Technik und Minimalismus

Mein neues, altes Telefon. Es ist rot. Es macht riiiiing, wenn jemand anruft. Es hat keinen integrierten Anrufbeantworter und ich kann nicht sehen, wer mich anruft. Wenn ich eine Nummer wähle, muss ich nach jedem Tastendruck einen Augenblick warten, weil der Apparat noch mit Pulswahlverfahren läuft. Die Telefonnummern muss ich aus meinem Adressbüchlein heraustippen oder sie mir merken.

Vorher hatte ich ein schnurloses Telefon mit einer piependen Melodie, Rufnummeranzeige, integriertem Telefonbuch und es konnte anzeigen, wenn ich einen Anruf verpasst habe.
Warum bin ich also diesen Schritt zurück gegangen?
Auf den ersten Blick war das Telefon zwar sehr modern, aber es hat mich nur genervt.

Denn dieses Telefon musste mit Akku betrieben werden, der jedes Mal ausfiel, wenn jemand angerufen hat, ich musste das Gespräch unterbrechen, den Akku wechseln und konnte dann erst weitertelefonieren. Ich rannte in der Wohnung herum und machte manchmal nebenbei noch irgendwelche Kleinigkeiten (in Kombination mit Nackenschmerzen). Erst nach Beenden des Telefonats habe ich bemerkt, dass ich teilweise gar nicht richtig zugehört hatte. Ich ärgerte mich über mich selbst und verfluchte die Technik.

Ich habe also durch vereinfachte Technik auch ein Stück innere Einfachheit erlangt. Ich ärgere mich nicht mehr, sondern freue mich wie ein kleines Kind, wenn es „riiiiiiing“ macht und ich bin bei dem Telefonat mit meiner ganzen Aufmerksamkeit dabei, weil ich durch die Kabel dazu „gezwungen“ bin, mich bequem auf’s Sofa zu lümmeln oder an den Tisch zu setzen und zuzuhören.

Ich will hier nicht im Amish-Style zur Rückkehr zu primitiven Technologien aufrufen, aber ich frage mich schon, ob das neueste/beste/leistungsstärkste Gadget uns wirklich immer weiterbringt. Uns werden jedes Jahr die neuesten Technologien aufgeschwatzt, aber alles was ich davon sehe sind Leute, die mit Starrerblick auf irgendwelche Screens glotzen (und dann noch nicht mal was lesen sondern bei Facebook posten oder Solitäre spielen…). Manchmal komm ich mir dann doof vor, weil mein Handy nur Telefonieren und SMS empfangen/senden kann. Gleichzeitig weiß ich, dass ich viel zu faul bin, mir neue Verhaltensweisen und Aufgaben ans Bein zu binden, um neue Technologien nutzen zu können. (Ja, auch der finanzielle Aufwand spielt eine Rolle)

Technik soll doch unser Leben erleichtern, aber mir scheint, es macht alles viel komplizierter. Glaubst du das stimmt? Natürlich sind Handy’s praktisch, aber früher, als es sowas noch nicht gab, kamen wir auch gut zurecht, oder? Bei den E-Book-Readern ist man auch an Lichtverhältnisse, Dateien und Akkuladezeiten gebunden. Das ist doch schon mehr organisatorischer Aufwand, oder?
Bist du in dieser Hinsicht auch schon mal einen technologischen Schritt zurückgegangen? Was war das? Oder bist du der Gadget-Freak der die Neuheiten sofort umsetzen kann? (und wenn ja: Wie machst du das? :D) Auf welches Gadget/Software könntest du überhaupt nicht mehr verzichten?

17 Gedanken zu “Technik und Minimalismus

  1. Ja, ich kenne das. Wurde im Geschäft auch schon mehrfach merkwürdig angeschaut, wenn ich mir die Fähigkeiten der neuen Handys durchgelesen und dann gefragt habe: Kann ich damit auch telefonieren???
    Ich WILL damit nur telefonieren (und ab und zu mal eine SMS schreiben) und nicht noch toasten und die Wäsche waschen. O.k., das ist übertrieben, aber mir scheint, als sollten inzwischen alle Geräte alles können. Und somit hat man viele Funktionen doppelt und dreifach, was das Leben oftmals nicht wirklich vereinfacht.

    Aktuell schlagen wir uns gerade mit dem Thema: (Neues) TV und Aufnahmefunktion herum. Alles, was jetzt neu ist, scheint mir in vielerlei Hinsicht ein Rückschritt, weil ich tausend Sachen bedenken, vergleichen, anschaffen und verkabeln muß. Und dann heißt es beten, dass auch alles wirklich funktioniert.

    Ich mag Technik und ich bin in der Hinsicht auch nicht blöd, aber nicht alles, was neu ist, ist auch wirklich eine Verbesserung und vor allem eine Erleichterung.

  2. Schöner Beitrag!

    Ich lese eine Tageszeitung. Damit bin ich einen gehörigen Schritt zurückgegangen. Um die Lesezeit dafür aufbringen zu können, habe ich einfach meine Internet-Zeit (Spiegel online etc.) gekürzt. Praktischer Nutzen: Zwar erfahre ich alle Nachrichten erst mit einem Tag Verzögerung, aber dafür sind die Artikel meist besser recherchiert (Zeitfaktor). Auch hat sich die Erregungsspirale nach dem Ereignis wieder ein wenig gelegt, wenn ich über das Erreignis in der Zeitung lese. Damit habe ich den Echtzeit-Emotional-Beteiligtsein-Zwang reduziert. Ein echter Schritt hin zu minimalistischer Entschleunigung!

  3. Hallo Frau Ding Dong,

    wieder mal ein schöner Beitrag, in dem du viel Wahres schreibst.
    Ich bin auch kein „Feind“ der Technik oder ewig Gestriger (dann wäre ich in unserer IT-Abteilung auch schlecht aufgehoben), aber bei allen Vorteilen neuer Technologien, bringt sie auch viele Nachteile mit, wie ich finde.

    Stichwort Handy: Völlig ok, wenn man sie dazu nutzen würde, wozu sie erfunden wurden. Ich denke, auch wenn man es kaum glauben mag, irgendjemand wollte irgendwann mal ohne Kabel oder Telefonzelle von überall aus telefonieren können. Das Halbwüchsige, Teenies und Schüler uns morgens im Zug oder Bus mit irgendnem neusten Scheisslied zudröhnen oder uns ihren privatesten Müll ausbreiten hatte der Erfinder sicher nicht im Sinn.

    Stichwort TV: Wir haben eine tolle Vielfalt, hunderte von Sendern wo es sehr interessante Sendungen, oft auch in HD, gibt. Aber leider gibt es noch mehr Stuss, Schwach-und Stumpfsinnszeugs im Fernsehen. Klar dem kann man entgehen und ab-oder nicht einschalten. Was ich nur schade finde, dass das Fernsehen als Gemeinschaftserlebnis, wo man als Familie früher samstags mal Wetten dass oder sonntags den Tatort schaute mehr und mehr verloren geht.

    Stichwort PC-Spiele: Was hab ich früher viel gedaddelt, am liebsten auf der alten Atarikonsole. Die Spielchen waren teils primitiv, aber leicht zu erlernen und zu verstehen und mit nem 2. Joystick auch gut zusammen zu spielen. Klar die heutigen Games haben bombastische Grafik und Geschwindigkeiten, aber erstens brauchst du ständig neuere und hochwertige Hardware, zweitens musst du meist erst ein mehrstündiges Tutorial durchspielen um Sinn und Bedienung zu verstehen, schnell mal eben Daddeln ist meist nicht…. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für sowas….

    Es gibt bestimmt noch viele Beispiele pro und contra neuer Technik (by the way, beim Zahnarzt finde ich neue Techniken hinsichtlich Behandlung und Narkose sehr angenehm ;-) )aber alles in Allem finde ich halt diese Beschleunigung und dieses viel zitierte „Multitasking“, das die neuen Technologien mit sich bringen und fördern schrecklich.

    Von daher passt deine Telefongeschichte, mit dem schnurlosen digitalem Teil läuft man echt oft rum, hängt Wäsche auf, spült ab oder fütter gleichzeitig das Baby, und ja, der Akku ist auch meist leer wenn man ihn braucht.

    Ich hab direkt mal bei ebay geschaut, was so angeboten wird an „alten“ Apparaten. Wo hast du deinen denn erstanden?

    Noch was fällt mir ein, vor einigen Wochen hab ich mir den ebook-Reader „kindle“ von amazon gekauft. Den finde ich nach wie vor gut, aber auch nur um Bücher zu lesen (die Beschaffung sowie die Lagerung der E-Bücher find ich passend zum Thema Minimalismus, wobei das Stöbern im Buchladen ja auch was für sich hat). Aber wie vieles hat halt jedes Ding zwei Seiten… Man kann bspw. auch die Zeit als ebook lesen, aber das ist jetzt nun wirklich kein Genuss, ne Zeitung muss ich fühlen, falten, zerknittern und vor allem auch mit in die Badewanne nehmen können, ohne Angst zu haben, einzuschlafen…..

    Also, wie schon unsere VWL-Lehrer meinte, eine technische Neuheit bedeutet nicht unbedingt einen technischen Fortschritt (er brachte dann immer sein Beispiel von einem Kugelschreiber der nach Himbeer duftet, ist neu aber ob es ein Fortschritt ist????)

    Und noch ’ne kleine Story: Die USA steckten viel Geld in die Entwicklung eines Kugelschreibers, der auch im All und bei Schwerelosigkeit funktioniert. Was machten die Russen ? – Nahmen einen Bleistift mit!!

    In diesem Sinne, ihr seht die Mittagspause war lang und langweilig, Grüße an alle (Nostalgiker)
    newbie

    p.s.: Bin ich vielleicht doch etwas von Gestern?

  4. Liebe Frau Ding Dong!
    Dein Beitrag ist prima und passt dazu auch noch zu meinem heutigen Tag, denn gerade ist mein neu erstandener Wasserkessel geliefert worden (jippieh!). Vorher hatten wir einen elektrischen Wasserkocher. Allerdings versuch ich bei Neuanschaffungen Plaste zu vermeiden. Zugegeben, ich find einen schlichten Edelstahlkessel auch irgendwie puristischer ;D ist vielleicht ein bisschen albern. Ich hätte aber nicht ernsthaft erwogen mir einen Kessel statt eines Kochers zu kaufen, wenns für mich nicht auch in anderer HInsicht sinnvoll gewesen wäre. Wie gesagt ist es mir wichtig Plastik zu vermeiden (und die Vorstellung Plaste jeden Tag ‚auszukochen‘ find ich eklig). Zudem ist so ein Kessel leichter zu reinigen, langlebiger (zumindest erwarte ich das ;D) und energiemäßig macht es (so hoffe ich jedenfalls) nicht den großen Unterschied. Er hat ne gepresste Bodenplatte, das Wasser scheint ebenso schnell heiß zu werden und da ich in der Regel Teewasser koche wenn ich früh oder mittags eh den Herde anmache (ich esse gerne warm), sind die Platten ja ohnehin schon heiß. Jedenfalls hab ich mich heut gefreut wien Schneekönig als das Ding angekommen ist!
    Auch die Freude über dein Telefon kann ich total nachempfinden (schon allein der ring-Ton!!!!) – es sind die kleinen Dinge des Lebens! *kitsch* ;D Ich muss aber sagen, dass ich es persönlich genieße ein schnurloses Telefon zu haben. Aber ich verstehe was du meinst. Für mich persönlich finde ich es praktischer das Ding mitnehmen zu können, sei es ins Nebenzimmer um ungestört Geburtstagsgeschenek planen zu können oder in die Küche wenn ich beim Kochen nicht klar komme und dringend Omas HIlfe brauche. Aber ich versuche auch ganz bewusst darauf zu achten, dass ich mir für ‚richtige‘ Gespräche Zeit und Ruhe nehme und dann nicht rumlaufe (es sich dabei mit dem Telefon überall in der Wohnung gemütlich machen zu können ist auch nicht schlecht).
    Ich denke letztlich geht es bei all dem Technikkram darum: man muss immer reflektieren was sinnvoll und nötig ist. Neuerungen können durchaus ihre guten Seiten haben, beispielsweise energiesparender seien. Aber brauchen wir jeden Scheiß? Für mich persönlich ist es dank meines nicht vorhandenen Technikverständnisses sowieso nervenaufreibend mich mit solchen Sachen auseinander zusetzen, aber daneben erschreckt mich vor allem die Vorstellung wieviel Müll durch diese Kurzlebigkeit produziert wird. Dabei versteh ich die Motivation nicht. Na gut, ich kann sie schon nachvollziehen – aber finde sie total behämmert. Normalerweise kauft man sich doch etwas weil man es braucht, denn der Vorgänger ist kaputt oder verloren oder wie auch immer. Aber sich einfach etwas zu kaufen weils neu ist? Muss ein Handy wirklich nach einem Jahr ausgetauscht werden, weil der Nachfolger jetzt ‚endlich‘ da ist und noch ein bisschen hipper und cooler wirkt? Das hat doch auch etwas mit Vernunft zu tun, mein ich. Lieber Newbie, wenn das bedeutet von gestern zu sein, bin ichs gerne ;)
    Habt noch eine schöne Woche!

  5. Hallo Frau DingDong,

    also ich muss zugeben, dass ich immer noch nicht frei von Emotionen bin, wenn es um Technik geht. Aber verglichen mit der Zeit, die ich noch vor 10 Jahren in Computer und Unterhaltungselektronik gesteckt habe, ist es heute nur noch ein Bruchteil.
    Jedoch habe ich grade in diesem Jahr die Prüfbrille aufgesetzt und meinen Konsum von Technik durchleuchtet. Ergebnis ist, dass ich zwar ein Smartphone besitze, aber unterwegs kein Internet mehr nutze. Wobei das Telefon über zwei Jahre alt ist, was bei Technik ja schon fast zur Steinzeit gehört. Aber ich muss zugeben, dass ich eigentlich gar kein Handy brauche. Das Teil ist zum Mails nachschauen und twittern (wenn ich zuhause im wlan bin) sowie zum hören von Podcasts da. Und falls notwendig mal zu telefonieren.
    Vor ebook-Readern scheue ich mich etwas, weil es kein vernünftiges Leihsystem gibt und man die Bücher dann auch nicht wieder verkaufen kann, wenn man sie einmal gelesen hat. Auch digital will ich halt nicht mehr sammeln. Und so nehme ich es auch mit Software. Es ist nur installiert, was auch regelmäßig gebraucht wird.

    Auch wenn mich Neuerscheinungen in der Technikwelt nicht kalt lassen, weiß ich jedoch, dass man dies alles nicht braucht um glücklich zu werden. (Auch, wenn uns das die Werbung immer suggeriert.) Da gibt es viel wichtigere Dinge!

  6. @newbie: Die Geschichte mit dem Bleistift ist schön – stimmt aber leider nicht, modernes Märchen. Bleistift wäre im All aufgrund der Schwerelosigkeit viel zu gefährlich, wenn die Spitze abbricht, fliegt sie in der Gegend rum und kann gefährliche Kurzschlüsse verursachen, weshalb die weltraumtaugliche-Kugelschreiber-Entwicklung durchaus Sinn macht und auch die Sowjets nicht mit Bleistiften rumflogen.

    @FrauDingDong: Schickes Telefon – so eines hatten wir auch in der Werkstatt, aber halte Dich fest! mit Wählscheibe! :-)
    Ich kann das gut nachvollziehen mit einfacher, robuster Technik, die nur das macht, was sie primär soll. Ich mag zwar auch gerne technischen Schnickschnack – aber nur da, wo es auch Sinn macht.

    Einfache Technik nutze ich zum Beispiel:
    – mein Stadtrad, ein altes Treckingrad, als Singlespeed umgebaut (irgendwo im Blog zu finden). Da KANN kaum was kaputt gehen, weil kaum was dran ist.
    – einen einfachen Verstärker zum Basspielen. Laut und Leise, ein bisschen Sound einstellen, das wars im wesentlichen. Effektgeräte lasse ich weg, stört meist nur. Sound kommt aus den Fingern.
    – Küche: außer einen Blender/MIxer brauchen wir nix. Gute Messer (drei Stück) sind die halbe Miete.
    – … und ich schreiben fast nur mit Bleistift. So nen normalen, zum Spitzen. Billig, hält ewig, kein Plastik.

    Mir fällt gerade auf, wir haben eigentlich gar nicht so viel Technikkrams im Haus … abgesehen von dem ganzen Musikkrempel (aber der zählt ja nicht :)).

    1. @Newbie @Finn – also bei der Bundeswehr benutzen die immer nur sehr weiche Bleistifte (mind. 3 B) weil man damit auch im Regen schreiben kann. Versuch das mal mit 2H :D

      öhm. ja. Das war die Klugscheisserei von meiner Seite :D

  7. Schöner und vor allem interessanter Blog!! Ich finde auch, dass Technik eine wirklich gute Sache ist, aber es ist schade, dass die Menschen verlernt haben ohne diese Dinge zu leben. Wenn du heute jemanden im Wald aussetzt ohne Handy bin ich mir ziemlich sicher, dass er nicht zurück findet :-). Aber man darf natürlich auch nicht vergessen,dass es auf viele Vorteile hat, wenn man immer und überall Dinge im Netz nachschlagen kann via Phone. Das erleichtert einem dann doc schon so manche Situation!

    1. ja das stimmt. So smartphones sind ja gerade dann praktisch, wenn man von anderen gefragt wird, wo Straße xy ist :D
      Aber eigentlich finde ich an mir schlimm, dass ich mir kaum Telefonnummern merken kann. Wenn ich mein Handy verliere oder der Akku leer ist und ich auf eine Telefonzelle angewiesen wäre – ich könnte keine einzige Nummer wählen. Nicht mal die von meiner Mutter!!!
      Aber mit diesem alten Telefon kommt das bestimmt bald wieder :D

  8. Hallo ;)
    Ich bin auch nicht der Technifreak:
    – einfaches Handy zum telefonieren, SMS und den Rechner brauch ich öfter
    – ich liebe meine Kassetten (immerhin hab ich damit viel Zeit verbracht die aufzunehmen, wenn sie kaputt gehen kann ich sie aber auch gut loslassen)
    – kein Tv (schaue ganz selten im Netz was an)
    Auch sonstiger Schnickschnack wie Trockner, Mixer, Mikrowelle findet man bei mir nicht)
    Selbst der mp3-Player is ganz selten in Gebrauch, nur wenn es mir in der Bahn zuviel wird.
    PC-Spiele gehn gar nicht, hab dafür null Interesse.

    Liebe Grüße

  9. PS. Und ich genieße seit über 15 Jahren eine Brieffreundschaft ;)
    Die trotz email und Co weiter besteht.
    Weil es etwas anderes ist einen von hand geschriebenen Brief aus dem Briefkasten zu ziehen :-)

    1. ja, Briefe sind wirklich toll! Ich schreibe mir mit meiner besten Freundin aus Prinzip, obwohl wir auch telefonieren könnten oder uns E-mails schreiben könnten. Aber so ein bunter Brief macht einfach nur gute Laune!

  10. Also ich bin bei dem Thema ja absolut gespalten …

    Ich bin teilweise auf einem Bauernhof und in einer uralten Mühle aufgewachsen und hab in der Kindheit wohl mehr Zeit im Wald, als im Haus verbracht. Daneben war ich aber immer absoluter Science Fiction Fan, lange Zeit begeisterter PerryRhodan-Leser und Trekkie, sehr technophil, habe jede Computergeneration seit dem Sinclair ZX81 mitgemacht und programmiert. Ich wollte immer Bauer oder Schriftsteller werden, oder Computer programmieren. Das mit den Computern schien mir und meinen Lehrern dann realistischer. Der Maschine meinen Willen aufzwingen, tolle Sache, aber inzwischen frage ich mich immer öfters, ob’s nicht doch umgekehrt ist.

    Also so langsam reicht mir der ganze Kram. Ich finde es toll und richtig, dass sich das alles immer weiterentwickelt (von Auswüchsen abgesehen, für die m.E. aber selten die Technik an sich etwas kann), aber ich werde mir das wohl zunehmend von draußen anschauen.

    @Strumps Ein Wasserkocher soll aber gegenüber der Herdplatte gut 40% an Energie einsparen. Deshalb wird auch gerne geraten, das Wasser zum Nudelkochen erst mal im Wasserkocher zu erhitzen. Die gibt’s übrigens auch in Edelstahl und in Retro-Kessel-Optik ;-)

    @M.I. Zum Thema Medien und Tageszeitung gibt’s ja die schöne Geschichte von Helmut Schmidt, der, als er bei Beckmann eingeladen war, gegen Abend noch gar nicht wusste, was seit dem Morgen die ganze Welt beschäftigte (die Tötung Bin Ladens). Er brummte nur, Nachrichten lese er morgens in der Zeitung, Radio und Fernsehen interessierten ihn nicht (und Internet fiel ihm gar nicht erst ein).

    Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mich früher immer richtig auf den neusten Spiegel freute – und den hatte ich dann wirklich im Verlauf der Woche von vorne bis hinten gelesen. Hab ich dann irgendwann gelassen, was aber weniger an der Internet-Konkurrenz lag, als mehr am Verfall des Spiegel. Hab das aber damals wirklich weitaus mehr genossen als die Online-Medien-Hechelei, die ich heute so betreibe.

    Technologisch ‚einen Schritt zurückgegangen‘ bin ich allerdings noch nie. Nur stehengeblieben. Kein DVD/Festplattenrecorder zum Beispiel, nur VHS-Video. Aber nicht, weil ich DVD nicht mag, sondern weil dieser verdammte Videorekorder einfach sei 16 Jahren nicht kaputt zu kriegen ist und ich mir schwer damit tue, etwas zu entsorgen, was noch seinen Dienst tut.

    Ach ja, Handy hab ich auch keins – und das dürfte wohl inzwischen wirklich revolutionär sein ;-)

    Ach ja, und elektrische Fensterheber im Auto finde ich auch absolut sinnlos.

    1. Oh man ja! Das die alten Sachen von dieser Obsolesenz ausgenomen sind, ist mir auch schon aufgefallen. Die ganzen Geräte aus den 70er/80ern funktionieren tadellos (nur ist das Design nicht unbedingt schick) – das lässt sich wenn es denn mal kaputt geht sogar noch reparieren! (Gottseidank weiß Herr DingDong wie das geht…)
      heheh, ja ohne Handy – da bist du wirklich total individualistisch :D Ich wollte meines auch abschaffen, aber jetzt brauch ich es beruflich :(

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