Türchen Nr. 15 – Neue Bekanntschaften und Soziale Gewohnheiten

Mmadventskal
Der Adventskalender ist eine Einladung an alle, mal kurz zu überlegen: „Wie hat sich Minimalismus auf mein Leben ausgewirkt?“ Schreib gerne in deinem Blog, als Kommentar oder in dein privates, geheimes Tagebuch. Du musst auch nicht jeden Tag mitmachen, eine Wochenzusammenfassung könnte auch gehen.

Hä bitte was? soziale Gewohnheiten? Neue Bekanntschaften? Hm. JA! Weniger Schneckenhaus, mehr Offenheit! Habe ich Zeit und Raum freigeschaufelt um neue Bekanntschaften zu machen? Raus aus dem Schneckenhaus!

Tja, das ist wohl mein persönlich wichtigster Beitrag in diesem Adventskalender. Wegen meinem Jahresmotto.
Wie es gelaufen ist? Schlecht.
Ich habe zwar neue Bekannschaften gemacht und bin darüber sehr froh, allerdings haben sich meine üblichen sozialen Gewohnheiten nicht sonderlich weiter entwickelt. Und ja, das macht mich schon ein bisschen fertig.
Das Jahresmotto hat mich so dermaßen unter Druck gesetzt, dass ich dann zur Jahresmitte beschlossen habe, es aufzugeben. Bringt eh nix. Das Motto war zu locker, weil ich keine messbaren Ziele hatte und „5 neue Freunde finden“ ein bescheuertes Ziel wäre. Und gleichzeitig hat es mich total gestresst. Immer wenn ich mit Leuten zusammen bin, habe ich durchaus meine Freude, aber der Akt des Sich-Aufraffens überhaupt zu irgendwelchen Meet-ups zu gehen oder Einladungen wahrzunehmen wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Und selbst einladen, z. B. zu Kaffee und Kuchen oder so mache ich ja auch nicht, weil ich meine spärliche Frei-Zeit für meine Projekte haben will. Ziemlich vertrackt.
Aber wenn ich genauer drüber nachdenke, voll logisch: Ich arbeite in einem großen Betrieb und bin im Kundenkontakt. Das bedeutet: ich muss reden. Viel Reden. Mich manchmal mit ärgerlichen oder unverschämten Kunden auseinander setzen.
Da ist es ganz natürlich, dass ich abends meine Klappe halten und es mir in meiner Höhle bequem machen will. Sonst würde ich durchdrehen! Nur neue Leute lernt man dadurch eben nicht kennen. Und das ist auch irgendwie doof.

Das ist also noch ne ziemlich große Baustelle für mich. Wie findet man da die Balance? Vor allem wenn man introvertiert und hochsensibel ist. Ich habe das Gefühl, dass ich immer mehr zum Stadtteilverrückten mutiere, weil ich ja doch ziemlich oft alleine bin. Ich bin gerne allein und das macht mir überhaupt nichts aus, aber es wäre gut da mal einen Ausgleich zu haben.

Mal sehen was ich im nächsten Jahr dafür tun kann.

Hier findest du den Beitrag von Daniel und den von Michael


Wie kriegst du das hin? Oder hast du damit keine Probleme?

4 Gedanken zu “Türchen Nr. 15 – Neue Bekanntschaften und Soziale Gewohnheiten

  1. Falls es dich beruhigt, ich bin eher extrovertiert (empfinde das aber teilweise auch als Etiketten, denn es gibt viele Situationen in denen ich das nicht bin, und gleichzeitig habe ich einfach früh gelernt auf andere Menschen zuzugehen und finds nur deswegen (meistens) nicht schlimm). Nach der Arbeit habe ich wenig Lust mehr auf Menschen, auf Telefonieren und will meistens meine Ruhe haben. Das war früher im Studium, als ich viel alleine am Schreibtisch saß, ganz anders. Momentan bin ich aber im Stadium in dem ich die Ruhe einfach genieße und die Situation so akzeptiere,
    lg Nanne

  2. Nach acht Monaten mit pöbelnden, aggressiven „Kunden“ im täglichen Direktkontakt habe ich vor einiger Zeit meinen Job gekündigt. Endlich Ruhe. Nach einigen Wochen hatte ich meine Balance wieder gefunden.

  3. Ich habe meinen Job im Versandhandel, wo die Kollegen sehr gesprächig sind. Dann habe ich noch meinen Zweitjob in einer Bar, wo es obligatorisch ist, zu quatschen. Und noch freweillige soziale Tätigkeiten, die mich viel mit Menschen zusammenbringen. Alle 3 Dinge machen mir Spaß, deshalb mache ich sie ja auch. Und abends bin ich umso froher, wenn ich nicht in die Bar muss und gar nichts machen muss und einfach nur meine Ruhe habe. Aber bei dem ganzen Kram bleibt die Pflege von längerwierigen sozialen Kontakten natürlich schwierig.

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