Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

Jup mein Urlaub war gut und nun bin ich ganz entspannt ins Arbeitsleben gerutscht. Seit letztem Jahr habe ich mir nämlich ein paar Tricks für eine stressfreie Rückkehr an den Arbeitsplatz ausgedacht und sie funktionieren richtig gut. Gut, es ist zugegebenermaßen nicht so, dass ich nur arbeite um Urlaub zu haben, aber wenn der Urlaub länger zurückliegt, ist man schon ganz schön aufgekratzt. Dann will ich die Erholung so lange wie möglich spüren.

Hier nun meine Tipps, um ein bisschen Urlaubserholung in den Alltag hinüberzuretten:

1.) Den Urlaub günstig wählen – für einen sanften Einstieg.
Anstatt volle Wochen Urlaub zu nehmen, nehme ich mir immer eine Woche und eine halbe oder zweieinhalb Wochen.
Warum? Ganz einfach: Wenn mein Urlaub z.B. am Mittwoch endet, muss ich nur Donnerstag und Freitag arbeiten und habe dann wieder zwei Tage frei. Zwei bis 3 Tage sind genug um alles „aufzuholen“ und um sich einen Schlachtplan für die erste richtige Arbeitswoche zu machen.

2.) Vorm Urlaub „Klarschiff“ machen.
Auch wenn es vorm Urlaub etwas nervenaufreibender ist – ich versuche meinen Arbeitsplatz komplett leer zu räumen. Keine Papiere, keine To-Do-Listen, keine Post-its – nichts (#minimalismus)
Während der Abwesenheit wird der Schreibtisch meistens von allen möglichen Zeugs vollgemüllt, um das man sich erstmal kümmern muss. Mit einer vorher leeren Tischplatte bleibts danach überschaubar.

3.) Besprechungen vertagen.
Falls nach dem Urlaub Besprechungen anstehen, plane ich noch ein bisschen extra Zeit ein und lege sie mir wenn möglich so, dass ich vorher wieder 1-2 Wochen gearbeitet habe. Dann bin ich im Film und kann mich auch ein bisschen darauf vorbereiten.

4.) Delegieren / eine Vertretung suchen.
Vor Beginn des Urlaubs suche ich mir die besten Kollegen heraus und bitte sie höööööööflichst darum, ein paar meiner Aufgaben während meiner Abwesenheit zu übernehmen, damit sich hinterher nicht so viel ansammelt. Eine süße Kleinigkeit als Dankeschön schadet bestimmt nicht (zumindest hat sich noch niemand beschwert) ;D

5.) Keine Extrawürste annehmen.

Auch wenn das Projekt oder die Aufgabe noch so reizvoll klingt – alles was irgendwie nach Stress klingt und dringend ist, lass ich – wenn es geht – ausfallen. Klar, das klappt nicht immer. Wenn man der Einzige ist, der was von der Tätigkeit versteht, kann man sich vielleicht die Aufgabe mit jemanden teilen.

6.) E-Mail-Flut eindämmen.

BAM – erster Arbeitstag nach dem Urlaub und schon hat man trölfzillarden ungelesene Mails im Postfach! Zur Vorbereitung lösche ich auf den ersten Blick alles, was nicht relevant ist. Dann dünnt sich alles schon mal aus. Den Rest überfliege ich und entscheide sofort, was damit zu tun ist. Mit den dicken Brocken beschäftige ich mich dann zum Schluss. Keine Ahnung, ob das so „richtig“ ist bzw. ob das in diesen Managementbüchern so empfohlen wird, aber für mich klappt das ganz gut, weil ich das Gefühl habe, voran zu kommen.

Hast du noch irgendwelche Tipps für die sanfte Rückkehr ins Arbeitsleben?

10 Gedanken zu “Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub

  1. Vielen Dank für deine Vorgehensweise. Urlaub werde ich in der Form zwar vorerst nicht haben, dennoch finde ich insbesondere deine anderthalb oder zweieinhalb WochenRegel super! Selber schon ganz oft so gemacht und jedes Mal gut damit gefahren. Es aber nie so bewusst eingeplant. Ich hab immer nur darauf geachtet, dass ich die ersten und die letzten drei Tage des Urlaubs immer als so ne Übergangszeit bewusst eingeplant habe. Runterfahren, um sich überhaupt entspannen zu können. Und einplanen, dass ich unter Umständen gegen Ende schon anfange um den Urlaub zu trauern. ;)

    Dank deiner Tipps freu ich mich aber schon auf den irgendwann mal anstehenden Urlaub. Yay!

  2. Das mit der halben Woche ist bei mir nicht so effektiv umzusetzen, kommt aber sicherlich sehr stark auf den Beruf an. Wenn ich Donnerstag/Freitag wieder arbeite, dann kommen genau die Patienten die immer an dem Tag dran sind, d.h. es ist egal an welchen Tag ich beginne, weil immer ein paar stressige und ein paar sehr nette dabei sind.
    Allerdings lege ich z.B. gerne meinen Urlaub in die Schulferien und da passiert es natürlich auch oft, dass auch einige meiner Patienten ebenfalls wegfahren und ich von daher auch in der Woche nach meinem Urlaub weniger zu tun habe als sonst ;)

    Das mit den Besprechungen würde ich allerdings auch so unterschreiben. :)

  3. Oh dankeschön für deine Nach-dem-Urlaub Tipps. Finde ich auch richtig gut.
    Die angebrochenen Wochen nutze ich auch. Manchmal braucht man ja wirklich nach dem Urlaub noch Urlaub vom Urlaub um all das Erlebte aufzuarbeiten. Wenn man dann also am Samstag zurückkommt, hat man zumindest noch Montag, Dienstag um in Erinnerungen zu schwelgen oder sich von der Familien-Besuche-Tour zu erholen.

    Was ich zum Beispiel auch gerne mache, ist während dem Urlaub meiner Kollegen, die Flut auf ihrem Schreibtisch in logische Häufchen zu gliedern, in Schnellhefter zu packen und dann ein Post-it mit dem Thema drauf.
    Das kostet nicht viel Zeit, erspart dem anderen enorme Rumsucherei nach der Rückkehr, sorgt für dieses „wow Dankeschön“-Gefühl beim anderen.
    UUUND es erleichtert dir nach DEINEM Urlaub auch eine menge Mühe. Helfen ist eben ansteckend :)

    (ach ja, hab ich dir noch gar nicht erzählt. Hab auf der Paperworld nen Stand gesehen, der Tackernadeln in allen Farben hatte. Musste dabei sofort an dich und deine Türkisen denken hihi ;) )

  4. Ich habe noch einen Tipp zur Email Flut und zum langsameren ankommen. In der Abwesenheitsnotiz, einfach 1-2 Tage länger eintragen oder schon am letzten Tag auf der Arbeit aktivieren.
    Ich sehe immer das der letzte Tag vor dem Urlaub schlimmer ist, wie der erste nach dem Urlaub.
    Vorher muss man noch so viele Dinge erledigen die in den nächsten 1-2 Wochen dringend werden könnten.
    Der erste Tag nach dem Urlaub beginnt sowieso mit Emails nachbearbeiten, warum nicht die ersten Stunden konsequent abarbeiten und dann am nächsten Tag wieder voll da sein.

  5. Danke für die Tips…
    Ich sollte auch mal die halbe Woche nehmen. Habe ich bisher nie. Meist braucht man nach einem Urlaub ja noch 1-2 Tage um wieder anzukommen und die Wäsche zu waschen.
    Da ich dieses Jahr noch nichts geplant habe, werde ich das mal mit einfließen lassen. Ein Kollege macht das immer so und ich dachte er sei nur zu geizig für unseren halben Freitag nen ganzen Urlaubstag zu opfern.
    Ich besorge mir schon meist weit vorher die Abgabetermine für meine Aufgaben und lehne mind 14 Tage vorher Extraarbeiten ab. Dann verteile ich das, was ich nicht mehr schaffe an meine Kollegen. Meist sind das eher Kleinigkeiten.

    LG
    Mareike

  6. Gute Idee für einen Blogbeitrag und super Tipps, Frau DD!

    Bin gerade auf dem Sprung, aber spontan fallen mir noch zwei Dinge ein:

    1. Dich bewusst werden, dass nach dem Urlaub vor dem Urlaub ist. Habe ich früher immer so gemacht (als ich meinen Job wirklich nicht gerne gemacht habe). Kaum war ich zurück von einem Urlaub, finde ich wieder mit dem Planen, Organisieren und Recherchieren des nächsten an, selbst wenn er noch Monate entfernt lag. Vorfreude ist doch die schönste Freude.

    2. Sich einen Job suchen, bei dem das Arbeiten fast so schön ist wie Urlaub machen. Denke ich habe den jetzt für mich gefunden.

    Viele Grüße aus Franken,

    Christof

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