Türchen Nr. 23 – Glück und Zufriedenheit

Mmadventskal
Der Adventskalender ist eine Einladung an alle, mal kurz zu überlegen: „Wie hat sich Minimalismus auf mein Leben ausgewirkt?“ Schreib gerne in deinem Blog, als Kommentar oder in dein privates, geheimes Tagebuch. Du musst auch nicht jeden Tag mitmachen, eine Wochenzusammenfassung könnte auch gehen.

Uuuuh Endspurt! Heute im Türchen Nr. 23 Glück und Zufriedenheit!
Bin ich zufrieden? Fehlt mir was? Wie hängt Glück mit Minimalismus zusammen?

Mir fehlt nix. Ich bin gesund, habs warm und eine Wohnung, die ich mir leisten kann. Die Maslowsche Pyramide kann ich also mit einem Häkchen versehen. Ich fühl mich gut. Klar, ab und zu könnte der eine oder andere Aspekt besser laufen, aber „That’s Life“ und „Shit happens“ auch manchmal, also egal. Mein Leben ist zu kurz um über alles Mögliche zu nörgeln. (naja ok, Schneelosigkeit ist ne Ausnahme, wann verdammt noch mal schneit es endlich!?)
Ich bin zufrieden. Es fühlt sich merkwürdig an, das zu sagen. Und das ist doch unendlich traurig, nicht wahr? Ich habe den Eindruck, dass man in unserer heutigen Zeit fast schon minderwertig ist, wenn man „zufrieden“ ist und nix kaufen oder haben will. Ich bin sehr froh, dass es Menschen gibt, die aus diesem Konsumrad aussteigen, um einfacher und überschaubarer leben zu wollen. Wir sind ein Gegenentwurf zu dieser verkorksten Leistungsgesellschaft und bereiten uns auf die Zukunft vor. Das macht mich glücklich und beruhigt mich.

Alle wissen, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Wirklich alle.
Selbst die, die regelmäßig shoppen. Wir wissen das schon lange. Nicht umsonst hat die Glücksforschung so einen guten Stand. Forschungsergebsnisse über Glück und Zufriedenheit gehören ja heutzutage in jeden Selbsthilferatgeber und sind schon populärwissenschaftliches Allgemeingut. Warum war das Happiness Project so ein Bestseller? Warum reden alle vom Bruttosozialglück? Eben! Weils mehr gibt als dieses Kauf-dich-glücklich-geiz-ist-geil-Getue.

Ich hoffe, dass wir weiterhin gemeinsam das Thema Minimalismus bzw. „Leben mit weniger“ erforschen und damit den Materialismus und die Verrücktheiten dieser Welt durchschneiden können. Zumindest ich hab mir das für die nächsten Jahre vorgenommen.

Hier die Beiträge von Michael und Daniel.


Bist du durch eine minimalistische Lebensweise glücklicher geworden? Erhoffst du es dadurch? Wie war es vorher für dich?

5 Gedanken zu “Türchen Nr. 23 – Glück und Zufriedenheit

  1. Naja, “Leben mit weniger”
    Vorher war es besser. Da hatte ich wenigstens noch mein eigenes Konto. :)

    Ich wünsche Dir und Deiner Familie ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Und komm gut ins neue Jahr.

    Grüßchen
    Elli

  2. Guten Morgen,
    und erst einmal ein dickes Dankeschön für den tollen Adventskalender. Bevor ich vor einigen Wochen Deinen Blog (plus einige andere) entdeckt habe, wusste ich nicht, dass meine Art zu leben „minimalistisch“ genannt wird. In einigen Teilen bin ich das wohl auch weniger, aber an allem, was ich über Minimalismus finden kann nun sehrsehr interessiert und ihn in vielen Bereichen scheinbar instinktiv lebend schon.

    „Ich habe den Eindruck, dass man in unserer heutigen Zeit fast schon minderwertig ist, wenn man “zufrieden” ist und nix kaufen oder haben will.“ – bist Du deshalb wirklich schon einmal als minderwertig angesehen worden? Puh!

    Ich besitze nicht viel und habe mit Ende 20 (also vor rund 20 Jahren) meine Arbeitszeit im Angestelltenverhältnis bewusst reduziert, Shoppen langweilt bzw. nervt mich meist, ein großer Teil meiner Einrichtung besteht aus Dingen, die andere nicht mehr gebrauchen konnten und aufregende Hobbys sind mir eher unheimlich. Ich hab mehr den Eindruck, man ist mit dieser Art zu leben immer der Vogel im Aquarium und gilt als etwas schrullig….hmmmmm. Vielleicht findets der eine oder andere insgeheim minderwertig, ich weiß nicht. Wodurch ist dieser Eindruck bei Dir entstanden?

    Was ich definitiv sagen kann: Es macht mich glücklich.Sehr.

    Ein großes Kompliment für Deinen schönen, klugen, inspirierenden und kreativen Blog.
    Fröhliche Weihnachten und herzliche Grüße aus dem Ruhrpott!
    Anette

    1. Liebe Anette, vielen Dank! Es freut mich, dass es dir hier ein bisschen gefällt.
      Mir ist gottseidank noch keiner so gekommen, eher werde ich kurz neugierig beäugt und dann abgehakt als „Vogel im Aquarium“ :D
      Das ist nur mein Eindruck, weil wir durch die Medien nichts anderes vermittelt bekommen: Geiz ist geil, billig und schnell konsumierbar muss es sein. Wie, man schenkt sich nichts zu Weihnachten? Das geht ja gar nicht! Im Fernsehen werden Wohnungen entrümpelt, verschrottet und mit Billigmöbeln eingerichtet, immer schön neu muss es sein. Dieser Markenfetischismus auf Instagram ist gräßlich hoch zehn! Wir leben in der Welt der Bilder und wer nichts zum Vorzeigen hat, ist raus aus der Elite.
      Ich bringe regelmäßig die Finanzfuzzis von der Bank ausm Konzept: kein Dispo, wieso? das geht doch gar nicht!

      Es freut mich, dass du glücklich bist! :)
      Dir ein schönes Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*