Zusammenfassung Achtsamkeitsexperiment Ernährung

Projekt beendet, Zeit für eine Nachlese

Die vergangen Wochen habe ich jeweils auf Folgendes verzichtet:
1 Woche ohne Zucker
1 Woche ohne Koffein
1 Woche ohne Fastfood und Zwischenmahlzeiten
1 Woche ohne Milchprodukte
1 Woche ohne Weißmehl/Weizenmehl
1 Woche ohne Zusatzstoffe

Und hier nochmal der Beitrag zum Buch, mit dem alles angefangen hat.

Die Wochen „ohne Fleisch“ und „ohne Alkohol“ habe ich weggelassen, weil sie für mich nicht relevant sind. Ich trinke abends nie ein Feierabendbier oder das berühmte „Gläschen Wein“. Ich trinke Alkohol wenn dann nur in Gesellschaft und/oder zu besonderen Anlässen, wobei ich auch da wählerisch bin: Statt Sekt trinke ich lieber Bier. mmhhh…
Ich bin seit über 10 Jahren Vegetarier und kann mich nicht mal mehr richtig an den Geschmack von Fleisch erinnern (krass, oder?), also brauchte ich diese Woche auch nicht mitmachen.

Falls du das Experiment nachmachen willst und du Fleisch isst und/oder regelmäßig Alkohol trinkst, solltest du diese Wochen natürlich mitnehmen.

Die letzten 6 Wochen waren ungemein lehrreich. Ich hab so viele Erkenntnisse gewonnen, die ich erstmal noch sortieren muss. Vielleicht gelingt mir das nach diesem Blogbeitrag besser.

Was waren dass denn nun für Erkenntnisse? Was hat sich verändert?
– es haben sich aus allen Wochen schon ein paar Gewohnheiten eingeschlichen. Z.B. trinke ich jetzt viel mehr Kräutertee als vorher, ich fühle mich nicht mehr zuckersüchtig, ich komme mit weniger Nahrung aus und meine wieder erweckte Körperintelligenz sagt mir, was zu tun (und zu essen) ist.
– Oh yeah, fast 4 Kilo abgenommen in dieser Zeit
– die krasseste Erkenntnis ist wohl, dass wir sehr viel mehr von unserem Körper und unserer Nahrung beeinflusst werden, als wir uns eigentlich klar machen. Essen kann gute oder schlechte Laune verbreiten. Essen gibt Energie oder eben keine. Das fand ich schon heftig. Unser Gehirn könnte ganz anders funktionieren! Ist das mit dem Biorythmus vielleicht doch nur ein Märchen? Macht Fastfood nun doch unglücklich oder sogar dumm?! Und wie passen solche Erkenntnisse in das Feld „psychische Erkrankung“ ?
– alle Diät- und Ernährungstipps die so herumschwirren haben irgendwo und irgendwie eine Berechtigung. Nur funktionieren sie nicht alle auf einmal und natürlich auch nicht bei jedem. Wenn es heißt, dass man bei Diät xy auf Süßigkeiten verzichten soll, ist das zwar schön, aber wenn man sich dann die Hintertür offen lässt, in dem man andere Varianten von Zucker findet (Obst, Honig) bringt das nicht so viel. Denn die Lust am Zucker ist weiterhin vorhanden, das Durchhalten fällt schwer. Und es ist immer noch was anderes, wenn man einem Diätprogramm folgt und sich an Anweisungen hält ohne sie zu begreifen. Durch Achtsamkeit und bewusstem Verzicht BEGREIFT der Körper und das Hirn, was eigentlich abgeht. Ich gehe sogar soweit zu sagen: So ein Achtsamkeitsexperiment ist die Mutter aller Diäten. Egal, was man für ne Diät durchziehen will, man muss zuerst rausfinden, welche Lebensmittel einem gut tun und welche überhaupt nicht. Ich frage mich, warum immer der umgekehrte Weg gewählt wird? Da ist doch klar, dass man scheitert, oder nich?!
– wo wir schon beim Thema Diät sind – noch so ne Erkenntnis: Man darf niiiiie niiiie niemals die (gesellschaftlichen) Umstände vergessen. Das ist wohl das Allerschwierigste bei einer Ernährungsumstellung oder beim Fasten. Zuhause, allein ist wohl noch alles in Butter – aber der Schweinehund erwacht, wenn man plötzlich Kuchen hingestellt bekommt oder auf ne Limo eingeladen wird. Und ich meine nicht mal so „große“ Anlässe wie Geburtstagsfeiern oder Familienfeste. Das kann auch der Kollege sein, der sich gerade ein verführerisch duftendes Mittagstischgericht vom Asiaten geholt hat. Oder der Schwarm, der fragt, ob man Lust auf einen Kaffee hätte ;D Seltsam, dass diese Problematik in Ratgebern so ein Stiefkinddasein führt…
– im Gegensatz dazu, hat mich vor allem auch das Interesse und die Unterstützung der Anderen erstaunt. Damit meine ich nicht nur euch. Sondern auch meine Kollegen, die Gemüsehändlerin und meinen Dönermann. Dass das solche Kreise zieht, hätte ich nicht erwartet. Da gibt es Leute, die lesen zum ersten Mal die Zutatenliste ihrer Bonbons. Oder die Kollegin, die jetzt wieder mehr kocht, weil sie keinen Bock mehr auf Zusatzstoffe hat. Und die Blogger, die nun auch experientieren und ihre Erfahrungen teilen. Das finde ich klasse. Dankeschön.
– Hatte das Ganze irgendwas mit Minimalismus zu tun? – Aber ja. Siehe: Vom Verzicht zum Genug.

So, das war erstmal das Wichtigste. Mehr will ich hier nicht schreiben, weil es eh schon zu lang ist, und ihr vielleicht schon die Nase voll davon habt. Falls aber noch Fragen auftauchen – ich beantworte sie gerne! Packt die Fragerei in das Kommentarfach.

Wie geht es jetzt weiter?
Nun, momentan befinde ich mich in Woche 2 der zusatzstofffreien Zeit. Ich werde weiterhin beobachten, welche guten Sachen ich aus den anderen Wochen einbaue und so eine „Woche ohne“ immer mal wieder einbauen, wenn mir etwas zu viel geworden ist.

14 Gedanken zu “Zusammenfassung Achtsamkeitsexperiment Ernährung

  1. Oh ist das spannend! Zuerst wie du das Projekt begonnen hast, hab ich noch gedacht, ja wär schon g’scheit, aber [div. ausreden einfügen].
    Ich bin auch Vegetarierin, esse nur mehr selten Milchprodukte (nach einem kompletten Verzicht über 1 Monat), trinke fast nie Alkohol und es hat sich auch automatisch so eingependelt, dass ich nur 2mal täglich esse, da fühl ich mich wohl dabei. Ich muss aber sagen, dass ich in meinem Körper keinen Unterschied spüre ob Fleisch/Milch oder nicht (2-3 Jahre mal Vegetarierpause *schäm*).
    Ich hab aber sehr den Zucker im Verdacht, vielleicht auch Weißmehl. Zusatzstoffe und Fastfood könnten eine Herausforderung werden (gekaufte Pflanzenmilch und Vurst fielen ja dann weg – hab ich denn überhaupt so viel Zeit und Muße, das alles selbst zu machen?)

    Da blieben ja nur mehr 4 Punkte übrig, meinst du ich komm da mit 4 Wochen Ausleihfrist aus?
    Und auch von der Motivation her: Meinst du es ist sinnvoll, das Projekt mit mehreren Pausen dazwischen, also „gemütlicher“ anzugehen? Ich denk da an jede erste Woche im Monat.

    1. Also das Buch hast du an einem Wochenende durchgelesen, wenn du nur den allgemeinen Teil liest und dann die für dich interessanten Wochen. Wenn du dir dann noch die Weglasslisten rauskopierst oder abschreibst, kannst du das Buch nach 3 Tagen wieder abgeben ;D
      Ich habe alle Wochen hintereinander durchgezogen, weil ich einen direkten Vergleich haben wollte, aber sicherlich könnte man es auch anders angehen. Ich stelle mir gerade vor, dass das auch gut passt, wenn man monatlich eine Woche davon macht und dann 3 Wochen lang versucht, diese „gute“ Gewohnheit (sofern es denn etwas positives gebracht hat) weiter trainiert. So kann man zumindest eine langfristige Ernährungsumstellung hinkriegen.
      Motivation war nicht mein Problem, weil sich sooo wahnsinnig viele Leute dafür interessiert haben, dass ich gar nicht auf die Idee kam, hinzuschmeissen. Hauptproblem waren die Barrieren in meinem Kopf! (genau diese ->“hab ich denn überhaupt so viel Zeit und Muße, das alles selbst zu machen?“)

  2. Ach, vergessen zu schreiben: Koffein gibts bei mir auch schon lange nicht mehr, Kaffee mochte ich noch nie und das Cremige, Weiche, Warme was ich beim Schwarztee immer brauchte in der Früh hab ich unbewusst durch Porridge aus versch. Getreide (Flocken oder ganz) ersetzt.
    Deswegen ja nur 4 Punkte zum ausprobieren für mich.

  3. Nee, nee. Ich habe die Nase noch lange nicht voll von Deinen Berichten zu diesem Thema. Ich habe die zuckerfreie Woche probiert und leider nichts gespürt, außer dem Bedürfnis hin und wieder Zucker in den Kaffee zu tun. Deshalb war ich über Deine heftigen körperlichen Reaktionen überrascht. Ich denke, ich werde das Experiment wiederholen, aber diesmal 2 Wochen. Vielleicht braucht mein Körper einfach länger bis er den Zuckerentzug schnallt.

  4. Aber vielleicht ist auch Zucker für deinen Körper kein Problem oder du isst eh nur wenig davon. Das ist doch der Sinn von dem Experiment, dass man in sich selber reinhorcht ;)

  5. eigentlich wollte ich schon viel früher diesen Kommentar schreiben, aber der Filter unserer Firma hat mich in der Mittagspause daran gehindert. AchtsamkeitSEXperiment. Ich sage an der Stelle mal danke an die KI der Firewall…

    Auch wenn ich mich wiederhole, ich finde es einfach großartig, wie du uns hier alle an Deinen Experimenten teilhaben lässt. Was ich mir davon mitnehme ist der Wille, selbst viel mehr zu experimentieren.
    These, Versuch, Überprüfung der These, so würde ein Naturwissenschaftler dies nüchtern Kommentieren, aber es ist so viel mehr. Mit jedem Experiment lernst du deinen Körper, deine Mitmenschen und dich selbst im ganzen besser kennen.
    Ich freue mich schon auf Deine weiteren Experimente

    Viele Grüße

    Michael

  6. So, ich mach das jetzt auch! Das Buch gabs in der Bücherei. Am Wochenende hab ichs gelesen und gestern mit der zuckerfreien Woche angefangen. Bis jetzt (Dienstag, früher abend) gar kein Problem. Und merken tu ich auch noch nix, bin aber super gespannt, was noch alles kommt. Die nächste Woche ohne Junk Food wird wohl etwas schwieriger. Was ess ich auf der Arbeit? Na, mal sehen :-)

    Sven

  7. So, die erste Woche ist geschafft. Erkenntnisse hab ich reichlich: die ersten zwei Tage waren kein Problem. Ich hab mir extra getrocknete Datteln, Salzstangen und Bier geholt, falls es ganz hart wird. Am ersten Abend hab ich schon gemerkt, dass ich zwischendurch echt immer was esse. Meistens was Süsses. Mit einem Bier am Abend konnte ich dem Gefühl aber sehr gut entgehen. Am dritten Tag bin ich mit Kollegen mittags essen gewesen und hab in einem Edel-Burger-Laden extra drauf geachtet, keinen Burger mit Sosse (Zucker) zu bekommen. Hinterher war allerdings doch etwas Covktailsosse drauf. Hab ich gleich geschmeckt und mich ein bischen schlecht gefühlt. Ab Donnerstag wurde es echt schwer. Ich hatte echt schmacht auf Schokolade. Da musste dann die halbe Tüte Datteln dran glauben. Und Salzstangen. Und Bier. Neue Erkenntnisse: überall ist Zucker drin (Ganz konkret:Pizza, Senf), Zwischenmahlzeiten fallen fast komplett aus, weil: ZUCKER und ich hab wieder ein konkretes Hungergefühl vor den Mahlzeiten. Ich fing an, die Tage schon runterzuzählen. Am Freitag abend hab ich gesündigt und esviel mir erst hinterher auf. Ich wurde auf einen Kräuterlikör eingeladen. Mag ich gerne und hab einfach zugesagt. Einige Minuten später viel mir erst auf, dass da massiv Zucker drin ist. Heute abend hab ich das Experiment bewusst abgebrochen, da ich zum Essen in ein gehobenes Restaurant eingeladen wurde und dass wollte ich geniessen. Mein Fazit: ich esse zu viel Süsses und versuche zu reduzieren bzw. gezielter zu essen. Ein Hungergefühl ist besser als ein ständiges Satt-Gefühl. Stimmungsunterschiede hab ich nicht bemerkt und abgenommen hab ich auch nicht (Bier hat auch Kalorien…). Komplett auf Zucker verzichten will ich in Zukunft absolut nicht. Ab morgen geht die Woche ohne Fast Food und Snacks los. Bin gespannt wie das wird. So nervig wie ohne Zucker aber bestimmt nicht, da diese Woche schon fast diesen Rhytmus hatte.
    Bis nächste Woche!

    Sven

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