, die Verlassenheit in der Einsiedelei und in der Wüste, es geht um Kunst, um Träume, um Musik, um den Verlust von Kindheitserinnerungen, um Tod und lange Autofahrten. Im ersten Abschnitt beschreibt sie das „sich verlieren“ aus philosophischer Sicht und warum man den Sprung ins Unbekannte wagen soll. Wie reagieren wir, wenn wir uns im Unbekannten verirren? Oder anders ausgedrückt: Wie orientieren wir uns neu, wenn wir aus der uns bekannten Realität herausgerissen werden?
Höchst interessant und wunderbar erzählt.
Fazit: lesen! Ich finde, das ist ein Buch, dass man von der ersten bis zur letzten Seite genießen kann. Man kann sich so richtig darin verlieren ;D

2 Gedanken zu “Gelesen: Die Kunst, sich selbst zu verlieren von Rebecca Solnit

  1. Frau DingDong, ich mag Ihre Buchempfehlungen!

    Im Ernst. Du hast interessante Tipps und das Fazit ist oft hilfreich. Schön!

    Da ich mich allerdings gerade schon sehr verloren habe, frage ich mich, ob im besprochenen Buch auch die Rede vom Wiederfinden ist.

    Grüße,
    Maria

    P.S. Auch die Plastik-frei Artikel waren sehr interessant und umfangreich, da werde ich ein andermal drauf zurück kommen.
    Mir gefällt es hier.

    1. Liebe Maria, danke für deinen lieben Kommentar!
      hmm…dieses „Sich Wiederfinden“ kommt im Buch seeeehr subil rüber, die Autorin legt den Augenmerk doch eher auf das „sich verlieren“, weil man sich dadurch wieder selbst entdeckt und reflektiert. Schwierig zu erklären…
      Wenn ich mich im echten Leben verliere (und zwar dann „orientierungslos“), dann besinne ich mich wieder auf das, was ich kenne und was mir gut tut. Da findet sich dann auch wieder eine Landkarte und ich finde in das Bekannte zurück.

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