Was vom Urlaub übrig bleibt

Oh ja. Die Urlaubszeit ist offiziell vorbei. Schön langsam machen die Läden wieder das Weihnachtswarm-up. Und wir hocken in den Büros und hören von allen Seiten ein kollektives Jammern: „Der Urlaub war schön aber viel zu kuuuuuhuuuuurz!“ Buhu.

Aber was ist “Urlaub” eigentlich? Es ist eine kurze Phase des Anders-machens, des Anders-seins. Der Kopf macht Pause von der Arbeit. Und ich kann dadurch ne Menge Lernen.

Ich lege Gewohnheiten ab und lasse Dinge los, die mir im Alltag immer unentbehrlich erscheinen. Ich werfe Ballast ab und erhole mich, weil ich mich von nichts ablenken lasse. Ich tue, was mir gefällt und wann es mir gefällt.

Der Trick ist wohl, das Erholsame des Urlaubs zu erkennen und mit in den Alltag zu holen. Zumindest ein bisschen. So entstehen Ruheinseln, die helfen, dem Stress zu entfliehen. Neue Perspektiven finden. Inspiration und Kraft tanken.

Also habe ich mich gefragt:

>>Was war im Urlaub anders und was kann und will ich mir davon in den Alltag holen?

>> Was mache ich denn eigentlich im Urlaub? Faul herum liegen? Sehenswürdigkeiten besuchen? Nationalgerichte durchprobieren? Lagerfeuer, Mückenstiche und Stockbrot? Was davon erholt mich?

Ich, als Urlaubstyp „neugierige Kulturtouristin, die viel zu viel futtert, aber auch viel zu Fuß unterwegs ist und die Natur auch gut findet“ plane z.B. diese Dinge regelmäßig ein:
– ein Museum besuchen (auch immer wieder gut: Der Denkmaltag oder der Tag der Stadtnatur, beides kostenlos)
– ein neues Restaurant ausprobieren (ganz tolle Neuentdeckung: Zum Spätzle)
– Stadtspaziergänge durch fremde Viertel (Neustadt hat mich doch ganz schön überrascht)
– Waldspaziergang oder durch die Dünen stapfen

In Hamburg lässt sich das z.B. alles super miteinander kombinieren. Vielleicht fülle ich damit mal meine etwas verwaiste „Hamburg“-Kategorie…

Welcher Urlaubstyp bist du? Was sind deine Ruheinseln? Und: ist das wirklich das Erholsamste am Urlaub?!

4 Gedanken zu “Was vom Urlaub übrig bleibt

  1. Liebe Frau DingDong!

    Ich denke mit „Der Trick ist wohl, das Erholsame des Urlaubs zu erkennen und mit in den Alltag zu holen“ hast du den – für mich – wichtigsten Punkt erfasst. Urlaub ist Ausnahmezustand, ein tiefes Durchatmen, ehe es wieder in den stressigen Alltag geht. Aber wie mich ein Lesezeichen, das mir eine liebe Freundin geschenkt hat und auf dem ein aufgestelltes Zelt im Sonnenuntergang zu sehen ist, täglich erinnert: Alltag ist, was du draus machst.

    Mir ist am Urlaub das Ausklinken wichtig, das mir ermöglicht, mich auf mich selbst zu besinnen. Der schönste Urlaub war für mich daher unser Backpackingtrip durch Schottland, in dem wir stundenlang durch menschenleere (dafür aber schafsvolle) Natur gelaufen sind und alle Übernachtungen spontan vor Ort geklärt haben. Wir sind jeden Tag 8 Stunden unserem Ziel entgegengestapft, und das mir eine Menge Raum gegeben, um über mich und mein Leben nachzudenken. Raum, den ich mir im Alltag selten gönne.

    Was ich mitgenommen habe: Ich brauche diesen Raum auch ganz dringend, wenn ich zu Hause bin. Seit diesem Urlaub hat es klick! bei mir gemacht, und ich nehme mir wochenends die Zeit, um Urlaub im Kleinen zu machen. Seitdem ich ein kleines Stückchen Schottland in meine Woche eingebaut habe, fühle ich mich freier und ruhiger.

    Ich wünsche dir, dir noch ein bisschen Urlaub im Inneren zu bewahren.

    Grüße,
    Maera.

  2. Hallo DingDong (… hat es eben geklingelt?)

    Komisch, wenn ich im Urlaub richtig abschalte, passieren mir die schrecklichsten Dinge. Im letzten Urlaub haben fremde Menschen mein Essen gekocht. Du lieber Himmel, was hatte ich zu leiden. Da ist mir ein stressiger Alltag lieber. Da weiß ich wenigstens was ich in meinen Magen schaufel.

    Ach so ja!
    Eine Ruheinsel habe ich auch. Ich verzieh mich jeden Tag für ne Stunde nach ALDI, anschließend Kaffeetrinken mit Freundinnen bei EDEKA. :-)

    Grüßchen
    Elli

  3. Am Urlaub liebe ich die FREI-Zeit. Zeit, die nicht verplant ist und spontan gelebt wird. Dieses Jahr in Berlin sind wir morgens im Café gestartet und danach durch die Gegend gelaufen (Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain, Neukölln, Kreuzberg). Wir haben super schöne Spaziergänge gehabt, waren nicht gestresst (weil in unserem Tempo unterwegs), und nur einen großen Plan anhand einer Caféliste gehabt.
    Dieses spontane Entscheiden, dieses unverplant lassen, dass mag ich am Urlaub und ich gönne mir das mittlerweile möglichst jedes zweite Wochenende im Alltag, ebenso wie nach Feierabend. Wirklich FREI-Zeit. IN der ich dann lese, Fahrrad fahre, koche, aber ohne MÜSSEN.
    Cafébesuche sind für mich im Alltag ebenso wichtig. Das sind einfach Auszeiten für mich.
    lg Nanne

  4. Ich bin der „Ich will in die Natur und so wenig Menschen wie möglich sehen“-Typ. Zelt, Rucksack, nur die nötigsten Sachen (wie wenig man benötigt, merkt man auf solchen Reisen immer wieder und das ist ein tolles Gefühl <3 ). Schreiben, Fotografieren, wandern, trampen, nicht genau wissen, wo man morgen so aufwachen wird… Leider habe ich viel zu wenig Gelegenheit und/oder Begleitung für solche Reisen.

    Alternativ fahre ich auch immer wieder gerne nach Berlin: Kultur, stundenlang vegan Brunchen, Festivals… Berlin ist irgendwie schon ein bisschen "meine" Stadt, auch wenn ich ansonsten lieber im Grüne(re)n wohne. ;) Aber ein paar Mal im Jahr mag ich es, Großstadtluft zu schnuppern und mich inspirieren zu lassen.

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