Türchen Nr. 13 – Nicht abgeschlossene Projekte

Mmadventskal
Der Adventskalender ist eine Einladung an alle, mal kurz zu überlegen: „Wie hat sich Minimalismus auf mein Leben ausgewirkt?“ Schreib gerne in deinem Blog, als Kommentar oder in dein privates, geheimes Tagebuch. Du musst auch nicht jeden Tag mitmachen, eine Wochenzusammenfassung könnte auch gehen.

Türchen Nr. 13 ist wieder eine harte Nuss – für mich zumindest. Es geht heute um angefangene Projekte, ums Scheitern und Loslassen können.

Wenn ich an nicht abgeschlossene Projekte denke, fällt mir spontan mein blöder Schal ein. Meh. Ich will das bald hinter mich bringen.
Dann überlege ich weiter und mir fallen diverse Renovierungsprojekte in unserer Wohnung ein. Kleinigkeiten, die noch gemacht werden müssen. Die zwar auf den ersten Blick fertig sind, aber eben noch nicht wirklich. Und dann dieses saublöde Bild, an dem ich schon seit 2008 arbeite und mich in den Wahnsinn treibt. Dem Bild fehlt was, aber ich weiß nicht was. Die Idee dahinter ist komplett verblasst und ich bin soooo kurz davor es einfach schwarz oder weiß zu übermalen oder an den Straßenrand zu stellen. Andererseits hoffe ich noch auf einen Musenkuss, weil die Basis des Bildes ganz gut ist. MIST!

Du siehst also: Ich habe arge Schwierigkeiten mit dem Thema Loslassen. Ich kann das gut ausblenden, aber manchmal kommts dann plötzlich und ich stecke fest. Lasse ich es jetzt gut sein? Oder beende ich das Thema? Ich habe ja schon mal darüber nachgedacht, aber vom Nachdenken alleine passiert auch nicht viel. Muss ich das Bild rituell verbrennen, um es loslassen zu können? Bei den Renovierungsarbeiten stellt sich dagegen diese Frage gar nicht. Das muss gemacht werden, damit es fertig ist.
Der Schal fällt in die Kategorie „Reiss dich zusammen und zieh das jetzt durch verdammt“ :D
Hm. Loslassen ist auf unterschiedlichen Ebenen unterschiedlich schwierig. Und blöd, dass man das auch sofort mit „Scheitern“ oder „Versagen“ in Verbindung bringt! Ich meine jetzt nicht solche popeligen Sachen wie Schals oder Bilder, sondern eher abgebrochene Ausbildungen, Trennungen oder so was ähnliches. Ist das nicht heftig, dass das in unserer heutigen Gesellschaft so ein Stigma ist? Sobald der Lebenslauf ein paar Lücken hat oder man nicht als Superman/Superwoman rüberkommt, wird man sofort schief angeguckt. Dabei hat es etwas mit Selbstliebe und Selbsterkenntnis zu tun. Und das dann auch noch durchziehen und eben abschließen…das finde ich sehr mutig.

Hier der Beitrag von Daniel und der von Michael.

Wie ist das bei dir? Welche Projekte willst du dieses Jahr noch fertig machen? Hattest du Schwierigkeiten mit dem Loslassen? Wann fällt es dir besonders leicht?

4 Gedanken zu “Türchen Nr. 13 – Nicht abgeschlossene Projekte

  1. Heute schlepp ich auch so´n nicht abgeschlossenes Projekt mit mir rum
    Ich konnte das Putzen nur mit großer Mühe losgelassen. Das war echt schwer. Ehrlich! :)

    Grüßchen und ein schönes WE
    Elli

  2. Hi,
    ich hab nach 2 Jahren meine Ausbildung abgebrochen. Danach hab ich Abi gemacht und etwas ganz anderes Studiert. Ich konnte meinen Abbruch immer gut erklären und es war für mich selbst nie ein scheitern, sondern eine Entscheidung gegen etwas, dass mich nicht erfüllt hat. Bei meinem jetzigen Job kann ich beide Erfahrungen sehr gut einsetzen und ich bin mir auch sicher, dass genau diese Kombination mir zu der Zusage verholfen hat.

    Ich finde einen Abbruch nicht schlimm, solange er gut überlegt und bewusst getroffen wurde. Etwas das mir nicht gut tut, muss ich nicht weitermachen. Geht es darum nicht auch oft beim Minimalismus? Aus zu sortieren, was mir nicht gut tut? Es ist zwar kein Abbruch, dennoch ein bewusstes Ende.

    Vielleicht gibt es ja Möglichkeiten die unfertigen Projekte abzugeben oder zu delegieren, damit die bisher hinein gesteckte Zeit und Energie nicht „umsonst war“. Wobei nie etwas für „umsonst war“. Irgendetwas nimmt man daraus immer mit. Und wenn es das Wissen ist, genau dies nie mehr tun zu wollen.

    Ich wünsche dir, dass du einen Weg findest mit deine Projekte ab zu schließen.

    Gruß Ramona

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