Türchen Nr. 5 – Körpergefühl und Wahrnehmung

Mmadventskal
Der Adventskalender ist eine Einladung an alle, mal kurz zu überlegen: „Wie hat sich Minimalismus auf mein Leben ausgewirkt?“ Schreib gerne in deinem Blog, als Kommentar oder in dein privates, geheimes Tagebuch. Du musst auch nicht jeden Tag mitmachen, eine Wochenzusammenfassung könnte auch gehen.

Heute in Türchen Nr. 5: Weniger Selbstkritik, mehr Körperliebe! Akzeptiere ich meinen Körper? Was kann ich tun, damit ich mich besser fühle? Fühle ich mich insgesamt wohl? Wie kann ich Selbstkritik reduzieren und mir selbst ein besserer Freund werden? Habe ich irgendwo im Körper Schmerzen? Wie kann ich mich selbst stärken?

Körpergefühl. Wahrnehmung. Achtsamkeit. Minimalismus.

Schwierig zum Thema zu schreiben, nicht? Die Fragen oben wirken ziemlich diffus, gehört aber alles irgendwie – für mich – zusammen. Wie achtsam bin ich denn eigentlich im Alltag im Umgang mit meinem Körper? Unabhängig vom Sport meine ich. Ziehe ich die Schultern hoch, wenn ich angespannt bin? Merke ich das überhaupt? Wir haben ja schon über Sport, Ernährung und Energie gesprochen, aber was ist da noch?

Selbstkritik und Minimalismus. Puh. Weniger Selbstkritik, das muss man unserer heutigen Leistungsgesellschaft erstmal hinkriegen. Alles muss ständig besser und verbessert werden. Vergleich und Wettbewerb überall. Und meistens macht man das auch noch unbewusst mit, zumindest ist es mir manchmal in diesem Jahr so ergangen. Durch das Thema Stress habe ich mal genauer hingehört. Und mein Körper sagte: „Meh!“, aber mein Geist sagte, „Ach komm, das ziehst du jetzt noch durch!“. Mein Herz fragte: „Warum?“ und da wurde mir klar, dass man mit sich selbst immer immer IMMER gut befreundet sein muss, damit alles glatt läuft. Sich um sich selbst kümmern. Sich wohlfühlen. Seinen Körper dankbar annehmen, auch wenn er gerade nicht so gut funktioniert oder nicht so aussieht wie frisch gephotoshopped.
Dieses Jahr hat mir Minimalismus dabei geholfen, mir selbst ein besserer Freund zu sein. Das habe ich zwar vorher auch schon geübt, aber dieses Jahr ging es in dieser Hinsicht gut voran.
Wenn ich müde bin, mach ich halt mal ein Schläfchen. Wenn ich meine Ruhe haben will, sage ich es. Wenn ich finde, das jemand unverschämt war, kann ich das auch sagen. Wenn man mit sich selbst befreundet ist, geht vieles leichter. Das will ich noch weiter üben, denn es macht mich stark.

Wie ist es bei dir: Achtest du zwischendurch ganz bewusst auf deinen Körper? Fühlst du dich wohl? Wie reduzierst du die Stimmen deines inneren Kritikers? Wie stärkst du dich selbst?

5 Gedanken zu “Türchen Nr. 5 – Körpergefühl und Wahrnehmung

  1. Auch mit dem eigenen Körper befreundet sein. Genau das ist es. Ich habe mich jahrelang gestresst mit „ich will auch mal sportlich sein“, bin ich aber nicht – zumindestens nicht im Vergleich zu anderen. Sich genau damit anfreunden, das eigene Maß, das eigene Tempo, den eigenen Rhythmus finden – das fühlt sich sehr gut an. Gerade in diesem Bereich finde ich es sehr hilfreich, mal meine Ansprüche an mich selbst zu minimalisieren. Entstresst total :-)
    „wie frisch gephotoshopped“ – der Ausdruck ist ja wirklich wunderbar…
    Gabi

  2. Ein richtig toller Adventskalender, vielen Dank.

    Ja, die Stimme des Körpers. Die beschäftigt mich auch grade wieder, denn mit der Kälte kommen die Zipperlein. Wir ziehen die Schultern hoch, um uns in uns selbst zu verkriechen und zu wärmen.

    Auf mein Bauchgefühl zu hören, ob ich etwas mitmachen will oder es lieber sein lassen – das hab ich schon letztes Jahr begonnen. (Dank der Vorträge von Robert Betz – zu finden auch auf youtube.) Wenn der Bauch mulmig wird oder die Brust eng, ist das ein guter Indikator, etwas nicht zu tun. Jetzt achte ich auch auf andere Signale.

    Gestern früh, noch im Dunkeln, hab ich im Bett eine wunderbare Meditation von Robert Betz zum Thema: „Was dir dein Körper mit seinen Signalen sagen will“ und „Dankbarkeit für deinen Körper“ gehört – erlebt, würde ich sagen, denn zum ersten Mal ist mir so richtig klar geworden, was er damit meint.

    Ich erkenne, dass nur ich meinen Körper so geschaffen habe, wie er heute ist. So dick, so dünn, so dellig … so schmerzhaft. Und dass mir die Seele mit gewissen Beschwerden zeigen will, dass etwas nicht mehr richtig läuft. Früher im alten Beamtenjob hatte ich öfter Halsschmerzen. Meine Schwester (Heilpraktikerin) deutete das so, dass ich „die Schnauze voll“, „einen dicken Hals“ hätte und nicht noch mehr schlucken will.

    Z. Zt. vernachlässige ich das Bewegen, das weiß ich. Außerdem stresse ich mich selbst mit dem perfekten Advent. Ich arbeite nur im Sitzen, ich fahre nur rum statt zu radeln oder zu laufen. Ich versuche zu entschleunigen. Aber sag das mal meinem Kopf ;)

    Dir wünsche ich auch eine schöne Zeit. Schöne Grüße aus Dresden, Sandra

    1. Liebe Sandra,
      Vielen Dank für dein Lob, es freut mich wenn der Adventskalender gut ankommt.
      Jaaaa, der Körper. Dieses Wunderdings. Ich glaube, man kommt nicht mehr an der Psychosomatik vorbei. Ich habe auch gerade wieder „die Nase voll“ und weiß natürlich auch warum. Aber anstatt meinen Körper zu verurteilen, bin ich dankbar, dass er mir zur richtigen Zeit eine Auszeit verpasst, auch wenn mein Kopf das nicht so leicht akzeptieren will… :D

      Viele Grüße nach Dresden!

  3. … nach dreißig Jahren Raubbau an mir und meinen Körper geht es bei mir seit längerem viel ruhiger zu.

    Doch das eigene Wesen und die Gewohnheiten sind ja trotzdem noch da und wenn alles überhand nimmt, dann schreit mein Körper stellvertretend um Hilfe Schmerzen, Verspannungen, Krämpfen oder einem Virus- Die tägliche Mittagsruhe ist wichtiger Bestandteil meines Tages. Darüber hinaus stelle ich mir immer und immer wieder die Fragen „Was kann ich weglassen? Was tut mir wirklich gut und was nicht?“.

    Viele Grüße aus Berlin,
    Anja

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