Süßes reduzieren

Seit ich hier von meinem Süßkram-Reduktions-Erfolg geschrieben haben, häufen sich die Nachfragen. Auch offline waren Kollegen, Nachbarn und Freunde sehr interessiert.
Zuerst wollte ich nicht darüber schreiben, weil es einfach zu banal ist, aber anscheinend wirkt es jetzt so wie ein geniales Geheimnis einer verrückten Wissenschaftlerin, die heimlich in ihrem Labor unter der Erde, versteckt unter einem Ameisenhaufen…egal, ich schweife ab!

Langjährige Leser (und alle anderen *hust*) wissen, dass ich ein Problem mit Süßkram habe. Ich nasche gerne. Ich probiere gerne alle möglichen Dinge aus. Schokolade, Kuchen, leeeeeecker!!!
Ich will nicht ganz darauf verzichten, aber einschränken. Denn ein Zuviel ist einfach nur schlecht. Und manchmal übertreibe ich. Ich habe schon tausendmal versucht, komplett auf Süßkram zu verzichten. Hat immer nur kurz geklappt.

Was jetzt anders ist? Ich weiß auch nicht so recht. Irgendwas hat sich in meinem Gehirn umgestellt…?!

Und das kam so:

Seit Januar 2014 kaufe ich keine Süßigkeiten mehr.

Jup, das ist das Geheimnis. Toll, oder? Voll lahm, ich weiß.

Zunächst lautete der Vorsatz, für 31 Tage keine Süßigkeiten auf Vorrat zu kaufen. Denn wenn man was zu Hause im Schränkchen hat, dann isst man es auch.
Daraus ist im Laufe der Zeit „Ich kaufe keine Süßigkeiten mehr“ geworden.

Der Unterschied von „Ich esse keine Süßigkeiten mehr“ zu „Ich kaufe keine Süßigkeiten mehr“ könnte größer nicht sein. Klar, Verbote verstärken. Noch dazu bei dieser Formulierung, die das Unterbewusstsein nicht mal kapiert.

Ich dachte: „Ey, kein Süßzeug kaufen ist ne super Idee, weil im Büro eh so viel davon rumfliegt und dann bei den Geburtstagspartys, da kann ich dann ja Süßigkeiten essen wenn ich will“

BÄM! Und das war der Knopf im Gehirn, der alles einfach werden ließ.
Und dadurch sind weitere erstaunliche Dinge passiert:

  • überhaupt keine Heißhungerattacken mehr
  • ich halte nun auch problemlos mehrere Tage ohne Süßigkeiten durch, d. h. das Zeug das herumliegt, kann ich auch liegen lassen
  • keine Gewichtsschwankungen mehr
  • der Genuß ist zurück. Ich kann mir – wenn ich will – ganz bewusst etwas gönnen

Mein Körper dankt. Er ist glücklich, nicht mehr so müde, voller Kraft und guter Laune und er kann noch viel besser sagen, was er doof findet :D

So, zurück zur verrückten Wissenschaftlerin. Mich verwirrt das irgendwie. Warum ging das so leicht? Und wie kann man das auf alles andere übertragen? Würde es z.B. klappen, wenn ich sagen würde: „Ich sitze abends nicht mehr herum, sondern verschaffe mir Bewegung?“ Aber ist das denn auch dasselbe?
Hmm. Ich muss das noch mal überdenken.

12 Gedanken zu “Süßes reduzieren

  1. Oh, dann hab ich so einen Knopf auch schon umgelegt. Allerdings stelle ich fest, dass wenn man dann einmal so einen Rückfall hat und den weiter zulässt, sich diese süsse Abhängigkeit wieder neu entwickeln kann. Nicht schön.

    Beim Sport merke ich das auch. Im Durchschnitt habe ich seit Anfang des Jahres 3x die Woche Sport gemacht. Sogar täglich 30min PowerWorkout, wenn man es nicht hinterfragt, sondern umsetzt wie das Zähneputzen, scheinen möglich. Find ich krass. Bin gespannt über deine weiteren Gedanken zum BewegungsDingens.

  2. Oh Gott, Süßkram … Für mich auch ein verdammt großes Problem. Einmal habe ich es zwischen Weihnachten und Ostern geschafft, komplett darauf zu verzichten – bis dann das unvermeindliche Osterkörbchen von Muttern kam. Und beim ersten Lindor-Ei war dann Schluss mit dem Verzicht :-/

    Mittlerweile versuche ich, möglichst viel Süßkram selbst zu machen, also Kekse, Kuchen, Eis … Dann kann ich nicht nur die Zuckermenge beeinflussen, sondern auch mit Vollkornmehl und frischem Obst backen. Nachmittags ein Stück frischer, saftiger Hefekuchen mit Äpfeln, und ich lasse einen Berg Schokolade liegen.
    Ernsthaft ;)

    Was den Sport angeht, strafe ich den Schweinehund mit Routine: Ich laufe einfach zum Bahnhof und zur Arbeit. Jeden Tag 6 km. Ohne Kompromisse. Ob es schifft, stürmt, hagelt, schneit – ich laufe. Klappt seit Jahren :)

  3. Toll, dass das bei Dir relativ problemlos geklappt hat. Das dürfte den einen oder die andere motivieren und weiterhelfen.

    Zucker ist ein Suchtmittel, von dem man immer mehr braucht. Die Auswirkungen auf die Gesundheit sind verheerend.

    Wie bei allen Süchten, hilft nur Entzug und danach sich die Gewohnheit aneignen, Zuckerhaltiges als Genussmittel zu sehen und sehr sparsam zu essen.

    Ich habe mittlerweile Zucker und die meisten andere Fabriknahrungsmittel stark reduziert und verzichte ganz auf tierische Lebensmittel.

    Viele Grüße

    Christof

  4. Die Sabotage beginnt im Supermarkt … wo wir unsere Vorsätze und Vorhaben sabotieren. Wenn man den Einkauf überstanden hat, ist man fast schon im grünen Bereich. :-)

    Gratuliere zum „Klick“!

  5. Mir gefällt die Idee sehr gut, einfach nichts Süßes mehr zu kaufen. Nachdem ich ja nichts mit Plastik kaufe, ist das bereits in diese Richtung gegangen, ganz automatisch. Aber ich habe inzwischen Quellen gefunden für Schokolade ohne Plastik ;-)

    Süßes ist bei mir auch so ein Thema. Danke für die Anregung, darüber noch einmal anders nachzudenken.

    lg
    Maria

  6. Klappt auch langfristig sehr gut. ;)

    Ich halte es allerdings so, dass ich schon ab und an etwas kaufe und mir etwas „gönne“. Das Problem kommt meistens dadurch zustande, dass man nicht mehr bewusst genießen kann. Schon alleine eine „Verknappung“ kann da Wunder bewirken.

    Ob Süßikeiten/Zucker wirklich müde machen, ist umstritten… Aber ich beobachte bei mir selbst auch, dass ich ohne Süßigkeiten bzw. nur mit sehr „eingeschränktem“ Süßigkeitenkonsum wacher bin. Das führe ich allerdings eher darauf zurück, dass ich mehr „gute“ Sachen esse. :)

  7. Das ist ja witzig.
    So geht es mir im Moment auch, seit ich mit dem „Fasten“ angefangen habe und es funktioniert erstaunlich gut. Zwar habe ich in den letzten zwei Wochen dann doch ein paar Kleinigkeiten genascht, gekauft jedoch nichts.
    Sogar auf einem Geburtstag habe ich die superleckeren Torten links liegen lassen.

    Dafür wuchs mein Konsum von Trockenobst und Nüssen etwas an :P

  8. Klappt bei mir weitgehend auch, einfach nix zu kaufen. Man sollte aber auch nicht hungrig einkaufen gehen :-) geschenkt bekommt man dann ja immer noch genug. Wenn ich richtig Lust auf Kuchen oder Eis habe, kann man das immer noch selbst backen und dann vielleicht weniger oder anderen Zucker verwenden – ich bin fest davon überzeugt, dass selbst gemacht gesünder ist als selbst gekauft :-) gerade hab ich übrigens gelesen (pm fragen & antworten, märz 2014), dass weniger Zucker die Konzentration fördert – alles wissenschaftlich nachgewiesen ;-) liebe grüße, Marlene

  9. Hallo!
    Ich wollte so gern richtig fasten. Dann hat meine Ma mich zum Eintopfessen eingeladen und ich hab natürlich ohne drüber nachzudenken die Würstchen mit gegessen. Jetzt mache ich es nur so, dass ich mir selber kein Fleisch kaufe und zubereite. Familienessen sind ausnahmen.
    Auch Süßkram sollte auch dran glauben. Ich habe grad nen Schokoladenentzug. Als es so warm war, habe ich zwei mal bewusst Eis gegessen und einmal, war ich zum Cocktailtrinken aus. Ich halte mich irgendwie mit Bananenmilch und Obst über Wasser. Ob das nun gesünder ist, weiß ich nicht :)
    Ich hoffe den kalten Entzug bald hinter mir zu haben, so dass ich bewusst genießen kann.
    Ich kann mich recht leicht abends bewegen, wenn das Wetter stimmt. Da gehe ich gern noch eine Runde mit Hundebesitzern und fahre Fahrrad. Wenn ich aber in meinen 4 Wänden bleibe, dann klappt es nie. Könnte momentan aber auch am Stress auf der Firma liegen, was mich einfach momentan auslaugt.

    LG
    Mareike

  10. Die Einschränkungen „vegan“ und „unverpackt“/“wenig Verpackung“/“ohne Plastik“ machen es auch mir leichter, wenig Süßes zu kaufen.
    Und wenn es nichts Süßes im Haus gibt, kann man leichter darauf verzichten.
    Ich versuche, mich selbst so gut wie möglich auszutricksen ;)

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