Vom Verzicht zum Genug

Als ich mir damals meine eigene Definition von Minimalismus zusammengebaut habe, wusste ich nur, dass die Basis ein unbestimmtes „Genug“ war. Nun, wie kommt man zu diesem „Genug“ ? Woher weiß ich, wann etwas genug ist?

Im Laufe der Zeit ist mir klar geworden, dass der Verzicht die wohl beste Möglichkeit ist, dies herauszufinden. Was vorher undefiniert vor mir herumgewabert ist und ich nicht in viel/wenig/genug einordnen konnte, sprang mir nach einer Verzichtsphase klar und deutlich vor Augen.

Der Trick ist also einfach mal ganz bewusst und radikal darauf zu verzichten (zumindest für eine gewisse Zeit) um dann Stück für Stück zu erforschen, wie viel man dazu tun muss, damit man ein persönliches „Genug“ erreicht.

Braucht man im Kaffee wirklich 2 Löffel Zucker oder ist das nur Gewohnheit? Ist ein Löffel oder sogar ein halber Löffel genug?
Lass den Zucker weg, probiere wie der Kaffee schmeckt. Vielleicht schmeckt er auch ganz ohne.
Muss man jeden Tag die Haare waschen oder reicht auch jeder zweite Tag? Wird man auch sauber, wenn man nur 3 Minuten lang duscht statt 15 Minuten?

Du weißt was ich meine.

4 Gedanken zu “Vom Verzicht zum Genug

  1. Es zeigt einem auf jeden Fall, was alles im Alltag unter geht… was wir als gegeben hinnehmen…
    Es gibt schon so manche Gewohnheit, die ich mittlerweile durch den Minimalismus geändert habe.
    Zum Thema Duschen… es reicht auch durchaus einfach nur sich zu Waschen ;) Dauert nicht länger und verbaucht weniger Wasser.
    Das mit dem Zucker kenne ich vom Ketchup, den ich grundsätzlich zu Hause selber mache.

  2. Einer meiner Leitsprüche ist „Perfektion ist, wenn man nichts mehr weglassen kann“ – und der trifft erstaunlich gut auch auf die 13 Tugenden zu…
    Für mich liegt die Schönheit des Spruches darin, mit möglichst nur notwendigen (also ressourcenschonendem) Aufwand ein Ergebnis zu erhalten, ohne allerdings die Qualität (Perfektion…) aus den Augen zu verlieren.

    Natürlich definiere ich das Ergebnis selber, aber wenn ich gleichzeitig kritisch hinterfrage, was ich tue, dann ergeben sich Dinge wie Bescheidenheit, Mäßigung, Nachhaltigkeit von selber.

    Überhaupt finde ich das kritische Hinterfragen wichtig. Wenn man drüber nachdenkt, was man tut, kommt man von ganz alleine zu sinnvollen Lösungen :-)

  3. Zum Thema Zucker im Kaffee (fast so etwas wie ein Gleichnis):

    Als ich mir den Zucker im Kaffee abgewöhnte, merkte ich plötzlich, wie süß allein schon die Milch schmeckt, und wie unnötig tatsächlich der Zucker war.

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